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Trump droht Oman mit Bomben Der Stümper in Chief schlägt um sich

Bernd Pickert

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Bernd Pickert

Die Versuche des US-Präsidenten, den von ihm begonnenen Irankrieg erfolgreich zu beenden, sind gescheitert. Um abzulenken, droht Trump Verbündeten.

A m 17. Juni unterzeichneten US-Präsident Donald Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian ein „Memorandum of Understanding“. Damit wurde ein Waffenstillstand vereinbart und eine Frist von 60 Tagen, um Details zukünftiger Regelungen zu verhandeln – zur Straße von Hormus, zu Irans Atomprogramm, zu US-Hilfen für den iranischen Wiederaufbau, zum Ende von Sanktionen gegen Teheran.

Jetzt sind die 60 Tage vorbei, absolut nichts davon ist geschehen, das Memorandum gilt längst als hinfällig. Donald Trump hat nach wie vor keinerlei Idee, wie er den von ihm begonnenen Irankrieg einigermaßen erfolgreich beenden könnte. Und so macht er, was er am besten kann: Die Ziele ändern, Anschuldigungen und Drohungen gegen Verbündete austeilen, Nebenschauplätze schaffen, ablenken.

In diesem Fall traf es zuerst Südkorea, seit über 70 Jahren in einer festen Sicherheitspartnerschaft mit den USA. Kurz vor Beginn eines traditionellen gemeinsamen Manövers erklärte Trump einen halben Rückzug und erinnerte an seine hervorragenden Beziehungen zum nordkoreanischen Diktator Kim. Demjenigen also, der Trump während seiner ersten Amtszeit zum Hampelmann machte, indem er ihm schmeichelnde Briefe schrieb, dafür Trumps Lob einfuhr und ansonsten weiter Raketen und Atomwaffen baute.

Und jetzt droht Trump ausgerechnet dem langjährigen Nahostvermittler Oman mit Bomben, wenn der Golfstaat sich weiter so unartig verhalte. Oman hatte über eine gemeinsame Verwaltung der Straße von Hormus mit Iran nachgedacht. Das ist weit entfernt von Trumps Fantasien, die Meerenge zum US-Territorium zu erklären, aber halt ungehörig für den Möchtegernfeldherr in Washington.

Es ist gleichzeitig ermüdend und alarmierend, dem 80-jährigen selbsterklärten Verhandlungsgenie bei seiner fortdauernden Stümperei zuzusehen. Denn genau wie er im Innern Institutionen kaputtschlägt, die nicht so einfach zu reparieren sind, hinterlässt er auch außenpolitisch ein Trümmerfeld, was für zukünftige US-Führungen gleich welcher Couleur schwer zu beräumen ist.

Das ärgerliche ist: Ändern könnten das nur die Leute in seinem eigenen Umfeld. Aber wenn sie das wollten, wären sie da nicht. Das Kaputthauen geht weiter, der Rest der Welt muss zuschauen.

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Bernd Pickert

Bernd Pickert Auslandsredakteur

Jahrgang 1965, seit 1994 in der taz-Auslandsredaktion. Spezialgebiete USA, Lateinamerika, Menschenrechte. 2000 bis 2012 Mitglied im Vorstand der taz-Genossenschaft, seit Juli 2023 im Moderationsteam des taz-Podcasts Bundestalk. Bluesky: @berndpickert.bsky.social In seiner Freizeit aktiv bei www.geschichte-hat-zukunft.org
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