+++Nachrichten im Irankrieg+++: Iran meldet nahe Einigung mit Oman zur Straße von Hormus
Iran und Oman verhandeln über die strategisch wichtige Meerenge zwischen beiden Ländern. Laut Teheran steht eine Einigung kurz bevor. Wie reagieren die USA?
Iranische Fußballerinnen in Australien eingebürgert
Ihre Heimat haben sie hinter sich lassen müssen, nun haben sie eine neue gefunden: Die iranischen Fußballerinnen Fatemeh Pasandideh (22) und Atefeh Ramezanisadeh (34), die während des Asien Cups Asyl in Australien beantragt hatten, sind australischen Medienberichten zufolge eingebürgert worden. Bei einer feierlichen Zeremonie in Brisbane bekamen sie bereits am Mittwoch in einer Zeremonie mit Innenminister Tony Burke ihre neuen Dokumente überreicht.
Die beiden gehörten zu einer Gruppe von insgesamt sieben Teammitgliedern, die während des Turniers Asyl in Down Under bekommen hatten. Hintergrund war, dass die Mannschaft vor dem Auftaktspiel die Nationalhymne nicht mitgesungen hatte. In Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als „Verräterinnen“, auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten. (dpa)
Zwei israelische Soldaten bei Kämpfen im Südlibanon getötet
Bei Kämpfen im Südlibanon sind nach Angaben der israelischen Armee zwei ihrer Soldaten getötet worden. Bei ihnen handele es sich um zwei 33 und 34 Jahre alte Reservisten, teilte die Armee am Donnerstag mit. Es seien die ersten Todesopfer in den Reihen der Armee seit mehr als einem Monat. Die israelische Armee kämpft im Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz. Bei einem israelischen Angriff in der Stadt Tibnin waren am Mittwoch nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA ein Mensch getötet und elf weitere verletzt worden. Vor den Angriffen hatten die israelischen Streitkräfte erstmals seit mehreren Wochen wieder Menschen im Süden des Libanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen.
Derzeit läuft eine neue Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon in Rom. Die Gespräche in der italienischen Hauptstadt hatten am Dienstag begonnen und sollen nach US-Angaben bis Donnerstag fortgesetzt werden. Es ist die siebte Runde der von Washington vermittelten Gespräche, seit die proiranische Hisbollah den Libanon im März mit Raketenangriffen auf Israel in den Irankrieg hineinzog. Ein im Juni unter Vermittlung der USA vereinbartes Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon sieht vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon zurückzieht. Die libanesischen Streitkräfte sollen die Kontrolle über geräumte Gebiete übernehmen und dort die von Iran unterstützte Hisbollah entwaffnen. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt eine Entwaffnung und die Gespräche mit dem Nachbarstaat ab. (afp)
Iran: Vereinbarung mit Oman zu Straße von Hormus fast fertig
Die an die Straße von Hormus grenzenden Golfstaaten Iran und Oman stehen nach Angaben aus Teheran kurz vor einer Einigung auf eine neue Schifffahrtsroute durch die blockierte Meerenge. Die beiden Länder hätten sich auf geografische Koordinaten für die Passage geeinigt, zitierte die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna Außenamtssprecher Ismail Baghai. Eine gemeinsame Erklärung sei so gut wie fertig, allerdings dürfe niemand mehr dazwischenfunken. Seitens des Omans gab es zunächst keine öffentliche Stellungnahme zu der angeblich bevorstehenden Einigung. Die USA sollen nicht daran beteiligt gewesen sein. Der iranische Machtapparat betont immer wieder, nicht mit den USA verhandeln zu wollen. Er will eine Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren – was die USA vehement ablehnen. Noch vor Kurzem hatte US-Präsident Donald Trump Iran gewarnt, das Land werde sehr hart getroffen, sollte die für den globalen Handel mit Öl, Flüssiggas und Dünger wichtige Meerenge nicht bald geöffnet werden.
Vor Ausbruch des von den USA und Israel mit koordinierten Angriffen begonnenen Krieges Ende Februar konnten Schiffe ungehindert durch das Nadelöhr zwischen Iran und Oman fahren. Jegliche Zugeständnisse, die Iran nun eine weitreichende Kontrolle über die dortige Schifffahrt gewähren würden, wären ein strategischer Gewinn für Teheran. Gleichzeitig steht Trump innenpolitisch unter Druck, den bei seinen Wählern ziemlich unpopulären Krieg und den damit verbundenen Anstieg der Verbraucherpreise vor den wichtigen Zwischenwahlen im November zu beenden. Seit Kriegsbeginn blockiert Teheran die Meerenge weitgehend. Durch die Straße von Hormus wird rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssigerdgases transportiert.
Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi bestätigte laut Irna, eine Vereinbarung zwischen Iran und Oman über neue Regelungen für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stehe kurz vor dem Abschluss. Er betonte, die Abmachung bedeute keine vollständige Wiederöffnung der Meerenge, sondern stelle vielmehr ein neues Modell dar. Laut dem US-Sender CNN schätzte ein ranghoher Vertreter der Golfstaaten, der mit den Verhandlungen vertraut sei, die Chancen auf eine Einigung bis Freitag auf 50: 50. Ein Problem sei, dass in der iranischen Delegation Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden fehlten, die die Details aber genehmigen müssten. (dpa)
Temporäre Lösung: Rundkurs
US-Präsident Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) von einer möglichen Öffnung der Meerenge am Mittwoch oder Donnerstag im Zuge eines Deals mit Iran gesprochen. Zuletzt war in Teheran eine Art Rundkurs als Lösung genannt worden: Schiffe könnten dabei auf einer nördlichen Route durch die Meerenge hindurch in den Persischen Golf einfahren und ihn auf einer südlichen Route entlang der Küste des Omans wieder verlassen, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten. Es soll sich um eine Übergangslösung handeln, während der vnm Iran verlegte Seeminen beseitigt werden könnten. Der Streit um die Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, sind wesentliche Gründe, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt wieder eskalierte.
