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Korruptionsvorwürfe gegen Nigel FarageSteht der Reform-UK-Chef vor dem Absturz?

Nigel Farage soll hohe Zahlungen aus verschiedenen Quellen angenommen haben. Daran sei nichts politisch, alles nur privat von Freunden, sagt er.

Offiziell hätte er nichts falsch gemacht, alles, worüber man spreche, seien persönliche Geldgeschenke von Freunden für seinen persönlichen Gebrauch gewesen, bevor er Unterhausabgeordneter des südostenglischen Wahlkreises Clacton wurde. Ungefähr das hat der Parteichef der britischen rechten Partei Reform UK, Nigel Farage, in den letzten Tagen immer und immer wieder wiederholt.

Seit dem 13. Mai läuft bei der Überprüfungsstelle für parlamentarische Standards, einer Einrichtung des britischen Parlaments, eine Untersuchung gegen den bekannten Brexitverfechter, ausgerechnet in der Zeit des 10. Jahrestags des Referendum-Jubiläums.

Untersucht wird bisher, ob ein Betrag in Höhe von umgerechnet 5,85 Millionen Euro, die Farage vom in Thailand lebenden Kryptowährungsmillionär Christopher Harborne Anfang 2024 erhalten hatte, dem Parlament gegenüber hätte deklariert werden müssen. Laut Farage war es das persönliche Geschenk eines Freundes in Anerkennung für seinen historischen Brexit-Einsatz. Er habe das Geld für seine persönliche Sicherheit verwendet.

Laut den Parlamentsstandards müssen Abgeordnete alle finanziellen Interessen und Vergütungen aus dem Jahr vor Eintritt ins Unterhaus offenlegen, mit Ausnahme von Geschenken von Familie und Freunden für persönliche Zwecke. Genau Letzteres behauptet Farage – ob dem so ist, wird nun geprüft.

Hohe Internetwetten in Kryptowährung

Doch am Sonntag verdoppelten sich Farages Probleme. Ein Exposé des investigativen Teams der britischen Zeitung Sunday Times berichtet von Beträgen, die Farage vom 32 Jahre alten Aristokraten George Cottrell erhalten haben soll. Der ist seit dem Brexit-Referendum ein enger Vertrauter Farages und fast überall mit dabei. Cottrells Mutter war kurz die Freundin des heutigen Königs Charles, sein Vater Mark besuchte das schottische Internat Gordonstoun gemeinsam mit dem Königsbruder Andrew.

Cottrell experimentierte laut Sunday Times mit Kryptowährung und dem Darknet und verspielt oft Summen in Wetten. Bei einem gemeinsamen Besuch einer Trump-Wahlveranstaltung mit Farage in den USA wurde Corttell im Juli 2016 von den dortigen Behörden festgenommen und von einem Gericht 2017 wegen Geldwäsche für den Drogenhandel verurteilt.

Aufgrund eines Deals mit der Staatsanwaltschaft wurde jedoch der Umfang seiner Strafe im Gegenzug zu einem Schuldeingeständnis auf nur acht Monate verkürzt. Nach seiner Freilassung soll Cottrell laut Sunday Times mit der Offshore-Wettplattform Tether.bet verbunden gewesen sein. Bei dem Unternehmen wiederum soll auch Christopher Harborne einige Anteile haben. Cottrell behauptet, er sei lediglich Kunde der Plattform gewesen.

Die Sunday Times behauptet, dass Farage von Cottrell kostenlose Dienste erhalten haben soll, darunter auch die Unterkunft in einem Haus Cortells in London in den zwölf Monaten, bevor Farage Unterhausabgeordneter wurde. Dazu hatte Farage gegenüber dem Parlament keinerlei Angaben gemacht.

Farages Angaben nach sei er zu diesem Zeitpunkt kein politischer Vertreter eines Wahlkreises gewesen und die Dienste eines Freundes hätten ihm persönlich und zu nicht politischen Zwecken gegolten. Nur zwei von Cottrell gesponserte Reisen im Wert von knapp 30.000 Euro wurden deklariert.

Sollte die Überprüfungsstelle nach Abschluss ihrer Untersuchungen anderer Meinung sein, könnte Farage strafsuspendiert werden, was wiederum zu einer Nachwahl führen könnte. Ob und wie stark die Affären Farages Image als Anwalt der kleinen Leute gegen die Finanz- und Regierungseliten schaden, dürfte sich zuerst bei der Manchester Bürgermeisterwahl am 30. Juli zeigen. Noch liegt Farages Partei in den Meinungsumfragen knapp vorne.

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