Konflikt im Nahen Osten: Der Irankrieg verstärkt die Ungleichheit
Besonders arme Haushalte spüren die seit Beginn des Irankrieges gestiegenen Inflationsraten. Auch die Kluft beim Einkommen wächst.
Die Preisschocks infolge des Irankriegs treffen besonders einkommensschwache Haushalte sowie ältere Menschen. Während das ärmste Zehntel der Bevölkerung durch die seit dem Beginn des Krieges gestiegene Inflation im Schnitt 2,87 Prozent ihrer Kaufkraft eingebüßt hat, sind es beim reichsten Zehntel nur 0,65 Prozent. Dies hat das Münchner ifo Institut in einer am Montag veröffentlichten Studie berechnet. Demnach stieg auch die Ungleichheit.
Für ihre Studie verglichen die ifo-Forschenden ihre ursprünglichen Inflationsprognosen mit den nach dem Krieg geschätzten Teuerungsraten und analysierten, wie diese sich auf die einzelnen Haushaltstypen auswirkten. So ging das Institut vor der Eskalation von einem Anstieg der Energiepreise in diesem Jahr von 0,9 Prozent aus, mittlerweile halten sie 8,3 Prozent für realistisch. Für nächstes Jahr gingen sie zunächst von 0,4 Prozent aus, jetzt sind es 2,7 Prozent.
Bereits Berechnungen im Rahmen der Energiekrise, die der russische Angriff auf die Ukraine auslöste, zeigten, dass ärmere Haushalte einen besonders großen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel und Haushaltsenergie ausgeben müssen. Dies trifft auch auf Senioren zu, weshalb diese Personengruppe ebenfalls von den im Zuge des Irankrieges gestiegenen Spritpreisen betroffen war.
Insgesamt schrumpft die Kaufkraft der Bevölkerung infolge des Irankrieges im Schnitt um 1,15 Prozent. „Gerade, weil es für diesen Schock keinen europäischen Preisdeckel gibt wie in der Energiekrise 2022, landet die Last fast ungebremst bei den Haushalten – und dort besonders bei denen mit niedrigen Einkommen“, erklärt ifo-Forscher Andreas Peichl. „Wir sehen, dass ärmere Haushalte einem Preisschock, der Tausende Kilometer entfernt seinen Ursprung hat, schlechter ausweichen können und größere Kaufkraftverluste erleiden“, ergänzt Ifo-Forscherin Tiphaine Wibault.
Dies hat auch Auswirkungen auf die Einkommensverteilung. Laut dem ifo Institut steigt auch der sogenannte Gini-Koeffizient durch den Irankrieg. Dieser gibt an, wie sehr das gesamtgesellschaftliche Einkommen bei wenigen reichen Haushalten angehäuft ist. Ist er hoch, ist auch die Konzentration besonders hoch.
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