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Schwarz-rote Koalition Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg

Anna Lehmann

Kommentar von

Anna Lehmann

Die politische Sommerpause neigt sich dem Ende zu und die Spitzen beider Regierungsparteien wackeln. Nur noch ein Wunder könnte die Koalition retten.

E r ist wieder da. Fast. Wenn sich die schwarz-rote Bundesregierung in der kommenden Woche zur Klausur auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg trifft, wird auch der Kanzler aus seiner urlaubsähnlichen Zwischenwelt wieder an die Öffentlichkeit treten. Zwei Tage lang sprechen er und seine Mi­nis­te­r:in­nen über deutsche Wettbewerbsfähigkeit und nationale Sicherheit, lassen sich die Lage von Gästen wie Siemens-Chef Roland Busch erklären und die neueste Abfangdrohne von Tytan Technologies vorführen.

Um ein Thema wird es, zumindest offiziell, nicht gehen: um die Landtagswahlen in Ostdeutschland im September. Dabei werden die Ergebnisse auch über die Schicksale von Friedrich Merz und den SPD-Chef:innen Bärbel Bas und Lars Klingbeil entscheiden. Alle drei sind öffentlich angeschlagen und leiden in ihren Parteien unter massivem Autoritätsverlust. Werden die Wahlen zum Fiasko für CDU und SPD, steht nicht nur die politische Zukunft des Spitzenpersonals auf dem Spiel, sondern auch der Fortbestand der Koalition.

Sicher, die internationale Lage mit Kriegen in der Ukraine und in Iran würde jeder Regierung zu schaffen machen, und Deutschlands Wirtschaft schwächelt nicht erst seit dem Amtsantritt von Merz und Co, sondern seit Jahren. Aber dass diese Regierung derzeit noch unbeliebter ist als die wahrlich nicht gefeierte Ampel, hat sie eindeutig auch sich selbst und ihrer Führung zu verdanken.

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Merz hat sich durch maßlose Selbstüberschätzung und fehlende Empathie in eine Situation manövriert, in dem auch intern die Frage lauter wird, ob er nicht der falsche Mann im Kanzleramt ist. Kürzlich geriet seine als Neustart gedachte Kabinettsumbildung zur Karambolage, bei der er die eigenen Leute vor den Kopf stieß.

Die SPD-Ultras fühlen sich verarscht

In der SPD gibt es schon länger Zweifel, ob die Personalunion aus Parteivorsitz und Ministerämtern hilfreich ist, trägt sie doch erkennbar nicht dazu bei, dass die SPD eigene Positionen durchsetzt und der neoliberalen Riege um Merz in den Arm fällt.

Statt die Gesellschaft sozial gerechter zu machen und Digitalkonzerne und Hochvermögende endlich in die Pflicht zu nehmen, senkt man gemeinsam mit der Union Steuern für Unternehmen, kürzt Sozialleistungen, erhöht Abgaben und schleift den Kündigungsschutz. Kein Wunder, dass sich selbst SPD-Ultras verarscht fühlen.

Die Koalition mit CDU und CSU war wahrlich kein Herzenswunsch der Genoss:innen, vielmehr haben sie pflichtbewusst und im Glauben zugestimmt, nur so ließe sich die extreme Rechte in Schach halten und die politische Mitte stärken. Doch diese Mitte erodiert in Umfragen immer weiter, und so mancher fragt sich mittlerweile, warum man dann dabei bleiben sollte. Fest steht: Der schwelende Unmut über Klingbeil und Bas wird sich nach dem 20. September Bahn brechen; wer oder was danach kommt, ist derzeit aber unklar.

Kein Durchbruch

Was diese Regierung retten könnte, wäre ein Wirtschaftswunder. Doch auch danach sieht es zurzeit nicht aus. Die Wirtschaft stagniert, die Unternehmen halten sich trotz Steuernachlässen nach wie vor zurück mit Investitionen oder schließen Standorte ganz. Auch die vielen Hundert Milliarden Euro, die der Staat in Infrastruktur und Rüstung pumpt, finanziert durch Schulden, führen bisher nicht zum erhofften Durchbruch.

