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Klimaprotest vor Neuwahl in Schweden10.000 fordern mehr Klimaschutz

Bei einem Protestzug in Stockholm sagt die Klimaaktivistin Gerta Thunberg, keine Partei mache genug. In drei Wochen wird das Parlament neu gewält.

afp/taz | Drei Wochen vor der Parlamentswahl in Schweden haben in der Hauptstadt Stockholm am Sonntag rund 10.000 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die an der Kundgebung teilnahm, sagte der Nachrichtenagentur AFP, „absolut keine Partei“ schlage „eine Politik vor, die auch nur in die Richtung dessen geht, was die Wissenschaft für notwendig hält“. „Wenn wir so weitermachen, werden wir einen Zusammenbruch erleben – wir sind ja bereits Zeuge davon.“

Nach Angaben von Polizei und Organisatoren beteiligten sich etwas mehr als 200 Umweltschutzorganisationen und Verbände an dem Protestzug durch Stockholm, der um 13.00 Uhr startete. Demnach zählten Jugend- und Sportverbände, Gewerkschaften und Religionsgemeinschaften zu den Organisatoren.

„Es gibt so viele Menschen, die sich Sorgen um dieses Problem machen“, sagte der 21-jährige Student Kliff Lindberg. Er sei aber „erleichtert“ über die große Teilnehmerzahl. „Das gibt mir viel Kraft.“

Umweltschutz im Wahlkampf

Laut einer am Donnerstag vom Sender SVT veröffentlichten Umfrage des Instituts Verian ist für 37 Prozent der Befragten der Umweltschutz das wichtigste Wahlthema. Erhebungen zufolge dürfte der Urnengang der rechtsgerichteten Regierung eine Niederlage bescheren. Sie war wiederholt von einer Kommission gerügt worden, die die Umsetzung der Klimaziele überwacht.

Die seit 2022 amtierende liberal-konservative Regierung hatte unter anderem die Steuern auf Benzin gesenkt und Verpflichtungen für Anbieter von Krafstoffen gelockert, Alternativen mit kleinerem CO2-Abdruck ins Angebot aufzunehmen.

Schweden will die klimaschädlichen Emissionen im Verkehrsbereich bis 2030 um 70 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 senken und bis 2045 klimaneutral werden. Dazu setzt sie unter anderem auch auf den Ausbau der Atomkraft.

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