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Straße von HormusDie USA nehmen Angriffe gegen Iran wieder auf

Die USA greifen Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit Raketen. Vor den Kongresswahlen bleibt den Republikanern wenig Zeit, um die Ausgangslage zu bessern.

Aus Washington

Hansjürgen Mai

Nach Wochen trügerischer Ruhe haben die USA ihre militärischen Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen. Das US-Militär griff am Sonntag iranische Stellungen in der Straße von Hormus an. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf US-Truppen in Jordanien. Der jüngste Schlagabtausch erfolgt, nur wenige Tage nachdem die US-Regierung angekündigt hatte, verstärkt auf wirtschaftlichen Druck gegen Teheran zu setzen, um den seit mehr als sechs Monaten andauernden Krieg zu beenden.

In den USA wächst derweil aufgrund des anhaltenden Kriegs der politische Druck auf die republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump. Die Umfragewerte des Präsidenten sind im Keller. Zugleich bedrohen steigende Preise infolge der angespannten Lage in der Straße von Hormus die knappen Mehrheiten der Republikaner im US-Kongress. Rund zwei Monate vor den Kongresswahlen bleibt den Republikanern wenig Zeit, ihre Ausgangslage zu verbessern. Die erneute militärische Eskalation dürfte ihnen dabei kaum helfen.

US-Streitkräfte sollen iranischen Berichten zufolge am Sonntag Raketenabschussanlagen auf Larak, einer Insel, die sich in der Straße von Hormus befindet, attackiert haben. Es sollen sich dort mehrere Explosionen ereignet haben. Nach Angaben eines amerikanischen Militärsprechers sollen Einheiten der iranischen Revolutionsgarde dabei beobachtet worden sein, wie sich darauf vorbereitet haben, Raketen und Seeminen in die Meerenge abzufeuern.

„Iran hat die Bedrohung geschaffen, und das US-Militär hat sie beseitigt, um zivile Seeleute, die Handelsschifffahrt und den freien Fluss des Welthandels zu schützen“, erklärte das US-Militärkommando Centcom auf X. Erst in der vergangenen Woche hatte das US-Militär mitgeteilt, die internationalen Schifffahrtswege in der Straße von Hormus von Seeminen geräumt zu haben. Während die iranische Führung den US-Angriff als Aggressionsakt bezeichnete, sprach Centcom von einer „begrenzten, gezielten Maßnahme“ gegen Einheiten der iranischen Revolutionsgarde (IRGC). Iranischen Medien zufolge soll es bei den Angriffen Tote und Verletzte gegeben haben.

Knapp ein Monat ohne Angriffe des US-Militärs

Im Gegenzug feuerte Iran Raketen auf in Jordanien stationierte US-Truppen ab. Jordaniens Militär bestätigte, am frühen Montagmorgen acht Raketen im eigenen Luftraum abgefangen zu haben. Über etwaige Schäden oder Verletzte unter den US-Truppen ist nichts bekannt.

Zuletzt hatte das US-Militär am 29. Juli Angriffe auf Iran bestätigt. Damals attackierten amerikanische Streitkräfte Dutzende Ziele der iranischen Revolutionsgarde. Nur wenige Tage später, am 1. August, kündigte Trump an, vorerst auf weitere Angriffe zu verzichten. Gespräche mit den Golfstaaten Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. Diese Feuerpause hielt bis Sonntag.

Innenpolitischer Druck

Trump selbst versucht, den Krieg öffentlich als Erfolg zu verkaufen. In einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview mit Fox News bezeichnete er die US-Seeblockade in der Straße von Hormus als großen Erfolg. „Die Blockade ist unglaublich“, sagte Trump. Washington übe damit erheblichen finanziellen Druck auf Teheran aus, dessen Öl- und Energieexporte eine zentrale Einnahmequelle sind.

Zwar durchqueren inzwischen wieder täglich Handelsschiffe die Straße von Hormus, allerdings weiterhin deutlich weniger als vor Beginn des Krieges. Die eingeschränkte Schifffahrt und die Sorge vor weiteren Lieferausfällen haben die Energiepreise steigen lassen. Gerade steigende Preise und andere wirtschaftliche Themen beschäftigen viele US-Wähler vor den Kongresswahlen.

Trump wiederholte im Interview auch die Aussage, dass das iranische Militär vernichtet worden sei. Gleichzeitig kommen US-Geheimdienstanalysen zu dem Schluss, dass Iran weiterhin über die Mehrheit seiner mobilen Startrampen verfügt und noch etwa 70 Prozent seines Raketenbestands aus der Vorkriegszeit besitzt.

In den USA existieren hingegen wachsende Sorgen, dass die eigene Munition – vor allem für Abwehrwaffensystem – langsam knapp wird. Dies ist nicht nur schlecht im Krieg mit Iran, sondern stellt das US-Militär vor große Probleme, sollte ein weiterer Konflikt ausbrechen.

Es ist noch immer zu früh, den Ausgang des Krieges vorherzusagen, doch die Vereinigten Staaten sind von der Erreichung ihrer Ziele weiter entfernt, als die Trump-Regierung dies wahrhaben will.

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1 Kommentar

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  • Andreas_2020

    Trump verstehe die Iraner nicht, Trump versteht den Iran auch nicht. Er ist glücklich, wie ein Idiot zu agieren und so sieht das Ganze auch am Ende aus.



    Der Iran ist am Boden, die Bevölkerung verarmt und dennoch wird das System zunächst überleben.



    Das ist jetzt deren Hauptbeschäftigung, sie nutzen die Menschen, die sie einkaufen, ideologisieren und mobilisieren können.



    Dazu brauchen sie immer neue Ideen und im Zweifel machen sie Ärger an der Straße von Hormus.



    Ich glaube, es ist lange her, dass ein US-Präsident so wenig Ahnung hatte von Aktionen, die Mrd. US-$ kosten und eigentlich nicht das Ergebnis bringen können, was die USA wollen. Es ist im Grunde genommen der größte Flop seit Vietnam: Die USA wenden Mrd. $ auf und erzeugen eine fragile Weltwirtschaft, schicken pausenlos den Märkten Unsicherheit und Instabilität.



    Parallel freuen sich die Russen über hohe Öl-Preise. Die iranische Führung hat dagegen alles über- und durchgestanden. Die Pasdaran haben mehr oder weniger das Ruder übernommen und ihr Hass auf die USA war seit 1979 nicht so stark wie jetzt. Ihr Ziel ist es, zu überleben, das schaffen sie momentan gut. Das iranische Volk geht dabei den Bach runter.