Und unter der gestiegenen Inflation, bedingt vor allem durch die Teuerung bei Kraftstoffen und die Gier der Raffinerien, ächzen vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. Immerhin im Bereich Wohnungsbau verzeichnet die Regierung Fortschritte. Aber das allein reicht nicht aus.

Statt Steuersenkungen an Unternehmen nach dem Prinzip Gießkanne auszureichen, müsste die Koalition den Umbau der fossil getriebenen zur klimaneutralen Wirtschaft vorantreiben. Aber das Wirtschaftsministerium leitet eine Frau, die erneuerbare Energien ausbremst und auf die Technologien von gestern setzt. Merz sollte Katherina Reiche auswechseln. Doch damit würde er nicht nur gegen die Mehrheitsmeinung der Basis, sondern auch gegen seine Überzeugungen handeln.

Es führt wohl kein Weg daran vorbei: Merz muss weg – aber anders, als die Nöle­r:in­nen und Het­ze­r:in­nen von rechts denken. Deutschland braucht eine Regierung, die den sozialökologischen Umbau vorantreibt, die nach vorn schaut.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Anna Lehmann

Anna Lehmann Leiterin Parlamentsbüro

Schwerpunkte SPD und Kanzleramt sowie Innenpolitik und Bildung. Leitete bis Februar 2022 gemeinschaftlich das Inlandsressort der taz und kümmerte sich um die Linkspartei. "Zur Elite bitte hier entlang: Kaderschmieden und Eliteschulen von heute" erschien 2016.
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17 Kommentare

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  • Flix

    Ja, Merz muss weg, er hätte nie in das Amt gewählt werden dürfen, denn es gab in den vergangenen Jahren mehr als genügend Warnsignale.



    Was sich die Union geritten hat, ein derartig großmäuliges, überhebliches Ekelpaket erst zum Vorsitzenden und dann zum Kanzler zu machen, werden wir wohl nie erfahren.



    Wer Reformen, seien sie in der geplanten oder einer anderen Form nötig oder auch nicht umzusetzen möchte, dem wird dies nicht dadurch gelingen, dass er jedwede betroffene Gruppe erstmal sinnfrei beleidigt und auf berechtigte Kritik gar nicht oder mit Starrsinn reagiert.



    Merz ist derart aus der Zeit gefallen, dass er mit jedem weiteren Tag im Amt dem Land weiteren Schaden zufügt.

  • test_name

    >Deutschland braucht eine Regierung, die den sozialökologischen Umbau vorantreibt, die nach vorn schaut.<







    Hört sich nach rot/rot/grün an. Es gibt sie noch, die Gläubigen an eine bessere Welt. Unsere Gesellschaft hat viele Probleme. Zuwanderung löst sie alle. Geld spielt dabei keine Rolle denn die Reichen zahlen alles.







    Merz muss bleiben. Merz ist zwar völlig unfähig - aber alle Alternativen sind noch schrecklicher.







    Eigentlich brauchen wir gar keine Regierung.

  • Claude Nuage

    Wir wählen so lange, bis es eine linke Mehrheit gibt? Sollte diese Groko platzen, wird das passieren, was schon bei der Ampel passiert ist: Die Wähler bestrafen die Partei, die das Boot zum Kippen gebracht hat. Danach reicht es vermutlich nur noch für Alle gegen die AfD, das ist wie Groko, nur noch wesentlich schlimmer. Sicher ist Friedrich Merz eine unglückliche Personalie. Da ist aber weit und breit niemand, von dem man erwarten kann, dass er es besser macht. Der Riss in der Groko bildet den Riss in der Gesellschaft ab - repräsentative Demokratie. Solange sich die Mehrheitsverhältnisse nicht ändern, ändert sich auch die Politik nicht.

