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Zu wenig Wasser im RheinEs droht Schaden für die Wirtschaft

Trockenheit und Hitze beeinträchtigen den Verkehr auf Deutschlands wichtigster Wasserstraße, Öko­no­m*in­nen sorgen sich um das Wirtschaftswachstum.

Öko­no­m*in­nen sorgen sich wegen der Folgen des Niedrigwassers im Rhein und anderen Flüssen um die deutsche Wirtschaft. „Südlich von Kaub droht jetzt ein komplettes Abschneiden der Transportwege und damit eine Zweiteilung des Rheins“, sagte Verkehrsexperte Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft der Rheinischen Post. Da weder Straße noch Schiene in der Lage seien, „die anfallenden Güter aufzunehmen, besteht die wahrscheinlichste Reaktion der Grundstoffindustrien in einer Produktionsreduktion“.

Der Chemiekonzern Covestro meldete bereits erste Probleme: „Aufgrund der akuten Niedrigwasserlage ist der Rohstoff- und Warenverkehr derzeit erheblich eingeschränkt.“

Fachleute fürchten eine Zweiteilung des Rheins und damit eine Unterbrechung der Lieferketten. Im Laufe der Woche werde an dem wichtigen Pegel im rheinland-pfälzischen Kaub erstmals „ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert“, sagte Jens Schwanen, Geschäftsführer des Binnenschifffahrtsverbands (BDB). Das bedeute das Aus für die gewerbliche Schifffahrt in der Region.

Der Rhein ist Deutschlands größter Fluss – und die mit Abstand wichtigste Bundeswasserstraße. Dort werden rund 70 Prozent Güter der Binnenschifffahrt in Deutschland transportiert, vor allem Erze, Kohle, Mineralölprodukte, chemische Grundstoffe, Baustoffe, Metalle, Schrott, Getreide, zunehmend auch Container. Wegen der aktuell niedrigen Pegelstände können Binnenschiffe jedoch deutlich weniger Ladung aufnehmen. Das erhöht die Transportkosten und belastet Branchen, die auf die Massenguttransporte angewiesen sind.

Die Schifffahrt auf dem Mittel- und Niederrhein zwischen Mainz und der niederländischen Grenze sei „auf einen kleinen Bruchteil zurückgegangen“, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein in Bingen.

Folgen noch beherrschbar

Derzeit seien die wirtschaftlichen Folgen noch beherrschbar, erklärte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Situation könne sich jedoch zu einem „echten Risiko für die Konjunktur“ entwickeln. „Sollte das Niedrigwasser noch vier bis sechs Wochen andauern, könnte das einen signifikanten Schaden für die Wirtschaft bedeuten“, so Fratzscher zum Portal Politico.

Historische Daten zeigen, dass ein Niedrigwasser von 30 Tagen etwa ein Prozent weniger für die deutsche Industrieproduktion bedeutet. Nach dem schweren Niedrigwasser des Jahres 2018 sank diese sogar um 1,5 Prozent. Es gab Lieferkettenprobleme und Produktionsausfälle in der Chemie-, Stahl- und Energiebranche.

Insgesamt sank der Anteil der Binnenschifffahrt am deutschen Gütertransport bereits in den vergangenen 25 Jahren von 13,5 auf 6,7 Prozent. Gleichzeitig stieg der des Schienenverkehrs von 16,5 auf 21 Prozent. Der Rest, also mehr als 70 Prozent, wird deutlich klimaschädlicher vor allem von Lkw auf Straßen transportiert.

Mehrere Bundesländer haben das Fahrverbot für Lkw an Sonn- und Feiertagen ausgesetzt oder dies angekündigt, um die Wasserstraßen zu entlasten. Wie weit das hilft, ist fraglich. Transporte über den Rhein seien „auf der Straße praktisch nicht zu kompensieren, denn ein Binnenschiff mit einer Tragfähigkeit von 1.500 Tonnen ersetzt circa 60 Lkw“, sagte ein Sprecher von Covestro.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Niedrigwasserproblematik im gesamten August uns noch erhalten bleibt“, sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) am Dienstag. „Die Lage ist wirklich weiterhin sehr angespannt.“ Der Rheinpegel in Koblenz lag Dienstagfrüh bei nur noch 8 Zentimetern – nahe am bisher niedrigsten bekannten Wasserstand von 6 Zentimetern im Jahr 1929, zeigen Daten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.

