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US-Vermittler in Moskau und KyjiwDiplomaten als Fans

US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner haben Gespräche in Russland und der Ukraine geführt. Viele Fragen bleiben offen, immerhin ist von „neuen Ideen“ die Rede.

Bernhard Clasen

Aus Kyjiw

Bernhard Clasen

Nach einer viel beachteten Vermittlermission, die die Unterhändler von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, am Freitag nach Moskau und anschließend nach Kyjiw geführt hatte, haben die Beteiligten die Ukraine wieder verlassen. Zurück bleiben offene Fragen und das Gefühl, dass der Krieg noch über den Winter hinaus andauern wird. Ein Durchbruch konnte dabei nicht erzielt werden.

Immerhin soll es neue Vorschläge geben und die USA wollen offenbar das seit Monaten unterbrochene trilaterale Gesprächsformat zwischen Washington, Moskau und Kyjiw wiederbeleben. Da bei den Verhandlungen in Kyjiw auch Vertreter europäischer Länder mit am Tisch saßen, ist davon auszugehen, dass die Europäer in künftige Verhandlungen wieder mehr einbezogen werden sollen.

Konkrete Ergebnisse oder Vorschläge wurden nicht bekannt. Der US-Sondergesandte Witkoff sagte lediglich auf einer Pressekonferenz in Kyjiw, Russland und die Ukraine müssten zu Kompromissen bereit sein. Weder das offizielle Moskau noch das offizielle Kyjiw erklärten konkret, was in Moskau und Kyjiw besprochen worden ist.

Man habe in Moskau neue Ideen gehört, zitiert das ukrainische Portal obozrevatel.com Steve Witkoff, der jedoch nicht näher ins Detail gehen wollte. Ähnlich unkonkret äußerte sich Putin-Berater Juri Uschakow. Witkoff und Kushner hätten „eine Reihe von Ideen zu möglichen Wegen für eine Einigung skizziert“, sagte er.

Nur Mutmaßungen

Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die amerikanischen Vermittler hätten „einige neue Ideen“. Diese müssten nun geprüft werden. Viel Konkretes wurde allerdings auch in Kyjiw nicht bekannt. Welche Forderungen die US-Unterhändler aus Moskau für die ukrainische Seite im Gepäck hatten, lässt sich daher bislang nur vermuten.

Wahrscheinlich ging es dabei unter anderem um den Abzug der ukrainischen Truppen aus dem Donbass, einen neutralen Status der Ukraine sowie weitergehende Rechte für die russische Sprache. Selenskyj sagte anschließend, derzeit sehe es danach aus, dass der Krieg auch im Winter weitergehen werde. Die Ukraine setzt deshalb auf ein amerikanisches „Winterpaket“ mit zusätzlicher Unterstützung für die Luftverteidigung und den Energiesektor.

„Die Mission ist gescheitert. Leider (oder vielleicht auch zum Glück) verlief alles wie erwartet – ohne konkrete Ergebnisse“, formuliert der Politologe Wolodymyr Fesenko. Aber so sei nun mal eine Mission. Und deswegen müsse sie fortgesetzt werden. „The show must go on“, fährt er fort und schiebt nach, dass man vielleicht mal die Hauptdarsteller auswechseln solle.

Zuvor hatte er den „unterwürfigen“ Auftritt von Steve Witkoff gegenüber Wladimir Putin kritisiert. Bei dem Treffen mit Putin im Kreml am 5. September 2026 hatte Witkoff gesagt, er und Jared Kushner hätten sich vor dem Gespräch darüber unterhalten, dass sie sich im Ruhestand an all die unglaublichen Geschichten im Rahmen ihrer Arbeit zurückerinnern würden – und die Treffen mit Putin werde dabei ganz oben stehen.

Angst vor weiteren Angriffen

Ähnlich negativ über den Moskau-Besuch der beiden äußerte sich der Aktivist Mustafa Nayyem. Natürlich müssten Diplomaten höflich sein, so Nayyem auf seiner Facebook-Seite. Aber ein Diplomat dürfe nicht wie ein Fan wirken. „Ich habe Angst“ kommentiert Serhij Jagodsinski, Blogger und Professor an der Europäischen Universität in Kyjiw. Denn mit der Abreise von Kuschner und Witkoff am Montag dürfte auch die völlige Ruhe, die während ihres Aufenthalts in Kyjiw geherrscht habe, vorbei sein.

Drei Tage lang hatten die Bewohner von Kyjiw und Moskau keine Luftangriffe zu befürchten, hatten sich doch Putin und Selenskyj verpflichtet, für die Dauer der dreitägigen Gespräche die jeweiligen Hauptstädte nicht anzugreifen. In den vergangenen Tagen waren die Geschäfte und Einkaufszentren in Kyjiw bei strahlendem Sommerwetter so voll wie schon lange nicht mehr.

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1 Kommentar

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  • Machiavelli

    Das ist doch nur Theater um Trump zu unterhalten. Putin will und kann diesen krieg nicht beenden. Billionen euros hat dieser krieg Russland schon gekostet. Hunderttausende Russen sind tot. Wichtige Absatzmärkte weggebrochen, schwarzmeerflotte und strategische bomber sind zusammengeschossen worden. Der Traum wieder Großmacht zu sein ist dahin, der Nachfolger Putins wird Vasall china's.