  • economista

    Wer hätte was gegen Wirtschaftswachstum in einer sozialen und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft? Selbst die viel gescholtenen Merz und Reiche wären mit dieser Dreierkombi zufrieden, wenn es mit ihr nicht so viele Schwierigkeiten gäbe. Ohne Produktivitätssteigerungen werden beispielsweise bessere Sozialleistungen zu höheren Steuern und Abgaben führen, die schlecht für die Wirtschaft sind. Oder wenn Energie teuer bleibt, kann man nicht gleichzeitig Unternehmenssteuern erhöhen und Investoren anlocken. Keine neue Regierung wird es allen recht machen können.

  • Philippo1000

    Ja!



    und… nein.



    Merz bleibt Möchtegernkanzler.



    Scholz wurde immer mangende Kommunikationsfähigkeit vorgeworfen, dabei hat er den Laden im Inneren zusammen gehalten und die Anderen in der Außenwirkung auch mal glänzen lassen.



    Das nennt sich Understatement und ist ein wenig aus der Mode, genau so wie Respekt, Demokratie, Feminismus, Gastfreundschaft .



    Fragt sich allerdings, ob man*frau jede Mode mitmachen muss.



    Merz ist eher der Typ große Klappe, Nix dahinter, von daher sehr trendy,



    Komisch, dass er der unbeliebteste Kanzler ist.



    Merkel und Scholz haben Krisen gemeistert, Merz macht Probleme in Heimarbeit.



    Die Lösung ist allerdings keine Ablösung von Merz.



    Das gilt auch für die SPD.



    Das Festhalten an der Koalition ist notwendig, da die „afd“ eher stärker als schwächer wird.



    Eine rechnerisch linke Alternative ist derzeit nicht in Sicht.



    Bewegen muss sich die Union.



    Die sieht, wie beim Gas Frau Reiche:“ keinen Handlungsbedarf“.



    Wer keinen Handlungsbedarf sieht, sollte sich ein anderes Aufgabenfeld suchen.



    Es hilft, Einzelne auszutauschen, und zwar nicht nur den Hausmeister (Verkehr).



    Merz muss einsehen, dass schlechte „afd“ Kopie nicht weiter hilft um die Demokratie zu retten.

  • Querbeet

    Und dann?

  • shitstormcowboy

    Ja, seh ich genauso. Nur, wie und mit wem? Noch nie war die Personalfrage so gravierend wie jetzt. Aber man schaue sich das Personal der Parteien nur mal an. Katastrophe. Einzig bei den Grünen stößt man noch auf Kompetenz. CDU/CSU haben nichts mehr zu bieten, die SPD wenig, die Linke - naja, BSW oh Gott und die AFD - allesamt Vollpfosten, die Deutschland in einen braunen Abgrund reißen wollen. Und - all dieses Personal entstammt einer Bevölkerung, die unreflektiert, habgierig, egoistisch, in Teilen völlig verschwurbelt oder einfach blöd ist. Also haben wir genau die Politiker, die wir verdienen. So wird das nichts.

  • Krumbeere

    "Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg".



    Und wer solls dann richten?



    Mit solchen Parolen lotsen sie die Wählerschaft direkt in die Arme der Afd. Und hinterher heißt es dann wieder "das habe ich nicht gewollt". Also bitte Vorsicht mit solchen Parolen.

  • Klabauta

    Auch wenn ich die Meinung der Autorin teile, mag ich die Überschrift nicht. "Merz muss weg" - warum die Wortwahl des Mobs aufgreifen?



    Finde ich keine gute Idee.

  • T-Rom

    Mal davon abgesehen, dass Merz in der Tat einige Kompetenzdefizite für seine Aufgabe hat (und die CDU das selber offenbar auch so sieht - schielsslich hat sie ihn ja erst im dritten Anlauf zum Vorsitzenden gewählt):



    Vielleicht liegt es ja nicht nur an den Personen, dass es an vielen Stellen nicht voran geht. Scholz musste weg, da angeblich ungeeignet. Dann kan Merz, in vielerlei Hinsicht das Gegenteil von Scholz - angeblich auch ungeeignet. Mehr als 50% der MInister sind der öffentlichen Meinung nach ebenfalls Fehlbesetzungen, wie schon in der vorigen Regierung.



