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+++ Nachrichten im Irankrieg +++Neue Angriffe zwischen USA und Iran

Washington beschießt militärische Ziele in Iran, Teheran US-Ziele und Verbündete in der Region; es gibt Tote. Derweil wird der Ölpreis wieder erhöht.

Gegenseitige Angriffe über Nacht

Die USA und Iran haben in der Nacht erneut einander angegriffen. Die US-Streitkräfte attackierten nach Angaben des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos (Centcom) militärische Ziele in Iran. Als Reaktion darauf feuerte Teheran Raketen und Drohnen auf mehrere Orte in der Region ab. Bei einem US-Angriff wurde nach Angaben iranischer Behörden ein Haus getroffen, in dem eine Hochzeit stattfand.

Centcom teilte mit, die jüngste Angriffswelle sei abgeschlossen. Ziel seien Luftabwehrstellungen, Radarsysteme und maritime Anlagen gewesen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf Versuche Teherans gewesen, Handelsschiffe und US-Truppen im Nahen Osten anzugreifen.

US-Präsident Donald Trump lieferte eine zusätzliche Erklärung und sagte dem Sender Fox News in einem Telefonat, dass US-Streitkräfte iranische Radaranlagen angegriffen hätten. „Sie haben versucht, ihr Radar wieder aufzubauen, weil sie nichts sehen können“, sagte Trump. „Wir haben gewartet, bis es fast fertig war, und dann haben wir zugeschlagen.“

Später sagte Trump, er wolle Iran nicht zu Verhandlungen zwingen. „Es könnte mir nicht egaler sein, ob sie ein für sie wertloses Abkommen unterzeichnen“, schrieb er in den sozialen Medien. Die USA hätten derzeit eine deutlich bessere Position, da sie „fast die vollständige Kontrolle“ über die Straße von Hormus hätten und die iranische Wirtschaft „völlig zusammenbreche“. Die Iraner würden lediglich das Unvermeidliche hinauszögern, schrieb Trump. „Wann wird das iranische Volk aufstehen und kämpfen?“, fragte er weiter.

Nach Beginn der US-Angriffe am Dienstag feuerte Iran ballistische Raketen auf Jordanien ab. Die iranische Revolutionsgarde erklärte laut dem iranischen Staatsfernsehen, Ziel sei ein US-Stützpunkt an der jordanischen Küste am Golf von Akaba gewesen. Das jordanische Militär teilte mit, es habe zehn der Raketen abgefangen. Die drei verbliebenen seien in unbewohnten Gebieten niedergegangen. Über Akaba waren Explosionen zu sehen.

Das kuwaitische Militär teilte auf der Plattform X mit, seine Luftabwehr habe Drohnen aus dem Iran abgefangen. Iran erklärte zudem, er habe einen Drohnenangriff auf US-Streitkräfte in Bahrain gestartet. Dort hieß es, alle Angriffe seien abgefangen worden. (ap)

USA bestreiten Angriff auf Zivilisten

Iranische Staatsmedien berichteten, die USA hätten zivile Ziele an der Südküste Irans bombardiert und einen zivilen Flughafen getroffen. Bei einem US-Angriff auf ein Wohnhaus in Kuhestak im Süden des Landes, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand, seien fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Kind. Mindestens 68 weitere wurden verletzt, wie der stellvertretende Gouverneur der Provinz Hormusgan, Ahmad Nafisi, dem iranischen Staatsfernsehen sagte.

Diese Verbrechen würden nicht ungestraft bleiben, schrieb der Vorsitzende des Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, Ebrahim Asisi, auf der Plattform X. Centcom teilte mit, die Berichte über zivile Opfer seien bekannt. Sprecher Tim Hawkins erklärte, diese stammten von iranischen Staatsmedien. „Das US-Militär nimmt niemals Zivilisten ins Visier, im Gegensatz zu den Revolutionsgarden“, sagte Hawkins. (ap)

