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Gewalttat in StadeTäter von Stade begeht Suizid

Der Mann, der in Stade sechs So­zi­al­ar­bei­te­r*in­nen in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschoss, ist tot in seiner Zelle aufgefunden worden.

Nadine Conti

Aus Hannover

Nadine Conti

Der Täter von Stade ist tot. Das teilte das niedersächsische Justizministerium am Dienstagmittag mit. Der Pressemitteilung zufolge wurde er morgens um 6 Uhr bei der üblichen Lebendkontrolle in seiner Einzelzelle tot aufgefunden. Sein Körper sei da schon erkaltet gewesen, ein Notarzt habe den Tod durch Strangulation festgestellt. Die Ermittlung der genauen Umstände laufe noch, bisher gäbe es aber keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Der 45-Jährige saß in der JVA Bremerförde in Untersuchungshaft, weil er dringend tatverdächtig war, Ende Juni sechs Mit­ar­bei­te­r*in­nen bei einem geplanten Hilfeplangespräch in einem Mutter-Kind-Heim in Stade erschossen zu haben. Bei dem Gespräch sollte es um den zukünftigen Umgang mit seiner drei Monate alten Tochter gehen. Das Baby war vom Jugendamt in Obhut genommen worden, weil der Verdacht bestand, dass es geschüttelt worden war.

Bei dem Termin starben vier Frauen und zwei Männer. Es handelte sich um drei Mitarbeitende der Einrichtung und drei Mitarbeitende des Jugendamtes der Region Hannover, aus der die Familie stammt. Die 34-jährige Mutter des Kindes soll der mutmaßliche Täter vorher aus dem Raum geschickt haben.

Flucht mit der Patentante

Danach flüchtete er gemeinsam mit einer 65-Jährigen, die sich selbst als Patentante des Kindes bezeichnet hat. Sie hatte sich zuvor wegen des anhaltenden Sorgerechtsstreits an die Presse gewandt und in langen, detaillierten Schreiben erklärt, der Familie sei Unrecht geschehen. Für Schlagzeilen hatte dabei auch gesorgt, dass es sich bei dieser Frau um die Schwiegermutter des niedersächsischen Landesbauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, handelt.

Das Ermittlungsverfahren wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Stade trotzdem zunächst fortgesetzt. Zwar kann gegen Tote keine Anklage erhoben werden, man arbeite aber nach wie vor daran, den Tathergang aufzuklären und eventuelle Tatbeteiligungen Dritter zu ermitteln, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Das betrifft auch die beiden Frauen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Haupttäters.

Das Ermittlungsverfahren wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Stade trotzdem zunächst fortgesetzt.

Dessen Vorgeschichte hatte einige Fragen aufgeworfen. Der Mann wurde zwar in Goslar geboren, war aber türkischer Staatsbürger. Medienberichten zufolge soll auch in der Türkei schon einmal wegen des Missbrauchs einer Tochter aus einer früheren Ehe gegen ihn ermittelt worden sein, er soll dort außerdem mit einem Haftbefehl gesucht worden sein. Bevor er in der Region Hannover ansässig wurde, habe er sich zudem in einer ganzen Reihe anderer Länder aufgehalten, berichtet unter anderem der Spiegel.

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