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Neue EU-VorschriftGroße Firmen dürfen unverkaufte Mode nicht mehr wegwerfen

Unverkaufte Kleidung landet oft im Müll – dies wird nun großen Unternehmen verboten. Auch auf die Verbraucher wirken sich die Änderungen aus.

dpa | Große Unternehmen in der Europäischen Union dürfen unverkaufte Kleidung und Schuhe künftig nicht mehr vernichten. Eine entsprechende EU-Vorschrift gilt seit Sonntag und soll dafür sorgen, dass betroffene Firmen ihre Waren etwa erneut verkaufen oder spenden, anstatt sie wegzuwerfen. Bisweilen gilt die Entsorgung als günstiger, als Produkte zu lagern, aufzubereiten oder wieder zum Verkauf anzubieten.

Ausnahmen gelten aber unter anderem für den Fall, dass die Ware gefährlich, beschädigt oder verschmutzt ist, nicht wiederverwendet oder -aufbereitet werden kann. Auch was mehreren sozialwirtschaftlichen Einrichtungen mit Sitz in der EU als Spende angeboten, aber nicht innerhalb einer Frist angenommen wurde, darf vernichtet werden.

Laut Handelsverband Deutschland (HDE) könnte das Verbot Vorteile für Verbraucher mit sich bringen: So könnte laut Hauptgeschäftsführer Stefan Genth das Angebot an reduzierter Ware steigen, etwa über Outlets, Restpostenmärkte oder Second-Hand-Kanäle. Außerdem sieht er mögliche ökologische Vorteile, „da weniger neuwertige Kleidung vernichtet wird und Produkte häufiger weiterverkauft oder gespendet werden“.

Der Handel werde jedoch vor Herausforderungen gestellt, sagt Genth: „Nicht alle unverkauften Waren lassen sich ohne Weiteres erneut verkaufen oder spenden.“ Gründe könnten etwa beschädigte Verpackungen, hohe Logistikkosten, fehlende Nachfrage oder geringe Warenwerte sein. Für Händler entstünden zusätzliche Kosten für Lagerung, Sortierung, Aufbereitung und Weitervermarktung. Hinzu kämen Dokumentationsauflagen, rechtliche Unsicherheiten und praktische Hürden bei Spenden oder Secondhand.

Umweltschützer fordern Kontrollen

Moritz Jäger-Roschko von Greenpeace bezeichnet das Verbot zwar als richtig, sieht jedoch Schlupflöcher für Konzerne. „Unternehmen können die Regeln leicht umgehen, etwa durch Falschdeklaration von Produkten. Ohne konsequente Kontrollen wird sich in der Praxis nichts ändern.“ Das eigentliche Problem – Fast Fashion – bleibe vom Gesetz unberührt.

Angaben der EU-Kommission zufolge werden in Europa jährlich vier bis neun Prozent der unverkauften Textilien zerstört, bevor sie überhaupt getragen wurden. Diese Abfälle verursachten rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen.

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2 Kommentare

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  • Viel wichtiger als die Verwertungspflicht der zu vielen Textilien wäre es, die Zulassung von Textilien auf Naturprodukte wie Wolle oder Baumwolle zu beschränken und sämtliche Synthetikprodukte nicht mehr für den Handel zuzulassen. Inzwischen sind selbst 'Marken' wie Adidas oder fast alle z.B. von Tchibo vertriebenen Textilien nur noch Kunstfasern oder -noch schwieriger verwertbar- gemischt.

  • Das war schon lange überfällig, dieser kranke Konsum mit seinen üblen Nebenwirkungen. Da ist die Vernichtung von einwandfreien, fehlerfreien unter maschinellen und menschlichen Einsatz gefertigten Produkte, von dem Ressourcenverbrauch, menschlichen Leid und Umweltverschmutzung die bei der Produktion von billig Produkten entstehen nicht zu reden, bei diesen Produkten ist es günstiger diese zu vernichten als diese zu erhalten und an den Mann oder Frau zu bringen, kranker kann ein System sein Gesicht nicht zeigen! Zum Glück hat sich jetzt die Intelligenz und die Vernunft durch gesetzt, gegenüber der kranken Praxis der unnötigen gleichgültigen Vernichtung von einwandfreien Produkten ( Werte ). Natürlich durften die Schlupflöcher für die Konzerne nicht fehlen, das führt wieder alles ad absurdum, was für ein kranker Mist!