Klimakrise in Europa: Macht kaputt, was euch die Zukunft nimmt
Das Katastrophenwetter ist direkte Folge eines Wirtschaftssystems, das ewig wachsen soll. Ein lebenswertes Morgen für alle geht nur mit Systemwandel.
I n Paris sind die Leichenhallen überfüllt wegen der vielen Hitzetoten, in Amsterdam hagelt es Golfball-große Eisbälle, in Leipzig schmelzen Tramtrassen und Ampeln weg. Während Rechte krampfhaft und wider aller Evidenz darauf beharren, dass es sich bei der jüngsten Hitzewelle nur um Spitzenwetter handelt, tritt immerhin bei anderen gerade das bittere Erwachen ein. Die Forschung hatte wirklich Recht und es trifft auch uns, die wir im Vergleich zum Rest der Welt so lange verschont blieben, und zwar jedes Jahr schlimmer.
„Bitte klebt euch wieder auf die Straße“ bettelt die Influencerin Roaya Soraya auf Instagram in Richtung Neue-, vormals Letzte Generation: „Ich war so sauer auf euch, aber ganz ehrlich, heute verstehe ich eure Mission.“ Guten Morgen.
Wenn auch enttäuschend spät, ist dieses Erwachen eine Chance. Nur nützt es wenig, wenn daraus nichts folgt als Forderungen nach klimafreundlichen Reformen eines Wirtschaftssystems, das für den Klimawandel verantwortlich ist. Auch dem letzten Grünen muss endlich klar werden: Der Kapitalismus, der kurzfristige Profitmaximierung über planetare und moralische Grenzen stellt, wird nicht den nötigen Wandel hervorbringen. Weil dieser Wandel nicht genug Rendite bringt.
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Selbst die wenigen und unzureichenden Klimamaßnahmen, die Reformer erreichen konnten, sind in den vergangenen Jahren dem Streben nach Wirtschaftswachstum zum Opfer gefallen. Und auch, wenn die Grünen wieder an die Macht kämen, würde das, was sie gegen die Industrie erreichen würden, nicht ausreichen, um das Ruder herumzureißen.
Diejenigen, die von diesem Wirtschaftssystem am meisten profitieren, können sich vor seinen Folgen am besten schützen – heute in klimatisierten Luxusanwesen, später in Hochsicherheits-Luxusbunkeranlagen. Deshalb lassen sie weiter ihre Autos, Panzer und KI-Datenzentren bauen, um noch das letzte bisschen Profit aus dem herauszuquetschen, was der Planet und seine lohnabhängigen Bewohner noch geben können.
Für uns anderen bleiben zwei Optionen: Hinnehmen, dass sie uns die Zukunft rauben oder das System kaputt machen, das es ihnen ermöglicht.
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