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Gewalttat an Gymnasium in SchongauSocial Media allein ist nicht das Problem

Gastkommentar von

Alex Liefermann

Und wieder hat es eine Gewalttat an einer Schule gegeben. Was es braucht, ist mehr Prävention und Sozialarbeit – für die Sicherheit der Kinder.

U nd wieder erschüttert eine Gewalttat an einer Schule Deutschland, diesmal in Schongau in Oberbayern. Wieder sind Schüler*innen, Lehrkräfte und Familien aus ihrem Alltag gerissen worden. Während die Hintergründe aufgeklärt werden, bleiben Fassungslosigkeit und die Frage: Wie konnte es wieder so weit kommen?

Nach jeder Tat beginnt dieselbe Debatte: Internet, soziale Medien, Gewaltspiele, Eltern, Schule – wer trägt die Schuld? Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt fast nie nur eine Ursache. Häufig wirken psychische Krisen, Einsamkeit, Mobbing, familiäre Konflikte und sozialer Rückzug zusammen. Digitale Räume können das verstärken, wenn Gewalt verherrlicht oder extreme Inhalte ständig wiederholt werden.

Alex​ Liefermann​

ist freier Autor und beschäftigt sich vor allem mit Familie, Bildung, Erziehung und gesellschaftlichem Wandel

Das bedeutet nicht, dass psychische Erkrankungen oder soziale Medien Menschen zu Tätern machen. Die meisten Betroffenen werden niemals gewalttätig. Doch wenn Warnzeichen übersehen werden und Hilfsangebote ausbleiben, können Krisen eskalieren. Cybermobbing verschärft die Lage zusätzlich. Für manche Kinder endet Ausgrenzung nicht mehr am Schultor, sondern begleitet sie bis nach Hause. Deshalb müssen Warnsignale früh erkannt werden. Schulen brauchen Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und funktionierende Krisenteams. Eltern müssen zuhören, Interesse zeigen und mit ihren Kindern im Gespräch bleiben.

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Vielleicht fragen wir zu oft: Warum? Wichtiger ist: Was können wir heute tun, damit aus Einsamkeit wieder Gemeinschaft wird? Die Sicherheit unserer Kinder beginnt nicht erst am Schultor. Sie beginnt mit Aufmerksamkeit, Verantwortung und dem Mut, früh zu handeln. Denn jedes Kind, das rechtzeitig Hilfe erhält, ist nicht nur ein gerettetes Schicksal, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Hinschauen wirkt.

Politik darf sich nach jeder Tragödie nicht nur auf Aufklärung beschränken. Mehr Prävention, bessere Unterstützung für Familien, konsequente Mobbingprävention und eine enge Zusammenarbeit von Schulen, Jugendhilfe und Polizei sind Investitionen in die Sicherheit unserer Kinder.

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