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USA feiern 250 Jahre UnabhängigkeitTrump will USA gegen Kommunisten verteidigen

Unterbrochen von Hitze und Unwetter feiert US-Präsident Donald Trump in Washington das 250-jährige Bestehen der USA – und natürlich sich selbst.

Aus Washington

Hansjürgen Mai

Es sollte eines der größten Feste in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden. Doch eine erdrückende Hitzewelle, die politische Spaltung im Land und ein starkes Unwetter haben die geplanten Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA in Washington am Samstag durcheinander geworfen. US-Präsident Donald Trump blickte in seiner verspäteten Ansprache auf die Geschichte des Landes zurück, warb für sein Wahlreformgesetz und warnte vor Kommunismus.

„Wir werden immer ganz oben stehen. Wir werden niemals zulassen, dass unser Land zu Fall kommt. Wir werden immer die Besten sein“, sagte Trump, dessen Rede aufgrund der Wetter-Verzögerungen erst um kurz nach 23 Uhr Ortszeit begann.

Die US-Hauptstadt wollte sich an diesem speziellen Jahrestag von ihrer besten Seite zeigen. Die Stadt schimmerte deshalb auch in Rot, Weiß und Blau. Die Nationalfarben haben das Straßenbild in den vergangenen Wochen und Monaten geprägt. Mit den Planungen für die 250-Jahr-Feier wurde bereits vor über zehn Jahren begonnen, doch die Auswirkungen wurden erst in diesem Jahr sichtbar.

Festivitäten waren im gesamten Land geplant, doch natürlich sollte Washington die Hauptrolle spielen. Eine große Parade und Dutzende Flyovers der US-Luftwaffe sollten für Unterhaltung sorgen. Das Abendprogramm bestand aus musikalischen Einlagen, Trumps Rede und einem ausgeweiteten Feuerwerk.

Rassisten-Truppe sorgt für Schlagzeilen

Am Ende sorgten eine Unwetterwarnung am Abend und eine Hitzewelle, die seit Tagen Regionen im Osten der USA stark zusetzt, dafür, dass die Erwartungen nicht ganz erfüllt werden konnten.

Im Vorfeld mussten aufgrund der Hitze bereits Anpassungen vorgenommen werden, um sicherzugehen, dass die erwarteten Besuchermassen, die Gelegenheiten haben, sich abzukühlen. Die Parade wurde kurz bei erwarteten 40 Grad Celsius kurzfristig am Freitagabend abgesagt.

Trotzdem strömten am Tag bereits Tausende auf die National Mall, deutlich mehr als an den Vortagen, an denen das Fest praktisch menschenleer geblieben war, um dort bei der Great American State Fair und dem offiziellen Fifa-Fanfest zur Fußballweltmeisterschaft den Feiertag zu verbringen.

Für Negativschlagzeilen sorgte ein Aufmarsch einer White-Supremacy-Gruppierung, die vermummt mit Maske und Sonnenbrillen durch die US-Hauptstadt lief. Knapp 400 Mitglieder der Patriot Front sollen die Aufmerksamkeit herum um die Feierlichkeiten zur Propaganda ihrer rechten Ideologie genützt haben. Die Website dieser Gruppierung ruft weiße US-Amerikaner europäischer Abstammung dazu auf, ihr „Recht auf kulturelle Unabhängigkeit“ geltend zu machen.

Wahlkampfrede mit einer Note US-Geschichte

Trotz des rassistischen Aufmarsches blieb es ruhig in der Stadt. Viele Menschen versuchten sich in Museen oder Cafés abzukühlen. Am späten Abend folgte dann große Aufregung. Eine Sturmwarnung des US-Wetterdienstes sorgte für eine Evakuaierung der National Mall gegen 19 Uhr.

Die Menschen mussten sich in Sicherheit begeben. Erst mehr als zwei Stunden später wurden die Tore der Veranstaltung, die den Namen „Salute to America“ trug, wiedereröffnet. Längst nicht alle Besucher kamen zurück.

Als Trump um kurz nach 23 Uhr die Bühne betrat, hatte es endlich aufgehört zu regnen. Im Gegensatz zu anderen Präsidenten nützte Trump den Unabhängigkeitstag nicht dazu, für mehr Einheit im Land zu plädieren. Trump stattdessen lobte seine eigenen Verdienste und hielt eine Wahlkampfrede mit einer Note US-amerikanischer Geschichte.

„Von 1776 bis heute hat die amerikanische Flagge überall geweht und war ein Symbol für Stärke, Rechtschaffenheit und Hoffnung – denn genau das sind die Amerikaner“, sagte Trump.

Back to the fifties: Trump warnt vor dem Kommunismus

Er behauptete, dass es den USA jetzt besser gehe „als je zuvor“. In seiner Rede würdigte er die Errungenschaften der Amerikaner in den Bereichen Technologie und Weltraumforschung. Zeitweise wurde er dabei auf der Bühne von den vier Nasa-Astronauten begleitet, die die Besatzung der jüngsten Mondmission Artemis II bildeten.

Wie schon am Vortag in South Dakota sprach Trump über Kommunismus. Der habe in den USA nichts verloren. Die jüngsten Attacken gegen den Kommunismus kommen, nachdem Kandidaten der Demokratischen Sozialisten mehrere Vorwahlen gewinnen konnten.

„Unsere Kämpfer haben nicht auf Schlachtfeldern in aller Welt gegen den Kommunismus gekämpft, nur damit dieses Unheil ausgerechnet hier in Amerika wieder sein hässliches Gesicht zeigt“, sagte Trump.

Das abschließende Feuerwerk war mit seinen 850.000 Pyrokörpern ein Spektakel. Aber da es erst um kurz vor Mitternacht losging, dürften viele Feiernde bereits im Bett gelegen haben.

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