piwik no script img

UN-Bericht zum KlimawandelDas 1,5-Grad-Ziel wird gerissen

Das Ziel des Pariser Klimaabkommens lässt sich aus Sicht der Vereinten Nationen nicht mehr halten. Aktuell steuert die Erde auf eine Erwärmung um 2,6 Grad zu.

kna/epd/dpa/taz | Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, lässt sich aus Sicht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) nicht mehr halten. Die Welt befinde sich auf dem Weg zu einer Erderwärmung von 2,6 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Organisation. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens sei nur dann noch erreichbar, wenn die globale Durchschnittstemperatur nach einem zwischenzeitlichen Überschreiten dieses Limits wieder abgesenkt werden könne.

„Weltweit zeigen extreme Hitzewellen bereits, dass die Auswirkungen des Klimawandels schneller eintreten, heftiger ausfallen und länger anhalten werden – was mehr Menschenleben kosten und tiefgreifendere Störungen verursachen wird“, sagte Inger Andersen, Exekutivdirektorin des Unep. Es bestehe jedoch noch eine Möglichkeit, den Temperaturanstieg unter der kritischen Marke von 1,5 Grad zu halten. „Jetzt ist es an der Zeit, unsere Klimaschutzbemühungen zu verstärken – und nicht, sie aufzugeben“, betonte Andersen bei der Vorstellung des Berichts in Nairobi.

„Die sengende Hitze, die verheerenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns bevorsteht“, betonte auch UN-Generalsekretär António Guterres. Deshalb müsse es darum gehen, die Überschreitung so gering und die Rückkehr unter die 1,5-Grad-Marke so schnell wie möglich zu gestalten, erklärte Guterres.

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Aktuell sieht es allerdings nicht danach aus. Dem Bericht zufolge befindet sich die Welt dem Bericht auf einem Weg, der zu etwa 2,6 Grad Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit führen würde. Vieles deute darauf hin, dass die 1,5-Grad-Grenze bereits in den kommenden Jahren dauerhaft überschritten werde. Selbst im optimistischsten Szenario, wenn sehr schnell und umfassend reagiert würde, könne der Höchstwert auf 1,8 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, sagte Debra Roberts, eine der Autorinnen des Berichts.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare