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Standort Deutschland ist attraktivMehr Geld von draußen

Ausländische Geldgeber investieren wieder mehr Kapital in Deutschland. Die meisten Mittel stammen aus der europäischen Nachbarschaft.

So schlecht, wie oft behauptet, ist der Standort Deutschland offenbar nicht: Im vergangenen Jahr sind die Investitionen ausländischer Unternehmen um 50 Prozent auf 86 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Im Jahr 2024 waren die ausländischen Investitionen um 32 Prozent eingebrochen. Im Mittel der vergangenen zehn Jahre verzeichneten die Wirt­schafts­for­sche­r:in­nen für 2025 einen Anstieg der ausländischen Investitionen von fast 11 Prozent.

„Deutschland hat nach wie vor sehr produktive Unternehmen“, sagte Samina Sultan, Expertin für europäische Wirtschaftspolitik und Außenhandel beim IW. Die Bedingungen für Investoren seien gut, etwa in Bezug auf sichere rechtliche Bedingungen und das Bildungssystem.

Das meiste Geld stammt aus der europäischen Nachbarschaft. Insgesamt kamen mehr als 80 Prozent der ausländischen Investitionen aus Großbritannien und EU-Staaten. Anleger aus EU-Ländern tragen zusammen mit 43 Milliarden Euro die Hälfte der Investitionen aus dem Ausland, ein leichtes Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stark gestiegen sind die Geldflüsse aus Großbritannien. Sie kletterten um 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro. Das dürfte größeren Einzelaktionen geschuldet sein. So hat die britische Investmentgesellschaft CapVest mit einem Milliarden-Deal die Mehrheit beim deutschen Pharmahersteller Stada übernommen.

Aus den Vereinigten Staaten sind im vergangenen Jahr sehr viel weniger Mittel nach Deutschland geflossen. Die Investitionen sanken um 44 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro. Der Anteil an den Gesamtinvestitionen fiel von mehr als 36 Prozent auf nur noch 14 Prozent. Hier sieht Sultan einen Zusammenhang mit der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump, der immer wieder Zölle verhängt und damit Reaktionen der betroffenen Länder provoziert. „Unternehmen sind verunsichert, weil sie nicht wissen, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln“, erklärte sie. Nur ein Randphänomen sind chinesische Investitionen in Deutschland. Sie stiegen zwar um 50 Prozent, lagen aber mit 199 Millionen Euro auf niedrigem Niveau.

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