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Waldbrände in GriechenlandFeuerinferno auf Kreta

Eigentlich ist auf Kreta gerade Hochsaison für Touristen. Doch stürmische Winde fegen über Kreta hinweg und schüren tobende Feuerfronten weiter.

Aus Athen

Ferry Batzoglou

Besonders betroffen ist Kretas Südwesten: Nach Angaben des Nationalen Observatoriums von Athen sei die in ganz Griechenland stärkste Windböe am Freitagmorgen mit 108 Kilometern pro Stunde im Kleinort Mariou in der Region Rethymnon gemessen worden. Mariou liegt in einer Höhe von 220 Metern über dem Meeresspiegel.

Im touristischen Küstenort Plakias in der Region Rethymnon, der am Libyschen Meer liegt, erreichten die Windböen am Freitagmorgen eine Geschwindigkeit von 101 Kilometern pro Stunde. Etwas weiter westlich im südkretischen Küstenort Palaiochora in der Region Chania erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde.

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Das weiterhin auf Kreta wütende Großfeuer war am Mittwoch nahe des Bergortes Kria Vrisi ausgebrochen. Rasch breitete sich die Feuersbrunst auf einer Front von rund 15 Kilometern aus. Zwei Feuerwehrleute starben in den Flammen. Urlauber mussten evakuiert werden oder flohen vor dem Feuer. Mehr als 80 vom Großfeuer eingeschlossene Touristen wurden am Donnerstag vom Palmenstrand Preveli evakuiert.

Brände nicht nur auf Kreta

Auch an anderen Orten in Griechenland brennt es. Auf der Kykladeninsel Paros, einem der hellenischen Tourismushotspots, löste mutmaßlich ein Brand auf einer Mülldeponie in dieser Woche ein großes Feuer aus. Mehrere Ortschaften auf Paros mussten evakuiert werden. Immer wieder flammen dort Glutnester auf. Am Freitagmorgen brach ein Waldbrand am Ort Fichti in der Region Argolida im Osten der Halbinsel Peloponnes aus.

Die Gefahr des Ausbruchs neuer Waldbrände und der raschen Ausbreitung von bereits wütenden Bränden bleibe „sehr hoch“, wie die griechischen Behörden am Freitag eindringlich warnten. Ferner stellt das erneute Auflodern von Bränden die Einsatzkräfte vor gewaltige Herausforderungen. Bereits eingedämmte Glutnester flammen durch Wind und Hitze unkontrolliert abermals auf. „Die Lage ist weiter außer Kontrolle“, sagt der Bürgermeister des südkretischen Küstenortes Aghia Galini, Jannis Tatarakis.

Die orkanartigen Winde schaffen äußerst schwierige Bedingungen für die nach dem tagelangen Kampf gegen die Waldbrände völlig erschöpften Feuerwehrkräfte. Sie erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte am Boden und insbesondere aus der Luft. Kritiker erheben gegen die Regierung in Athen unter dem konservativen Premier Kyriakos Mitsotakis diesbezüglich derweil schwere Vorwürfe. Die Regierung Mitsotakis setze seit ihrem Amtsbeginn im Juli 2019 in der hierzulande offiziellen Waldbrandsaison vom 1. Mai bis zum 31. Oktober auf die Brandbekämpfung vor allem aus der Luft, legen sie den Finger in die Wunde.

Starke Winde erschweren Einsatz von Löschflugzeugen

Zwar verfüge Griechenland über mittlerweile 85 staatliche Löschflugzeuge und Hubschrauber. Sie wurden teuer angeschafft, Betrieb und Wartung verschlingen zudem Unsummen von Geldern. Obendrein suchen über 100 mit Wärmebildkameras ausgestattete Drohnen aus der Luft nach Brandherden. Erst kürzlich entsendete Hellas sogar 4 eigene Satelliten mit Wärmebildkameras in das Weltall, um Brandherde zu orten.

Bei starken Winden wie jetzt gilt jedoch: alles für die Katz. Die Löschflugzeuge können bei Tagesanbruch wegen der Starkwinde gar nicht erst starten, in der Nacht müssen sie ohnehin am Boden verharren. Am Boden operieren indes notgedrungen aus anderen Regionen entsandte Feuerwehrleute mit oftmals fehlenden Ortskenntnissen und nicht mehr wie früher die extrem ortskundigen lokalen Forstämter, die überdies unter massiver Unterfinanzierung und eklatantem Personalmangel leiden.

Mehr als 4.000 Quadratkilometer in fünf Jahren abgebrannt

Die Folgen sind fatal: 2021 brannten 85 Großbrände ganze 130.744 Hektar nieder, wie das Europäische Waldbrandinformationssystem (Effis) erfasste. Es folgten 22.480 Hektar im Jahr 2022, 174.773 Hektar im Jahr 2023, 41.948 Hektar im Jahr 2024 sowie 47.819 Hektar im Jahr 2025. Unter dem Strich belief sich die zwischen 2021 und 2025 in Hellas verbrannte Fläche auf enorme 417.764 Hektar.

Das entspricht 4.177 Quadratkilometern oder der Gesamtfläche der drei Bundesländer Saarland, Berlin und Hamburg. Die Effis-Datenbank zählt nur Waldbrände mit einer Fläche von mindestens 30 Hektar. Unzählige kleinere Waldbrände bleiben unberücksichtigt. Im laufenden Jahr wurden laut Effis bisher 9.820 Hektar durch 21 größere Brände zerstört. Dabei beginnt der August, der gefährlichste Monat der hiesigen Waldbrandsaison, erst am Samstag.

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