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Rentenausgaben seit der JahrtausendwendeMehr Alte sind Deutschland weniger wert (zumindest relativ)

Die Zahl der Alten steigt, aber ein geringerer Anteil der Wirtschaftskraft fließt in die Rente. Die Linke warnt vor Altersarmut und weiteren Kürzungen.

In Deutschland leben heute viel mehr alte Menschen als noch zur Jahrtausendwende. Trotzdem fließt heute ein geringerer Anteil der deutschen Wirtschaftskraft in die gesetzliche Rente als damals. Das zeigen aktuelle Zahlen, die die Linksfraktion im Bundestag vom Sozialministerium erfragt hat.

Demnach waren im Jahr 2000 nur 14,3 Prozent der Bevölkerung 67 Jahre alt oder älter, 2025 waren es schon 20,3 Prozent. Demgegenüber entsprachen die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahr 2000 noch 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, im vergangenen Jahr waren es nur noch 9,5. Die Tendenz geht dabei wieder leicht nach oben: Zwischenzeitlich lag der Wert nur bei um die 9 Prozent, im Jahr 2024 dann bei 9,3 Prozent.

Dass der anteilige Aufwand für die Rente trotz der Alterung der Gesellschaft gesunken ist, hat verschiedene Gründe. So ist allein durch Zuwanderung und eine gestiegene Quote erwerbstätiger Frauen heute die Zahl der Arbeitskräfte und damit die Wirtschaftskraft höher. Insgesamt hat sich das Bruttoinlandsprodukt seit der Jahrtausendwende sogar mehr als verdoppelt.

Auf der anderen Seite ist infolge von Gesetzesänderungen das Rentenniveau heute niedriger als im Jahr 2000 – die Renten sind im letzten Vierteljahrhundert also weniger stark gestiegen als die Löhne. Außerdem wurde das Renteneintrittsalter angehoben. Beides hat die Ausgaben der Rentenversicherung gedämpft.

Linke kritisiert Kürzungen und Regierungspläne

Für die Linken-Abgeordnete Sarah Vollath sind diese „Leistungskürzungen“ die zentralen Faktoren für die Entwicklung der Zahlen. Sie hätten zu einem „massiven Anstieg der Altersarmut seit Anfang der 2000er geführt“, sagte sie der taz. Gleichzeitig sei das Vertrauen der Jüngeren in die gesetzliche Rentenversicherung rapide gesunken.

„Gerade vor diesem Hintergrund ist es ein großer Fehler, das umlagefinanzierte Rentensystem mit einer Umsetzung der Kommissionsempfehlungen weiter zu schwächen. Genau das Gegenteil ist erforderlich.“ Es sei höchste Zeit, die gesetzliche Rente wieder zu stärken und „der Altersarmut endlich den Kampf anzusagen!“

Prognosen zufolge wird die Alterung der Gesellschaft weiter voranschreiten. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wird im Jahr 2035 schon jede vierte Person in Deutschland über 67 sein. Vor diesem Hintergrund hatte die Bundesregierung eine Kommission mit Vorschlägen für eine weitere Rentenreform beauftragt, an deren Umsetzung das Sozialministerium derzeit arbeitet.

Die Pläne beinhalten unter anderen, dass die Regelaltersgrenze weiter steigt, Frührenten unattraktiver werden und die bisherigen umlagefinanzierten Renten in Zukunft wieder langsamer steigen. Dafür sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusätzliche obligatorische Beiträge für eine Kapitalrente zahlen, deren Erträge das gesamte Rentenniveau perspektivisch stabilisieren sollen. Details dazu sind noch unklar.

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