    Vielleicht sollten wir auch ein Paar strukturelle Dinge ändern, so dass es polititsch (mit welchem Personal denn auch) mehr vorangeht.

  • Joachim Petrick

    Schlafwandler Riege Berlin wiederholt Tragik europäischer Schlafwandler vor 1914 als Farce. Damals täuschten sie sich über Eigendynamik weg, dass die seit 1910 geplant durch Paul Warburg, J. P. Morgan 1913 gegründete Federal Reserve (FED) mit 14 Regional Dependancen Agenda verfolgt, England, Frankreich, Russland Aufrüstung auf $ Basis am US Kongress vorbei mit Krediten zu supporten, den anfallenden Geldmengenüberhang renditeorientiert im Ausland zu investieren, ohne die US Wirtschaft zu inflationieren. Das war die Geburt des J. P. Morgan/Warburg FED global aufgestellten Kreditkarussells, das über Nixon Schock 1971, Petrodollar Deal 1974 alle Ölkontrakte in Petrodollar zu fakturieren., der 2024 endete, bis heute wirkt. Damals wie heute reagieren die Schlafwandler mit derselben Panik, wegbrechendes Kreditvolumen in eigener Währung fakturierten Handels durch Kriegsertüchtigung Kreditvolumen zu kompensieren ohne damals wie heute mit Merkel gedeutet, die Folgen vom Ende her zu bedenken, den militärischen Schlamassel an immer mehr Endlos Kriegsschauplätzen, der die Weltfinanzarchitektur in tektonische Beben versetzt, Da hilft auch kein "Merz muss weg" außer das Wunder neuen 68er Mais

  • Warim Wilke

    Natürlich ist Merz weder kompetent, noch arbeitet er zukunftsorientiert. Ich werde ihm keine Träne hinterher weinen. Nur, das Personal austauschen ändert am Grundproblem nichts. Das Grundproblem ist, dass ein Verteilungskampf von oben nach unten geführt wird, der mit neuen Köpfen nicht aufhören wird, denn mit Wachstum für alle ist (wegen nie endenden Wachstumszwang in einer endlichen Welt die gerade deutlich sagt: Schluss) einfach Ende. Für das Problem hat keiner eine Lösung, daher werden Chaos und Raubbau an der Solidargemeinschaft schlimmer. Und die Hälfte der Bevölkerung (die gut 50% die AfD und Union wählen) hätten für sich und vor allen Dingen für alle Anderen gerne noch mehr Prügel und Druck, da ist mit Fakten eh kein Stast mehr zu machen. Ob dieser Mist jetzt mit Merz, oder ohne ihn in die Katastrophe führt ist letztlich wurschtegal.

  • Ricky-13

    taz: *Es führt wohl kein Weg dran vorbei – Friedrich Merz muss weg*

    Nicht nur Friedrich Merz, auch Katherina-"Gas-Kathi"-Reiche und Carsten Linnemann müssen schleunigst wieder weg.

    Friedrich Merz hätte niemals Kanzler werden dürfen, denn er spaltet die Gesellschaft immer mehr, treibt die Armen mit seiner unsozialen Politik in die Fänge einer rechten Partei und gefährdet damit den sozialen Frieden in diesem Land. Dass Merz kein Staatsmann ist, das sieht und merkt man immer deutlicher.

    Und mit Friedrich Merz - der die klimaschädliche Industrie und damit die Gewinne der Großaktionäre wieder nach ganz oben bringen möchte - wird es auch niemals Klimaschutz geben.

    Ich habe mit der CDU nichts am Hut, aber ein Kanzler Daniel Günther wäre mir jetzt tausendmal lieber als dieser ehemalige BlackRock-Lobbyist. Während Friedrich Merz für ein klar konservatives und wirtschaftsneoliberales Profil steht, würde Daniel Günther als Kanzler einen betont moderaten, pragmatischen und auch modernisierenden Kurs der Mitte fahren.