Stromausfälle in Hormusgan

Aus mehreren Küstengebieten im Süden Irans wurden Explosionen gemeldet, darunter aus der Hafenstadt Bandar Abbas, wo sich Einrichtungen der Marine und der Luftwaffe befinden sowie von der Insel Keschm in der Straße von Hormus. Augenzeugen in Bandar Abbas berichteten der Nachrichtenagentur AP, die Explosionen seien heftiger gewesen als bei einem Angriff vom Sonntag. Zudem hätten sie Rauch aus dem östlichen Teil der an der Meerenge gelegenen Stadt aufsteigen sehen.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete, US-Angriffe hätten eine Fischmehlfabrik auf Keschm sowie mehrere zivile Einrichtungen in der Provinz Hormusgan getroffen. Zu den Zielen gehörten demnach ein Anlegesteg sowie ein Turm der Hafen- und Schifffahrtsbehörde in Sirik. In Teilen von Hormusgan kam es laut dem Netzbetreiber infolge der Angriffe zu Stromausfällen. (ap)

Soldaten der USS Abraham Lincoln erreichen Land

Nach mehr als 200 Tagen auf See und Berichten über gravierende Missstände an Bord ist der US-Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ in Thailand eingetroffen. Hinter den rund 5.000 Soldaten in der Touristenhochburg Pattaya liegt ein Kriegseinsatz, der wegen angeblicher Versorgungsengpässe und Beschwerden von Matrosen und Angehörigen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Das 330 Meter lange und bis zu 74 Meter hohe Schiff lief am Morgen (Ortszeit) im Hafen Laem Chabang in der Provinz Chon Buri ein, rund 20 Kilometer von Pattaya entfernt.

Die monatelange Belastung und die Zustände an Bord hatten für erhebliche Unruhe gesorgt. Das atomgetriebene Schiff war im November 2025 aus der US-Westküstenstadt San Diego ausgelaufen – zunächst für einen Einsatz im Pazifik. Infolge des Kriegs mit Iran wurde der Flugzeugträger dann aber in den Nahen Osten verlegt.

Die Besatzung war nach Angaben mehrerer Medien mehr als 200 Tage ohne Hafenaufenthalt unterwegs. Bei Einsätzen von US-Flugzeugträgern sind zwar auch mehrmonatige Fahrten üblich, doch eine so lange Zeit ohne regulären Hafenaufenthalt ist ungewöhnlich.

Berichte über Probleme mit der Wasserversorgung, verstopfte Toiletten sowie zunehmende psychische Belastung der Besatzung infolge diverser Missstände hatten immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. In einigen Fällen sollen Besatzungsmitglieder nach Angaben ihrer Angehörigen versucht haben, über Bord zu springen. Das US-Militär wies die schwersten Vorwürfe zurück. (dpa)

Ölpreis steigt wieder Richtung 100 US-Dollar

Versorgungsängste angesichts ‌der sich ‌wieder verschärfenden Spannungen in Nahost haben die Ölpreise am Mittwoch in Richtung 100 Dollar getrieben. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI stiegen in der Spitze um jeweils rund 2,5 Prozent auf 97,04 und 92,29 Dollar je Fass. Das ist ‌der höchste Stand seit dem 24. Juli. Schon am Dienstag waren die Ölpreise nach gegenseitigen Angriffen der USA und Iran um rund 5 Prozent in die Höhe geschossen.

„Die Entwicklungen der letzten Tage haben die Risiken für die regionale Ölversorgung wieder in den Fokus gerückt“, erläuterten die Analysten von ING in einem Kommentar. Der Nahostkrieg hat Öl in den vergangenen Monaten stark ‌verteuert und Inflations- und Zinssorgen geschürt. Ende April war der Brent-Preis in der Spitze auf 126 Dollar je Fass geklettert.

Durch die ⁠wichtige Meerenge von Hormus wurden vor Beginn des Konflikts Ende Februar rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert. „Solange es keine eindeutigen Beweise dafür gibt, ‌dass Verhandlungen ‌zu einer dauerhaften Lösung führen können und ⁠dass die normalen Ölströme durch die Straße von Hormus wiederkehren, dürfte die Risikoprämie für Rohöl weiterhin hoch ‌bleiben“, prognostizierte Priyanka Sachdeva, Leiterin ‌der Marktanalysen bei Phillip Nova. (rtr)

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