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+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++Putin lehnt gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe ab

Trotz vermehrter ukrainischer Drohnenangriffe gibt sich der Kremlchef siegessicher. Außerdem läuft eine Krisensitzung zu Treibstoffmangel in Russland.

Putin lehnt ukrainischen Vorschlag zu Stopp von Langstreckenangriffen ab

Der russische Präsident Wladimir ‌Putin hat einen ukrainischen ‌Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am späten Sonntagabend in einem Interview des russischen Staatsfernsehens. Er werte den Vorstoß aus Kyjiw lediglich als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1.250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Eine Rettung der Regierung in Kyjiw gehöre nicht zu den russischen Plänen. Eine Stellungnahme des ukrainischen Präsidialamtes ‌lag zunächst nicht vor.

Putin besteht seit langem darauf, dass die Ukraine ihre verbleibenden Stellungen in der Region Donezk im Donbass aufgibt, und machte dies zur zentralen Bedingung für jedes Friedensabkommen. Sieben Monate nach dem Einmarsch im Jahr 2022 annektierte Russland die vier Regionen – die Regionen Donezk und Luhansk im Donbass sowie Cherson und Saporischschja, die es nur teilweise kontrolliert. Mit Blick auf die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie räumte Putin ein, dass diese zu Treibstoffengpässen in verschiedenen Regionen geführt hätten.

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Russland habe die Lage jedoch im Griff. Als wichtigste Aufgabe nannte er einen raschen und deutlichen Ausbau der Produktion von Flugabwehrsystemen. Zugleich betonte Putin, dass die ‌ukrainischen Angriffe auf die Infrastruktur keinerlei Auswirkungen auf das Geschehen an der Front hätten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Putin in diesem Monat in einem offenen Brief ein persönliches Treffen vorgeschlagen, was der russische Staatschef jedoch ablehnte. Zur Beendigung ⁠des Krieges erwartet Putin nun eine Wiederaufnahme der US-geführten diplomatischen Bemühungen. Sobald die heiße Phase des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran überwunden sei, rechne er mit einem erneuten Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau. ‌

Putin bestätigte jüngste Äußerungen ‌von US-Außenminister Marco Rubio, wonach bei den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump in Alaska ⁠im vergangenen Jahr zwar US-Vorschläge erörtert worden seien, jedoch keine formelle Einigung erzielt worden sei. „Niemand hat etwas unterzeichnet, aber wir haben über bestimmte Möglichkeiten zur Beendigung ‌des Konflikts in der Ukraine gesprochen“, sagte Putin. Die ‌US-Seite habe dabei um Kompromisse gebeten. Bei möglichen Friedensverhandlungen könnte Putin zufolge zudem der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko helfen. Vorwürfe aus Kyjiw, wonach Russland versuche, das Nachbarland stärker in ‌den Konflikt hineinzuziehen, ließ er unkommentiert. (rtr)

Russische Besatzungsbehörden melden Stromausfälle

In den russisch besetzten Teilen der Südukraine gibt es nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Stromausfälle. „Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom“, schrieb der Chef der dortigen russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, bei Telegram. Energieversorger und Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Stromversorgung in den Haushalten so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auch der von Russland für das Gebiet Saporischschja eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki schrieb in der Nacht von Notabschaltungen und Schäden an Energieanlagen nach ukrainischen Angriffen auf das Stromnetz. (dpa)

Chinas Staatschef Xi empfängt belarussischen Machthaber

Chinas Staatschef Xi Jinping ist am Montag in Peking zu Gesprächen mit dem belarussischen Machthaber und Kreml-Verbündeten Alexander Lukaschenko zusammengekommen. Wie der chinesische Staatssender CCTV berichtete, empfing Xi den seit 1994 in Belarus regierenden Staatschef im Staatsgästehaus Diaoyutai. „Die Beziehungen zwischen China und Belarus haben den Prüfungen internationaler Herausforderungen standgehalten“ und „treten in die beste Phase ihrer Geschichte ein“, erklärte die chinesische Regierung. Xi habe Lukaschenko gesagt, beide Länder „sollten Ressourcen in allen Bereichen mobilisieren“, um den Aufbau der chinesischen Investitionsoffensive Neue Seidenstraße voranzutreiben „und die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen“.

Lukaschenko hatte den russischen Streitkräften 2022 erlaubt, vom Territorium seines Landes aus die Ukraine anzugreifen, eine direkte Beteiligung an dem russischen Angriffskrieg jedoch abgelehnt. In Belarus, das an die Ostflanke der Nato grenzt, sind atomwaffenfähige russische Oreschnik-Raketen stationiert. China präsentiert sich im Ukraine-Konflikt stets als neutral, doch werfen die westlichen Verbündeten der Ukraine Peking vor, in Wahrheit Moskau heimlich zu unterstützen. Zuletzt war Lukaschenko im September 2025 in Peking zu Gast. Damals nahm er an einer Militärparade sowie am Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) teil. (afp)

Ukraine: Fünf Tote bei russischen Angriffen im Süd- und Nordosten

Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine ‌wurden nach Angaben örtlicher Behörden mindestens fünf Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilt der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw ‌kam eine Person bei einem Raketenangriff auf die Stadt Smijiw ums Leben, acht ⁠weitere wurden verletzt, darunter zwei Kinder, erklärt Gouverneur Oleh Synjehubow. Zudem starb nach Polizeiangaben ein Beamter ‌bei ‌der Evakuierung von Anwohnern ⁠in einer anderen Gemeinde der Region. In der ebenfalls an ‌Russland grenzenden Region ‌Sumy wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine ältere Frau ‌getötet. (rtr)

