Sonnenfinsternis in Berlin: Und es wird finster
Am 12. August kann man in Berlin eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Wo das am besten geht und was es zu beachten gilt.
Foto: Christoph Soeder/dpa
Sich nach getaner Arbeit noch mal die Nase im Park von der Sonne kitzeln lassen – das wird im August schon zunehmend schwierig. Tag um Tag kommt der Sonnenuntergang früher und stimmt auf ein baldiges Sommerende ein. Doch gerade die frühe Dunkelheit wird am 12. August zum Schauspiel: Dann ist in Berlin und Umgebung eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten.
Erst im März 2025 hat sich in Deutschland die letzte partielle Sonnenfinsternis ereignet, doch die diesjährige ist anders: War die Sonne im vergangenen Jahr nur zu rund 20 Prozent verdeckt, sind es heuer bis zu 85 Prozent. Doch was passiert bei so einer Finsternis eigentlich genau?
Bei diesem Phänomen stehen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Linie. Die Finsternis entsteht, weil sich die Sonne in diesem Fall im Schatten des Mondes befindet. Bei einer totalen Sonnenfinsternis, wie sie in Deutschland zuletzt im August 1999 zu sehen war, bedeckt der Mond die Sonne ganz, bei einer partiellen, wie in diesem Jahr, nur in Teilen. Sonnenfinsternisse treten laut Deutschem Wetterdienst zwar rund dreimal jährlich auf. Nur muss man sich auf einem bestimmten Teil der Erdoberfläche befinden, um den Mondschatten auch zu sehen. Recht selten ist das Phänomen trotzdem, denn meist zieht der Mond nördlich oder südlich an der Sonne vorbei.
Der richtige Standort ist entscheidend
In Berlin startet die Sonnenfinsternis am Mittwoch um 19.15 Uhr, um 20.08 Uhr schiebt sich der Mond dann maximal vor die Sonne. Schon eine knappe halbe Stunde später, um 20.37 Uhr, ist der Zauber dann auch schon wieder vorbei. Da die Sonne zum Zeitpunkt der Finsternis sowie schon sehr tief steht, ist das Ende der partiellen Phase nur an Spaniens Nordküste zu beobachten. Dort kommt es sogar zu einer totalen Sonnenfinsternis, in Deutschland gibt es die erst wieder 2081.
Der richtige Standort – ob Autobahnbrücke, Balkon oder Berg – ist im flachen und dicht bebauten Berlin entscheidend, um das Spektakel überhaupt sehen zu können. Freie Sicht nach Westen oder Nordwesten ist ideal, um das Maximum der Finsternis aufgrund des tiefen Sonnenstandes zu sehen. Die beste Sicht verspricht in Berlin zum Beispiel das weitläufige Tempelhofer Feld, der Drachenberg oder der Teufelsberg. Auch der Flakturm im Humboldthain und der Klunkerkranich in Neukölln sind geeignete Orte zum Staunen.
Wer eine eingeschränkte Sicht durch Häuser, Kirchtürme oder Bäume nicht riskieren möchte, kann sich die Finsternis auch in diversen Livestreams oder im Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg anschauen. Ab 17 Uhr findet dort die „Lange Nacht der Astronomie“ statt, bei der man den Himmel unter anderem durch Teleskope betrachten kann, die eine sichere Beobachtung der Sonnenfinsternis ermöglichen.
Nicht ohne Schutzbrille zuschauen
Gefährlich wird die Beobachtung, wenn man bei der Finsternis direkt in die Sonne schaut, da das Auge dann sehr intensiver Strahlung ausgesetzt ist. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kann das die Netzhaut so stark schädigen, dass das Sehvermögen bleibend eingeschränkt wird oder sogar ganz verloren geht. Eine normale Sonnenbrille reiche nicht aus, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Als sicherste Methode zur Sonnenbeobachtung gilt laut BfS die indirekte Betrachtung mit einer Lochkamera (Camera obscura). Außerdem gibt es spezielle Schutzbrillen, die man bei Optikern, Planetarien oder Sternwarten kaufen kann.
Falls Sie eine solche nicht mehr ergattert haben, kann man eine Lochkamera recht simpel selber basteln. Das macht unter allen andern BeobachterInnen zudem gleich was her, von denen werden Sie dank Sommerferien zumindest draußen einige treffen. Es lohnt sich zudem, genügend Snacks und eine gemütliche Picknickdecke einzupacken, denn die Sonnenfinsternis ist am Mittwoch nicht das einzige Schauspiel am Himmel: In der darauffolgenden Nacht sind die Perseiden zu beobachten, ein Sternschnuppenstrom mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde.
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