Historische Niedrigstände gab es auch in Mainz, Bonn oder Düsseldorf. Entspannung durch Regen ist nicht in Sicht. Es wird zum Wochenende hin teilweise sogar noch mal richtig heiß.

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3 Kommentare

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  • Carsten Weide

    Seit Jahrzehnten halten sich Ökonome, Politiker und Unternehmer mit Diskussionen über Kleinkram auf, um ja nicht das bisherige Wirtschaftsmodell grundsätzlich in Frage zu stellen zu müssen. Unternehmerinteressen geben nach wie vor den Takt an, Ökonomen sind seit 250 Jahren nicht in der Lage ein realitätsnahes Wirtschaftsmodell auf die Beine zu stellen, weil sie es nicht schaffen, die Lebensbedingungen auf ihre auf Wunschdenken beruhenden Theorien zurechtzuhämmern. Trotzdem wird immer noch über Kleinkram geredet.



    Regelmäßige Berichte über neue und ganz andere Ökonomien wären hilfreich, Sichtweisen von progressiven Ökonomen (Kate Rayworth, etc, die Autoren des Wirtschaftsmagazins surplus oder ganz besonders von Wirtschaftsanthropologen, da sie so einige vermeintliche Gewissheiten kapitalistischer Staaten über die Natur des Menschen widerlegen könnten. Stattdessen: VWL, die zunehmend nicht mehr als moderne Wissenschaft, sondern als vorwissenschaftlich, nichtwissenschaftlich oder schlicht als säkulare Religion verordnet wird.

  • Flix

    Und dennoch werden die Unbelehrbaren, die rufen, Klimaschutz sei zu teuer, bestenfalls zeitweise etwas leiser, um anschließend mit der Sabotage der Klimaschutzmaßnahmen ungeniert fortzufahren.



    Davon abgesehen, dass zusätzliche LKW-Fahrten bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sind, trägt jede zusätzliche Fahrt zu weiteren Beschleunigung des Klimawandels bei, wenn das die Lösung sein soll, wird sich die Abwärtsspirale immer schneller drehen.



    Leider treten jetzt die seit Jahrzehnten prognostizierten Wetterphänomene durch den Klimawandel auf, erst wurden das wider besseren Wissens bestritten, anschließend kleingeredet und jetzt zumindest vom Kanzler öffentlich ignoriert.

  • R.L.

    Es braucht einen sozial-ökologischen Kreislauf -Wirtschaftsboom, der ist nur durch eine Donut Ökonomie denkbar wird: Fossile auslaufen lassen, also Erdöl Übergewinne abschöpfen & zur Regeneration der durch sie verursachten Schäden einsetzen: Meerwasser entsalzen für Moore vernässen + Natrium Ionen Speicher Netze zur Aufnahme der nachhaltigen Bürger Energie von Solar/Wind zur Schaffung von E Mobilität als ÖPNV-W in die Fläche! Donut Ökonomie= Folgekosten einrechnen= Verhindern bzw. reparieren von Klimakatstrophen muss als Wert zur Finanzierung regenerativer Produktion & projekte projezierbar sein als Donut Wert , zum absichern von Krediten durch den Staat: Agrar Ökologie, Kreislaufwirtschaft, Plastik vermeiden Lösungen etc. pp. Keine Wälder mehr für Autobahnen fällen! Se sind Wasserkreislauf Schutz! Fossilen Dünger ersetzen, weil der die Meere killt : Bauern und Fischer zusammen sozial-Ökologie statt Konurrenz um Zerstörungsprofite ! Auch dies ist wichtig: blogs.taz.de/dissenspodcast/gjr/ + #debt4climate & sozial-ökologische Dienste für Jung und Alt: Care-Share-Repair ! Diversität und Landschaft erhalten!