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Leihmutter über ihre Erfahrungen„Ich fühlte mich nie wie ‚nur ein Gefäß‘“

Sie wollte anderen helfen, sagt eine Leihmutter aus den USA. Die Leihmutterschaft habe ihr ihre Identität nicht genommen – im Gegenteil, es habe sie gestärkt.

Nicole Smith ist die Leihmutter des zweiten Kinds von Max Becker und seinem Mann. Ein Interview mit ihm finden Sie hier. Auch Smith heißt eigentlich anders. Ein Protokoll.

„Ich bin Leihmutter geworden, weil ich so Leuten dabei helfen konnte, Eltern zu werden. Für mich ging es nie darum, „ein Baby wegzugeben“. Es ging darum, einer Familie zu helfen. Als Mutter weiß ich, wie bedeutsam diese Verbindung ist. Und anderen diese Erfahrung ermöglichen zu können, war eine der größten Ehren meines Lebens.

Ich verstehe die Bedenken anderer, vor allem wenn sie nur von solchen Fällen gehört haben, in denen Frauen ausgebeutet oder unter Druck gesetzt wurden. So was darf niemals vorkommen, und wir müssen auf solche Fälle aufmerksam machen.

Ich fühle mich wertgeschätzt

Meine Erfahrung war jedoch eine andere: Ich war eine mündige Erwachsene, die diesen Weg freiwillig gewählt hat. Ich hatte Rechtsbeistand, medizinische Versorgung, psychologische Betreuung und konnte immer Entscheidungen treffen. Ich fühlte mich nie wie ‚nur ein Gefäß‘. Ich fühlte mich von den Wunscheltern, meiner Agentur und den Ärzten respektiert, wertgeschätzt und gut betreut.

Die Leihmutterschaft hat mir meine Identität nicht genommen – im Gegenteil, sie hat sie gestärkt. Leihmutterschaft muss immer die Gesundheit, Würde, Autonomie und Einwilligung der Leihmutter in den Vordergrund stellen. Wenn all das gewährleistet ist, kann es für alle Beteiligten eine zutiefst bereichernde Erfahrung sein.“

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6 Kommentare

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  • "Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten." Dieser Satz von Lessing ist noch genauso aktuell wie damals und immer.

  • Eine aus einer altruistischen Motivation her angebotenen Leihmutterschaft ist schon sehr beeindruckend. Ein Baby in sich heranwachsen zu erleben, es dann zu gebären und es anschließend wegzugeben muss wohl zu den bewegendsten Erlebnissen gehören, die einem passieren können. Darum kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es weit häufiger um Geld als um altruistische Motive geht, was legitim ist. Bleibt aber zu hoffen, dass der Großteil der Leihmütter die Entscheidung zur Leihmutterschaft nicht nachträglich bereut. Und dass nicht im Hintergrund ein Zuhälter der Leihmutter das Geld wieder abnimmt.

  • Herzlichen Dank an die taz, dass Ihr all die differenzierten Beiträge zu diesem Thema veröffentlicht!

  • taz: *„Ich bin Leihmutter geworden, weil ich so Leuten dabei helfen konnte, Eltern zu werden ...*

    Schade, dass die taz weiterhin für das Ausbeutersystem "Leihmutter" Werbung macht.

    Der Preis für eine Leihmutterschaft (z.B. USA) liegt zwischen 100.000 und 200.000 US-Dollar. Diese Kosten umfassen Agenturgebühren, Leihmutterentschädigungen und -kosten, Rechtskosten und medizinische Kosten in einer Fruchtbarkeitsklinik. Das ist ein reines Geschäft; und zwar ein Geschäft auf Kosten der Leihmutter, denn die bekommt von den max. 200.000 US-Dollar nur einen Bruchteil plus einen seelischen Schaden.

    In Ländern wie der Ukraine (die rund ein Viertel des weltweiten Leihmutter-"Marktes" ausmacht) oder historisch in Indien ist die finanzielle Kompensation für Frauen der Hauptantrieb.

    Auf Deutsch: ARMUT.

    Die taz sollte sich mal ernsthaft mit der Frage beschäftigen: Wie viele Leihmütter machen das aus altruistischen Beweggründen und wie viele aus finanzieller Not?

    Und dann kommt noch die Frage hinzu: Warum wird kein Waisenkind adoptiert, anstatt die übervölkerte Erde mit noch mehr Menschen zu "erfreuen", auf die nur der Klimawandel und herannahende Kriege in dieser verrückten Welt warten?

    • @Ricky-13:

      Ich kann mich nur dein Kommentar anschließen.

    • @Ricky-13:

      Es stimmt nicht, dass die TAZ Werbung für Leihmutterschaft macht. Sie zeigt nur verschiedene Sichtweisen/Probleme/Situationen …. auf, damit das diffizile Puzzle zusammen gesetzt werden kann.



      Und der Fall Spahn hatte ja seine Aufregung erstmal im Pharisäertum (bei anderen bekämpfen, was man für sich in Anspruch nimmt).



      Darüber hinaus ist eine Debatte ( nun mal existierender Ideen) nicht nur wünschenswert sondern notwendig.