    Merz ist ein "Fossil" aus dem letzten Jahrhundert. Wir brauchen aber im 21. Jahrhundert moderne Politiker, die im 'Jetzt' und nicht im 'Gestern' der 1950'er Jahre leben.

  • Martin Rees

    "Merz hat sich durch maßlose Selbstüberschätzung und fehlende Empathie in eine Situation manövriert, in der auch intern die Frage lauter wird..."



    Wusste er eigentlich etwas von Klempnerei und allen anderen Details, die sich hinter seinen Pauschalaussagen zur Ampel verbargen?



    Dass die Koalition jetzt wohl ein Problem mit der "Kontinenz" bekommen könnte, wäre aus Kenntnissen von Klempnerei und Spenglerei vielleicht im Vorfeld schon zu adressieren für die Rücklagenbildung zur Reparatur.



    Von Wirtschaft soll er ja was verstehen, sagt man in seiner Partei.



    Wenn die erste Belastungsprobe zur Dichtigkeit für die Regierung kommt, wird vielleicht ein heißer Herbst folgen.



    Der Wahlausgang bei den Landtagswahlen wird ein Menetekel sein, dafür bedarf es keiner Kassandra oder eines Teiresias.

  • Stavros

    Wer sich einmal ernsthaft mit AfD-Wählenden unterhält, erfährt folgendes:

    Sie haben Angst vor Wohlstandsverlust.



    Sie sorgen sich um innere Sicherheit, Verwahrlosung, Kriminalität.



    Sie finden es unfair, dass sie seit 16 durchgängig gearbeitet haben und nach Abschaffung der Rente mit 63 nach 51 Jahren harter körperlicher Arbeit in Rente gehen sollen - mit eh sehr geringen Bezügen oder sogar empfindlichen Einbußen.



    Sie finden, wo sie arbeiten, keine bezahlbare Wohnung mehr und, wo sie leben, keine funktionierende Infrastruktur, keine Zugverbindungen, Ärzte, Ausbildungsplätze für die Kinder. Zudem sind die gestiegenen Benzinpreise dort ein großes Problem.

    Die AfD erklärt ihnen die Ursachen für ihre Probleme: Geldzahlungen ans Ausland, Russlandsanktionen, faule ausländische Grundsicherungsempfänger, Migration allgemein. Das Übliche eben.

    Das große Geheimnis der politischen Lage und der zunehmenden Paralyse der Parlamente ist gar nicht so groß: Solange Union und SPD sich nicht dazu aufraffen, diese Probleme zu lösen (wie sie es früher selbstverständlich getan haben), wird es immer instabiler werden.

  • S.R.

    Was sind SPD-Ultras?

  • Astrid Sehnefeld

    SPD und Union sind politische Gegner seit ihrem bestehen.



    Das klassische Rechts und Links im Land.



    Irgendwann wurden sie bräsig - oder die Erfolgsgeschichte BRD ist einfach zu Ende erzählt, noch kein Land dominierte dauerhaft, jeder Staat schwankt historisch immer wieder zwischen Revolution und Blütezeit.



    Egal was dazu führte - jedenfalls sind jetzt SPD und Union gezwungen Koalitionen zu führen.



    Das framen sie als 'Mitte'. Man bezeichnet sich selbst nicht mehr als links oder rechts.



    Das war anfangs ein geschickter Schachzug. So wurde der eigenen Klientel, dass man mit dem politischen Gegner zusammenarbeiten kann, obwohl man ja eigentlich gegensätzliche Positionen vertritt.



    Die Realität aber bewies über die Jahre, dass bei GroKo's nicht das beste von SPD und Union zu Tage tritt, sondern Wischiwaschi Politik, Kompromisse die für beide Lager faul schmecken.



    So lange SPD und Union zusammenarbeiten, werden ihre Zustimmungswerte sinken, da so keiner von ihnen seine politische ur-DNA umsetzen kann.



    Gleichzeitig reicht es immer seltener für rotgrün oder schwarzgrün.



    Ein Teufelskreis.



    Die Ränder wachsen unaufhörlich, rechts freilich mehr als links.



    Bald sind wir flächendeckend unregrierbar.