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Handelsabkommen USA und KanadaKeine Einigung möglich

US-Präsident Trump hat im Handelsstreit mit Kanada neue Strafzölle von 50 Prozent angekündigt. Bis zum letzten Moment versuchte Kanada, die Zölle abzuwenden.

rtr | Die Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada sind gescheitert. Die US-Regierung kündigte daraufhin Strafzölle in Höhe von 50 Prozent auf bestimmte Importe aus dem Nachbarland an, die in der Nacht zu Samstag in Kraft traten. Die Maßnahmen nach Artikel 338 betreffen kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar.

Beide Seiten machten sich gegenseitig ‌für das Scheitern der mehrtägigen Gespräche verantwortlich. Kanadas Ministerpräsident Mark Carney setzte die Verhandlungen aus und kündigte Vergeltungsmaßnahmen im gleichen finanziellen Umfang an. Er habe die Unterhändler angewiesen, in die kanadische Hauptstadt Ottawa zurückzukehren, erklärte Carney in einer Stellungnahme. Die von den USA in letzter Minute vorgeschlagenen Bedingungen seien unfair und unwirtschaftlich gewesen. Zudem schürten sie Bedenken bezüglich der Zuverlässigkeit einer Einigung.

Zuvor hatten sich beide Seiten Insidern zufolge nahe an einer Einigung befunden. Diese hätte unter anderem niedrigere Zölle auf Stahl, Aluminium und Autos sowie den Verkauf von US-Alkohol in Kanada vorgesehen. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer warf Kanada jedoch vor, den ausgehandelten Deal abgelehnt zu haben. Dies ‌sei eine verpasste Chance für das Land, erklärte Greer im Weißen Haus. Aus US-Regierungskreisen verlautete zudem, das Angebot hätte Kanada in eine bessere Position gebracht als jeden anderen großen Exporteur. Kanada habe jedoch zusätzliche Zugeständnisse gefordert. Vorerst sind keine ⁠weiteren Gespräche geplant. Carney war im vergangenen Jahr mit dem Versprechen gewählt worden, sich gegen US-Präsident Donald Trump zu behaupten. Umfragen zufolge lehnt die Mehrheit der Kanadier Zugeständnisse ab.

Die neuen Zölle gelten unabhängig davon, ob die kanadischen Waren unter das Freihandelsabkommen ‌USMCA fallen. Dieses ‌hatte die kanadische Wirtschaft bisher vor US-Zöllen geschützt. Zwar betreffen die neuen Maßnahmen ⁠rund fünf Prozent der Ausfuhren in die USA und damit einen verhältnismäßig kleinen Teil der kanadischen Exporte. Sie kommen jedoch zu bestehenden US-Zöllen auf Stahl, Holz und ‌Autos hinzu. Diese hatten die betroffenen Branchen in den ‌vergangenen 18 Monaten schwer getroffen. Dies könnte die zaghafte wirtschaftliche Erholung Kanadas bremsen und künftige Verhandlungen über ein umfassenderes Freihandelsabkommen erschweren.

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