Putin fordert mehr Luftabwehr zum Schutz von Ölanlagen

Russlands Präsident Wladimir Putin fordert eine stärkere Luftabwehr gegen ukrainische Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur des Landes. Die erste Aufgabe bestehe darin, die Produktion der am dringendsten benötigten Systeme schnell hochzufahren, sagt er in einem russischen Fernsehinterview. Zugleich erklärt Putin, dass Russland mit den Folgen der Angriffe gut zurechtkomme. Die Schläge gegen diese Anlagen hätten keinerlei Auswirkungen auf die Lage an der Front. Russland werde sich dadurch nicht von seinem Vormarsch abhalten lassen. (rtr)

Selenskyj plant Gedenkstätte für Helden der Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetzesprojekt zur Errichtung einer Gedenkstätte für alle herausragenden Persönlichkeiten der Ukraine ins Leben gerufen. „Ich habe heute den Gesetzentwurf für ein nationales Pantheon in das Parlament eingebracht“, sagte er bei einer Veranstaltung zum Tag der Verfassung. „Die Namen aller Helden, die in verschiedenen Jahrhunderten und Epochen für die Ukraine gekämpft und die Ukraine inspiriert haben, werden vereint und für immer in unsere Geschichte eingeschrieben.“

„Niemand wird den Ukrainern jemals wieder vorschreiben, welche Helden sie verehren, welche Feiertage sie begehen oder welche Geschichte sie lernen sollen“, fügte sein Präsidialamtschef Kyrylo Budanow hinzu. „Für dieses Recht auf freie Selbstbestimmung und nationale Unabhängigkeit haben unsere Vorfahren jahrhundertelang gekämpft, und genau dafür vergießen unsere Soldaten heute ihr Blut.“ Der Hinweis auf Selbstbestimmung galt auch als Stichelei in Richtung des Nachbarn Polen, dessen Präsident Karol Nawrocki in einem Geschichtsstreit Selenskyj einen hohen Orden aberkannt hatte. Die Gedenkstätte soll in Kyjiw errichtet werden. (dpa)

Krisensitzung zu russischem Treibstoffmangel

Kremlchef Wladimir Putin hat eine Krisensitzung zu den aktuellen russischen Versorgungsproblemen mit Treibstoff einberufen. Zuallererst müssten die Auswirkungen der wiederholten ukrainischen Angriffe gegen Raffinerien und andere Objekte der Erdölindustrie abgefedert werden. „Wir müssen die Folgen terroristischer Anschläge auf unsere zivilen Einrichtungen und die Infrastruktur reduzieren“, wurde er von der Staatsagentur Tass zitiert. An der Sitzung nahmen Vertreter diverser Ministerien sowie der wichtigsten Erdölproduzenten Russlands teil.

Die zuletzt verstärkten ukrainischen Angriffe gegen die Erdölindustrie in Russland haben zu ernsthaften Versorgungsproblemen geführt. „An den Tankstellen gibt es Warteschlangen, die benötigten Benzinsorten sind nicht immer vorrätig“, sagte Putin. Er bestätigte, dass bereits über ein Exportverbot für Diesel-Treibstoff nachgedacht werde. Russland habe inzwischen begonnen, seine Benzinreserven anzuzapfen. Putin erwartete schon im Juli eine deutliche Erhöhung der Produktion der wichtigsten Treibstoffarten. „Die sich stellenden außergewöhnlichen Aufgaben werden gelöst, und zwar klar, zügig und kompetent im Interesse des Landes und unserer Bürger“, gab er den Produzenten und Ministerien eine klare Marschrichtung vor. (dpa)

Putin spricht von „schwieriger Phase“ für Russland

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eingeräumt, dass sein Land schwere Zeiten durchmache. Moskau werde jedoch alle sozialen Verpflichtungen den Bürgern gegenüber einhalten, erklärte er am Sonntag bei einer Konferenz seiner Regierungspartei Geeintes Russland, ohne dabei direkt auf Angriffe der Ukraine und damit einhergehende Treibstoffengpässe einzugehen.

Angesichts der „aktuellen Situation“ werde es einige Plananpassungen geben, „aber alle strategisch wichtigen Entwicklungsprogramme im Inland werden zweifellos vollständig umgesetzt“. Russland werde weiter Wohnungen und Straßen bauen, neue, moderne und gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und heimische Unternehmen unterstützen, sagte Putin. „Wir machen eine schwierige Phase durch, aber das hat uns einiges gelehrt und erkennen lassen, was es bedeutet, ein russischer Bürger zu sein.“ (ap)

Putin beklagt bei Parteikongress Druck des Westens

Trotz aktueller Rückschläge an den Fronten und erheblicher wirtschaftlicher Probleme gibt sich Russlands Präsident Wladimir Putin kämpferisch. „Dem Westen gelingt es nicht, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen, deshalb versucht er, die politische Lage zu destabilisieren, doch auch das gelingt ihm nicht“, sagte der Kremlchef beim Kongress der Regierungspartei „Edinaja Rossija“ (Geeintes Russland) in Moskau. Die Parteiführung war zusammengekommen, um die Linien für die Parlamentswahlen im September festzulegen.

Russland sehe sich aktuell einem „beispiellosen Druck“ seitens westlicher Eliten ausgesetzt, erklärte Putin. Er warf dem Westen vor, die Angriffe Kyjiws gegen Russland zu ignorieren. „Und gleichzeitig verhängt er gerade gegen uns immer neue – ich betone: unrechtmäßige – Sanktionen“, sagte er und wies seinem Land, das seit über vier Jahren einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, damit eine Opferrolle zu. (dpa)

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