+++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Ukrainischer Oligarch durch Paketbombe in Monaco verletzt
In Monaco ist eine Bombe explodiert, mehrere Menschen wurden schwer verletzt. Die EU zahlt der Ukraine indes Milliarden Euro für Drohnenbeschaffung aus.
Explosion in Monaco: Derzeit keine Terror-Ermittlungen
Bei der Explosion in Monaco mit drei Schwerverletzten geht die Staatsanwaltschaft zunächst nicht von einem Terroranschlag aus. Es gebe zurzeit keine Hinweise für eine solche Einstufung, sagte der monegassische Staatsanwalt Stéphane Thibault. Ermittelt werde wegen versuchter Tötung und einer Sprengstoffstraftat, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault. Zur Identität der Opfer machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Nach Medienberichten in Monaco, Frankreich und der Ukraine soll es sich um den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew, seine Ehefrau und einen Sohn des Paares handeln.
Die Verletzten seien noch nicht verhört worden, sagte der Staatsanwalt. Die Frau schwebe weiterhin in Lebensgefahr, der Mann nicht mehr und auch das Kind nicht. Alle drei kamen in eine Klinik ins südfranzösische Nizza. Der Staatsanwalt sagte, dass der Mann seit spätestens 2021 in Monaco lebt und gegen ihn im Fürstentum keine Ermittlungen anhängig sind und dass er auch nicht von ausländischen Behörden gesucht wird.
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Am Montagabend hatte es am Eingang eines Wohngebäudes in Monaco eine heftige Explosion gegeben. Zuvor hatte ein Mann dort den Angaben nach ein Paket abgelegt. Der Verdächtige, der am Abend wohl zu Fuß vom Tatort geflohen war, sei noch nicht festgenommen worden. Man sei ihm aber auf der Spur, die Polizei versuche, seinen Weg nachzuzeichnen und ihn zu identifizieren.
Der Bauunternehmer war nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenseite Ukrainska Prawda 2023 wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Russland mit ukrainischen Sanktionen belegt worden. In einem Interview mit Forbes Ukraine erklärte der Unternehmer, er habe 2017 seine ukrainische Staatsbürgerschaft aufgegeben und sei zyprischer Staatsbürger. Monacos Staatsoberhaupt Fürst Albert II. sprach von einer „abscheulichen Tat“ und erklärte, sämtliche Sicherheitsbehörden des Landes seien mobilisiert worden. (ap/dpa)
Russische Behörden melden Abwehr von 419 ukrainischen Drohnen – Baby nahe Moskau getötet
Die russische Luftabwehr hat in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der Behörden landesweit mehr als 400 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Luftabwehrsysteme hätten im ganzen Land „419 ukrainische Festflügeldrohnen abgefangen und zerstört“, erklärte Russlands Verteidigungsministerium auf der staatlichen Online-Plattform Max. In der Region Moskau wurde den Behörden zufolge ein sechs Monate altes Baby bei den Angriffen getötet. Laut dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj attackierte die Ukraine wichtige Kommunikationsanlagen. Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, erklärte, dass die Luftabwehr in der Nacht 61 auf die Hauptstadt zusteuernde „feindliche Drohnen“ abgeschossen habe. An den betroffenen Orten gingen Trümmer nieder, die Helfer der Rettungsdienste waren im Einsatz.
Später teilte der Regionalgouverneur von Moskau, Andrej Worobjow, im Onlinekanal Telegram mit, dass Drohnen in dem Dorf Jegorjewsk südöstlich von Moskau ein „Privathaus“ getroffen hätten. „Leider ist ein sechs Monate altes Baby auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben“, schrieb er. Zudem seien zwei Erwachsene und ein weiteres Kind ins Krankenhaus gebracht worden. Selenskyj erklärte, seine Streitkräfte hätten zum zweiten Mal binnen einer Woche eine Satellitenkommunikationsanlage in der Region Moskau angegriffen. Dabei handelt es sich ihm zufolge um das Weltraumkommunikationszentrum Dubna. Diese „spezielle Einrichtung zur Satellitenkommunikation“ werde „insbesondere für die Aufklärung und die Koordinierung der Aktivitäten des russischen Besatzungskontingents in der Ukraine genutzt“. (afp)
Polen: keine Lieferung von MiG-29-Kampfjets an die Ukraine im Tausch gegen Drohnen
Warschau und Kyjiw haben sich polnischen Angaben zufolge nicht auf einen Tausch polnischer Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 gegen ukrainische Drohnentechnologien verständigen können. „Ich hatte einen sehr klaren Ansatz vorgeschlagen, der meiner Meinung nach auch sehr partnerschaftlich war: MiGs im Austausch gegen Drohnen“, sagte Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz am Montagabend im polnischen Privatsender Polsat News. Er machte Kyjiw für das Scheitern des Plans verantwortlich. Die Ukraine hätte seinem Vorschlag zugestimmt, ihn aber nicht umgesetzt, betonte Kosiniak-Kamysz. Es werde somit „keine MiGs für die Ukraine geben, da es keine Drohnen oder drohnenbezogene Fähigkeiten für Polen gibt“, fügte der Minister hinzu.
Polen hatte der Ukraine zu Beginn des russischen Angriffskriegs bereits eine große Anzahl seiner noch aus der Sowjetzeit stammenden Kampfflieger vom Typ MiG-29 zur Verfügung gestellt. Medienberichten zufolge verfügt das Land immer noch über etwa ein Dutzend solcher Flugzeuge. Zwischen den verbündeten Nachbarländern war es jüngst zu einem diplomatischen Eklat gekommen, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Armee-Einheit nach der berüchtigten Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) benannt hatte. Die 1942 gegründete UPA war im Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der heutigen Ukraine für Massaker an zehntausenden Polen verantwortlich. Selenskyj hatte mit dem Schritt in Polen Empörung ausgelöst. (afp)
EU zahlt Ukraine Milliarden für Drohnenbeschaffung aus
Die Ukraine erhält erste Gelder für die Drohnenbeschaffung aus dem 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehen der EU. Die Europäische Kommission beginne heute mit der Auszahlung von 3,9 Milliarden Euro, wie sie mitteilte. In einer ersten Tranche sollen insgesamt sechs Milliarden Euro für Drohnen nach Kyjiw fließen. Der Einsatz von Drohnen sei eine Schlüsselfähigkeit, die es der Ukraine ermögliche, dem Angriffskrieg Russlands standzuhalten. „Diese Investitionen werden der Ukraine helfen, ihre Bürger zu schützen, ihre Souveränität zu verteidigen und die Sicherheit Europas zu stärken“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Weitere Zahlungen sollen in den kommenden Tagen erfolgen. Das Geld soll die Beschaffung von Drohnen abdecken und sich gleichzeitig auf Munition, Flugkörper und Luftverteidigungssysteme erstrecken. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko bedankte sich bei der EU und allen Partnern für die „rechtzeitige Unterstützung“. „Sie hilft uns bei dringendem Verteidigungsbedarf, erweitert die Produktion ukrainischer Drohnen, stärkt unsere Rüstungsindustrie und gewährleistet wichtige Lieferungen an die Front“, schrieb sie auf dem Portal X. (dpa)
Russland will wegen Engpässen Treibstoff importieren
Angesichts von Versorgungsengpässen im Zuge ukrainischer Angriffe verhandelt Russland mit anderen Ländern über den Import von Treibstoff. Dies werde aber nur zu akzeptablen Preisen geschehen, teilt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit. Welche Staaten als Lieferanten infrage kommen, wollte er nicht sagen. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur im fünften Jahr des Krieges verstärkt. Dies führte in Russland, dem drittgrößten Ölproduzenten der Welt, zu weitreichenden Treibstoffengpässen und Preisanstiegen. (rtr)
Türkei: USA wollen nicht aus Nato austreten
Die USA wollen nach Einschätzung der Türkei die Nato nicht verlassen. Die Allianz befinde sich vielmehr in einem Prozess der Neuausrichtung auf eine sich verändernde Sicherheitslage, erklärte der türkische Verteidigungsminister Yasar Güler am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Nato bleibt eine einzigartige und grundlegende Plattform für die euro-atlantische Sicherheit und Verteidigung“, erklärte Güler schriftlich auf Anfrage vor dem Nato-Gipfel in der kommenden Woche in Ankara. Die aktuelle Phase sei keine Krise, sondern ein Anpassungsprozess an das veränderte Sicherheitsumfeld. Die Türkei ist am 7. und 8. Juli Gastgeber des Treffens, zu dem 32 Nato-Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter aus der Golfregion und dem Asien-Pazifik-Raum erwartet werden. (rtr)
Putins Superjacht an Dänemarks Küste gesichtet
Nach knapp vier Jahren ist die russische Luxusjacht „Graceful“ nach Angaben des dänischen Rundfunks (DR) erstmals wieder auf dem Radar aufgetaucht. Dabei soll es sich um das persönliche Schiff des russischen Präsidenten Wladimir Putin handeln. Nach Daten von „Marinetraffic.com“ fuhr das Schiff am Montag an der nördlichen Küste Dänemarks entlang. Laut DR wurde es ab Sonntagmorgen von zwei russischen Kriegsschiffen sowie abwechselnd von der dänischen Marine und der deutschen Küstenwache begleitet.
„Die Streitkräfte überwachen routinemäßig Schiffe, darunter auch ausländische Staatsschiffe, die die dänischen Meerengen und Hoheitsgewässer durchqueren, mit den dafür vorgesehenen Kapazitäten“, teilten die dänischen Streitkräfte dem Sender DR mit. Schon am Montagabend sendete die „Graceful“ allerdings laut „Marinetraffic.com“ kein Signal mehr. Dem dänischen Rundfunk zufolge hatte die Jacht ihren AIS-Sender zum Übertragen des Standorts im August 2022 – rund ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine – abgeschaltet. (dpa)
Nato-Abschreckung an der Ostflanke: neues Hauptquartier
Deutschland und die Niederlande stellen eine Woche vor dem Nato-Gipfel ein neues Hauptquartier für eine verstärkte Abschreckung an der Nato-Ostflanke auf. Das Deutsch-Niederländische Korps übernahm dazu mit seinem Stab die Führung über Landstreitkräfte des Bündnisses, die Estland und Lettland gegen Bedrohungen oder einen militärischen Angriff verteidigen sollen. „Dies zeigt: Wir sind bereit, größere Verantwortung für Europas Sicherheit zu übernehmen“, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Kommandoübergabe in der estnisch-lettischen Grenzstadt Valga. Das Korps stehe für militärische Integration in Europa. Er sprach von einer „Erfolgsgeschichte“ und sagte: „Das Korps ist ein Vorbild für die europäische Verteidigungszusammenarbeit und beweist, dass multinationale Integration uns stärker, leistungsfähiger und effektiver macht.“ (dpa)
Greenpeace: Schattenflotte fährt näher an Deutschland vorbei
Nach Angaben von Greenpeace sind mutmaßliche Schiffe der russischen Schattenflotte zuletzt dichter an der deutschen Ostseeküste entlanggefahren. Laut Auswertungen der Umweltschutzorganisation hielten die Schiffe in den zurückliegenden Monaten verstärkt Abstand von der schwedischen Küste. Schweden war zuletzt verstärkt gegen mutmaßliche Schattenflotten-Tanker vorgegangen und hatte Schiffe gestoppt. Der Analyse zufolge wählten zwischen dem 6. März und dem 16. Juni 42 von insgesamt 136 Tankern, die Greenpeace der Schattenflotte zurechnet, eine längere Route nahe Rügen entlang der deutschen Küste.
Im gleichen Vorjahreszeitraum sei es kein einziger gewesen. Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace, forderte erneut ein härteres Vorgehen Deutschlands gegen die Schattenflotte. „Die schwedische Regierung zeigt, wie man gegen falsch geflaggte und daher unversicherte Putin-Tanker vorgeht.“ Man habe regelmäßig deutschen Behörden Tanker gemeldet, die unter falscher Flagge fahren. Kontrollen seien aber ausgeblieben. Laut Greenpeace drangen rund 30 Tanker auch in die 12-Meilen-Zone ein, also in das deutsche Küstenmeer. (dpa)
Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen im Donezker Gebiet
Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Bei dem Angriff auf Starobeschewe seien zwei weitere Zivilisten verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Chef des Donezker Gebiets, Denis Puschilin, bei Telegram mit. Die Siedlung Starobeschewe ist etwas mehr als 90 Kilometer von der russisch-ukrainischen Frontlinie entfernt. Infolge von Drohnenattacken an anderen Orten der Region seien zudem mindestens elf Menschen verletzt worden. Diese Informationen sind nicht unabhängig überprüfbar. Die Ukraine wehrt sich seit etwas mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Rund 80 Prozent des Donezker Gebiets stehen unter russischer Kontrolle. (dpa)
Frankreich setzt gestoppten russischen Tanker fest
Die französische Justiz ordnet das Festhalten eines Öltankers an, der mutmaßlich zur russischen Schattenflotte zur Umgehung westlicher Sanktionen gehört. Der Kapitän sei aus Polizeigewahrsam freigelassen worden, teilt die Staatsanwaltschaft in Marseille mit. Der Tanker war am 23. Juni vor Sizilien gestoppt worden. Er kam aus dem russischen Primorsk, trägt die Flagge Kameruns und wird von französischen Behörden verdächtigt, eine falsche Flagge zu nutzen. Er liegt mit 25 Besatzungsmitgliedern vor Marseille vor Anker. (rtr)
Frau stirbt nach russischem Gleitbombenangriff in Charkiw
In der ostukrainischen Großstadt Charkiw ist eine 23-jährige Frau durch einen russischen Gleitbombenangriff getötet worden. Weitere zwölf Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Eine der Verletzten sei in „sehr schwerem Zustand“ in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Bombe sei zentrumsnah eingeschlagen. Es habe starke Schäden an Geschäftsgebäuden, Unternehmen und anderer Infrastruktur gegeben. Charkiw ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)
Ukraine meldet mindestens zwölf Tote bei russischen Angriffen
Russischer Beschuss hat nach ukrainischen Angaben mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Mindestens 40 weitere Menschen wurden nach Angaben der örtlichen Behörden verletzt. In Dnipro seien bei einem Raketenangriff fünf Menschen getötet und 29 weitere verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Olexander Hanscha am Montag mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, bei einem Drohnenangriff auf einen Bus in der gleichnamigen Hauptstadt der Region Saporischschja seien drei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden, darunter ein Kind.
Die Polizei in der nordöstlichen Region Sumy teilte mit, dort seien eine 69-jährige Frau und ein 77 Jahre alter Mann einem russischen Drohnenangriff zum Opfer gefallen. Der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt des Landes, Charkiw, berichtete von einem Toten bei einem russischen Angriff. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Ihor Terechow. Nach Angaben der ukrainischen Behörden gab es mindestens einen weiteren tödlichen Angriff. In acht ukrainischen Regionen waren am Montag nach russischen Angriffen einige Kunden ohne Strom, wie die Behörden mitteilten. Wegen der Sommerhitze nutzen viele Menschen ihre Klimaanlagen, was den Stromverbrauch in die Höhe trieb. (ap)
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