die sportskanone:
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Verletzte Männerehre
Umgangssprachlich betrachtet, kann der georgische Judoka Akaki Japaridze eigentlich nicht als Sportskanone gewürdigt werden. Besinnt man sich jedoch auf das, was Kanonen ausmacht, ihre Zerstörungskraft nämlich, ist die Vergabe dieses Titels wiederum trefflich. Japaridze war vergangenes Wochenende in einem Bundesligakampf für die JC Leipzig im Einsatz und brach seinem Gegner, dem deutschen Olympia-Starter Timo Cavelius, nicht nur den Kiefer, sondern schlug ihm dabei auch noch zwei Zähne aus. Als seine Niederlage auf der Matte feststand, hatte er Cavelius krankenhausreif geprügelt. Das Problem war nicht, seine sportliche Unterlegenheit zu akzeptieren, wie Japaridze Mitte dieser Woche klarstellte, sondern „ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten“, wie er auf Instagram schrieb. Im „Rahmen der Sportethik“ und „für mich als Georgier und als Mann“ sei das inakzeptabel. Was genau er damit meinte, erklärte er nicht. Aber eine Entschuldigung für sein Verhalten erachtete er wohl deshalb für überflüssig. Die Aufnahmen des Kampfs zeigen nur, dass Cavelius seine Faust in Richtung Japaridze geballt hatte. So bleibt rätselhaft, was den Georgier, insbesondere als Mann, in diesem Moment gekränkt haben könnte. Bekannt ist nur, dass Timo Cavelius bei den Sommerspielen 2024 in Paris der erste offen schwule Judoka bei einem olympischen Wettkampf war. Die nächste WM wird er aufgrund der Verletzungen wohl verpassen. Johannes Kopp
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