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Irans Ex-Präsident AhmadinedschadVom Leugnen des Holocaust zur Kooperation mit Israel

Israel wollte offenbar den iranischen Ex-Präsidenten Ahmadinedschad für einen Regimewechsel aufbauen. Nun befindet sich dieser in Iran in Haft.

Seit Februar, als die US-amerikanischen und israelischen Luftschläge gegen Iran begannen, fehlte vom ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad jede Spur. Die Angriffe töteten unter anderem hochrangige Regimevertreter wie Ali Chamenei, den zweiten obersten Führer des iranischen Regimes.

Auch das Haus des ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Teheran wurde bombardiert, drei seiner Leibwächter kamen ums Leben, wo er jedoch war, blieb ein Rätsel. Erst am 4. Juli tauchte er überraschend bei Chameneis Trauerprozession in Teheran wieder auf; flankiert von Sicherheitskräften, die den iranischen Sicherheitsdiensten verdächtig ähnlich sahen.

Wie Re­gie­rungs­ver­tre­te­r:in­nen aus Teheran und Washington gegenüber der New York Times erklärten, sei unmittelbar nach dem Angriff auf Ahmadinedschads Anwesen unbemerkt ein schwarzer Peugeot vorgefahren. Dieser soll von Mossad-Agent:innen gesteuert worden sein, die den Ex-Präsidenten in ein geheimes sicheres Versteck innerhalb Irans gebracht haben sollen.

Allerdings, so In­si­de­r:in­nen weiter, sei Ahmadinedschad über diese Rettungsaktion verärgert gewesen, und habe schließlich das sichere Versteck unter vagen Umständen verlassen. Die New York Times zitiert vier hochrangige iranische Regierungsvertreter:innen, denen zufolge sich Ahmadinedschad im Gewahrsam des Geheimdienstes der Revolutionsgarden (IRGC) unter Hausarrest befinde, nachdem Teheran das Ausmaß seiner Verbindungen zu Israel aufgedeckt habe.

Die Anfänge der Mossad-Verbindung

Iranische Re­gie­rungs­ver­tre­te­r:in­nen sprechen von ersten Kontakten während einer Reise Ahmadinedschads nach Guatemala im Jahr 2023. Der eigentliche Wendepunkt der Annäherung lag jedoch im Jahr 2024. Damals wies ein hochrangiger Mitarbeiter der Orbán-Regierung den Rektor der Ludovika-Universität in Budapest an, eine Klimakonferenz zu organisieren und Ahmadinedschad dazu einzuladen.

Diese Reise sowie ein weiterer Besuch im Folgejahr waren wohl Teil einer jahrelangen israelischen Strategie, den Ex-Präsidenten als Geheimdienst-Asset heranzuziehen, um ihn im entscheidenden Moment als neuen Führer Irans zu installieren. Das Vorhaben hatte für Israel höchste Priorität: Der damalige Mossad-Chef David Barnea soll 2024 persönlich nach Budapest gereist sein, um Ahmadinedschad zu treffen.Mahmud Ahmadinedschad regierte Iran von 2005 bis 2013. Damals war er eng mit Chamenei und den Hardlinern im Sicherheitsapparat verbunden; unter seiner Präsidentschaft wurden Medien, Studierende sowie Minderheiten massiv unterdrückt. Auch bei der Niederschlagung der Massenproteste nach der umstrittenen Präsidentenwahl 2009 spielte er eine Schlüsselrolle. International inszenierte er sich im schlichten khakifarbenen Windbreaker, leugnete den Holocaust und predigte die Vernichtung Israels. Doch wie viele seiner Vorgänger überwarf er sich in seinen letzten Amtsjahren mit dem Revolutionsführer.

Nach seinem Ausscheiden versuchte Ahmadinedschad, sich als populistische Oppositionsfigur neu zu erfinden. Er prangerte die Korruption der Elite an, wurde jedoch bei späteren Präsidentschaftswahlen systematisch disqualifiziert. Dennoch behielt er seinen Sitz im Schlichtungsrat, einem wichtigen Beratungsgremium des Führers.

Mit der Zeit veränderte sich auch sein Auftreten: Die khakifarbene Jacke wich maßgeschneiderten Anzügen und er unterzog sich kosmetischen Eingriffen im Gesicht. Er bemühte sich um ein gemäßigtes politisches Image.

Normalisierung mit Israel geplant

Eine Vertrauensperson aus Ahmadinedschads engstem Kreis erklärte gegenüber der New York Times anonym, dass der Ex-Präsident nach seiner politischen Kaltstellung tief enttäuscht vom System des iranischen Regimes gewesen sei. Er habe die Sorge geäußert, dass die USA und Israel im Falle eines Regimewechsels eine Exil-Figur wählen könnten, die das Land nicht kenne, was Iran destabilisieren würde.

Er selbst sah sich in der Rolle eines Reformers nach dem Vorbild des ehemaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin. Sollte er an die Macht kommen, so soll er gesagt haben, würde Iran Israel anerkennen und die Beziehungen im Rahmen der „Abraham-Abkommen“ normalisieren.

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