Trump sprach sich erneut für ein Abkommen mit Iran aus. „Ich würde lieber einen Deal schließen, weil ich keine Menschen töten will“, sagte der Republikaner in einer Rede vor Anhängern in Las Vegas. Zum aktuellen Stand möglicher Gespräche machte er keine Angaben. Trump sagte lediglich, dass es Unterredungen gebe und man sehen werde, was passiert. Sein Vize Vance sagte in einem Fox-News-Interview, die Entwicklung werde in eine Richtung gehen, die gut für die USA sei. Allerdings prognostizierte er schwierige Gespräche. „Die Realität ist erstens, dass die Iraner außerordentlich schwierige Menschen sind“, sagte er. „Zweitens haben sie ein zersplittertes System, sodass es in diesem System Menschen gibt, die wollen, dass der Krieg endet. Es gibt aber auch Menschen in ihrem System, die verrückte Radikale sind, die den Krieg fortsetzen wollen.“
Aufgabe der US-Regierung sei es, sich in dieser Gemengelage zurechtzufinden und das beste Ergebnis für das amerikanische Volk und für den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu erzielen. „Es wird chaotisch werden und es wird einige Zeit dauern, bis wir dort ankommen“, sagte Vance. Man befinde sich gewissermaßen „mitten im Spiel“ und werde alle militärischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Werkzeuge nutzen, die zur Verfügung stünden. (dpa)
Tanker-Besatzung meldet zwei Explosionen in Straße von Hormus
In der Straße von Hormus hat es nach Angaben der Besatzung eines Öltankers in der Nacht zum Donnerstag Explosionen gegeben. „Der Kapitän eines Tankers hat gemeldet, während der Fahrt in der Straße von Hormus zwei Explosionen gehört zu haben“, teilte die britische Seefahrtbehörde UKMTO im Onlinedienst X mit. Der Vorfall habe sich gut 15 Kilometer vor der Küste Omans ereignet. Der Tanker und seine Besatzung seien nicht betroffen. (afp)
Irans Präsident: Kommunikation mit Modschtaba Chamenei „momentan sehr schwierig“
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Kommunikation mit dem neuen obersten Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, als „momentan sehr schwierig“ bezeichnet. „Es ist momentan sehr schwierig, mit ihm zu kommunizieren, aber auf jeden Fall ist seine Anwesenheit eine sehr große Quelle der Kraft für uns, um weiterzumachen“, sagte Peseschkian am Mittwoch.
Ajatollah Ali Chamenei, der seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden hatte, war am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar getötet worden. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen, trat bislang aber nicht öffentlich auf. Auch an den sechstägigen Trauerfeiern für seinen getöteten Vater nahm er offenbar nicht teil. (afp)
Huthi-Miliz meldet zwei weitere Angriffe auf saudiarabische Öltanker
Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen. Das Schiff „Wafa“ sei mit mehreren Raketen „erfolgreich“ attackiert worden, sagte der Huthi-Sprecher Jahja Saree in einem am Mittwoch verbreiteten Video. Der Angriff sei vor der Küste der saudiarabischen Stadt Janbu am Roten Meer erfolgt. Später meldete Saree einen Angriff der Huthis mit ballistischen Raketen auf den Öltanker „Daisy“ im Golf von Aden, der ins Rote Meer führt.
Mit dem jüngsten Angriff auf die „Daisy“ steigt die Zahl der seit dem Beginn der von den Huthis angekündigten Seeblockade am 22. Juli angegriffenen Handelsschiffe seinen Angaben zufolge auf neun. Die Huthi-Miliz hatte seither nach eigenen Angaben auch saudiarabische Ölanlagen angegriffen. Saudi-Arabien seinerseits griff Ziele in von den Huthis kontrolliertem Gebiet im Jemen an. In Janbu endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die von Teheran seit Beginn des Irankrieges de facto gesperrte Straße von Hormus umgangen werden. (afp)
USA streichen Iran nahestehende Airline von Sanktionsliste
Kurz vor einer von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten Öffnung der Straße von Hormus hat das US-Finanzministerium Sanktionen gegen eine den iranischen Revolutionsgarden nahestehende irakische Airline aufgehoben. Die Fluggesellschaft Fly Baghdad, die auch als Iraq Express bekannt sei, sowie zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 mit den Kennzeichen YI-BAF und YI-BAN seien von einer entsprechenden Terrorsanktionsliste gestrichen worden, teilte das Ressort mit.
Eine Sprecherin des Finanzministeriums erklärte, dass die Fluggesellschaft „wesentliche Änderungen in ihrem Betrieb nachgewiesen“ habe. Es sei daher nicht weiter gerechtfertigt, dass Fly Baghdad weiter auf der Liste stehe. Zugleich stellte sie klar, dass dies „kein Hinweis auf eine Änderung der US-Politik gegenüber der iranischen Regierung, den Kuds-Einheiten der Islamischen Revolutionsgarden, anderen als terroristisch eingestuften Organisationen oder Personen, die diese unterstützen oder in deren Auftrag handelten“, sei. (dpa)
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