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Das WM-Tagebuch des Fifa-PräsidentenFinale Gedanken vor dem Finale

Gianni Infantino ist schon vor dem WM-Finale einfach nur dankbar dafür, was er für den Fußball getan hat. Auch Donald Trump wird von ihm gelobt.

H eute endet für mich eine großartige Reise. Vor dem Endspiel am Abend, von dem man schon vor dem Anpfiff sagen kann, dass es das beste aller Zeiten gewesen sein wird, greife ich das letzte Mal zum Griffel, um ein paar Zeilen in mein Turniertagebuch zu notieren. Ich bin in diesen Stunden von dem Turnier der vielleicht dankbarste Mensch in diesem Universum.

Ich durfte in den vergangenen Wochen miterleben, wie aus unseren ehrgeizigen Plänen Realität wurde. Wie aus einem Fußballturnier ein Event der Rekorde geworden ist. Dass auch ich selbst für den einen oder anderen Eintrag in die Rekordbücher des Fußballs sorgen durfte, erfüllt mich bei aller gebotenen Bescheidenheit durchaus mit Stolz.

Noch nie hat ein Fifa-Präsident während eines Turniers so viele Meilen mit einem Flugzeug zurückgelegt wie ich. Fast 100.000 Kilometer habe ich mit dem Flugzeug überbrückt, um dem Fußball an jedem Turniertag so nahe sein zu können wie möglich. 43 Spiele habe ich in 16 WM-Stadien besucht. 13 Mal ist es mir gelungen, am selben Tag zwei Spiele zu besuchen. Auch wenn es niemanden gibt, der auch nur annähernd auf diese Zahlen kommt, käme es mir nie in den Sinn, dafür einen Preis einzufordern. Solche sind bei der Fifa für die Menschen reserviert, die näher am Fußball sind, als es der Präsident eines Verbandes sein kann.

Fast ein Portrait

Bild: Rattelschneck

Giannis geheimes Tagebuch

Gianni Infantino ist immer am Ball. Überall. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA natürlich erst recht. Da kommt niemand mehr hinterher. Außer der Fifa-Präsident selbst. Vielleicht. Die taz hat Zugang gefunden zu seinem geheimen Tagebuch. Alle Tagebucheinträge finden Sie hier.

Mein Freund Donald Trump, den ich vor dem Finale in New York noch einmal treffen durfte, ist einer dieser Fußballmenschen, den wir mit einem Preis auszeichnen durften. Haben Sie mitbekommen, wie er das Halbfinale Englands gegen Argentinien analysiert hat? Ich war jedenfalls begeistert über die Fragen, die er zu diesem Spiel hatte, in der er seinen Golfpartner Harry Kane plötzlich in der Rolle eines Verteidigers gesehen hat. Hätte ich bei einer TV-Anstalt das sagen, ich würde alles dafür unternehmen, Donald Trump bei der nächsten Weltmeisterschaft ans Expertenmikrofon zu bekommen.

So ungerecht es Donald auch empfinden mag, dass man ihm den Wahlsieg 2021, wie er es sagt, gestohlen hat, so froh bin ich doch nun, an seiner Seite die WM erleben zu dürfen. Hätte er seine zweite Amtszeit direkt im Anschluss an seine erste antreten dürfen, ich wäre ihm vielleicht nie so nahegekommen. Nun, es ist anders gekommen. Und wir haben das Beste daraus gemacht. Heute weiß Donald Trump, dass ich abheben werde, wann immer er zum Telefonhörer greift, um mich anzurufen. Ich finde, das ist eines der größten Geschenke, die ich mitnehmen kann von dieser WM. Auch dafür bin ich dankbar.

Es ist der Kontakt zu den wichtigsten Menschen der Erde, der den Fußball am Ende besser macht. Und genau das ist uns gelungen. 15 Milliarden US-Dollar werden wir am Ende mit der WM umgesetzt haben. Ich finde, das sagt alles: Nie war der Fußball besser.

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Gianni Infantino

Gianni Infantino Fifa-Präsident

In meinem Tagebuch beschäftige ich mich hauptsächlich mit mir selbst. Es geht aber auch um meine Rolle im Fußball und mein Verhältnis zu den anderen Mächtigen in der Welt.
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