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Katherina Reiches Gesetze Der Bundestag muss das Abwürgen der Energiewende verhindern

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Die Gesetzentwürfe der Wirtschaftsministerin machen nicht nur die Energiebranche nervös. Die Energieversorgung des ganzen Landes steht auf dem Spiel.

I n der Energiebranche herrscht große Nervosität. In vielen Unternehmen geht die Angst vor Umsatzeinbruch und Jobverlust um. Verantwortlich dafür sind zwei zentrale Projekte von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, über die der Bundestag igerade in erster Lesung beraten hat: das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das sogenannte Netzpaket. Es geht um nicht weniger als die Frage, wie und ob es mit der Energiewende weitergeht. Setzt sich die Christdemokratin mit ihren Vorstellungen durch, wird der Ausbau von Wind- und Solarkraft hart ausgebremst. Dann haben nicht nur die Unternehmen der Energiebranche ein erhebliches Problem, sondern das ganze Land.

Der Staat regelt im Detail, wer wie wann Strom produzieren darf. Dabei können Eingriffe absichtlich, aber auch unabsichtlich negative Folgen für die Be­trei­be­r:in­nen von Wind- und Wasserkraft-, Solar- oder Biomasseanlagen haben. Gerade die Solarenergie hat in den vergangenen Jahren einen Boom erlebt. Getragen wird er nicht nur von kommerziellen Solarparks, sondern auch von vielen Bürger:innen, die eine eigene Solaranlage auf dem Dach installiert haben. Es dauert viele Jahre, bis sich diese Investition rechnet. Deshalb gibt es bislang eine Mindestvergütung für den Strom, der nicht selbst verbraucht, sondern ins Netz abgegeben wird. Reiche will die bisherige Förderung streichen und den Betrieb mit neuen Vorgaben erschweren. Solaranlagen werden damit unattraktiver. Das wird erhebliche Folgen für die Installationszahlen haben.

Auch bei der Windkraft drohen Einbrüche. Mitunter wird der von Windrädern produzierte Strom nicht gebraucht, etwa wenn die Wetterbedingungen für sehr viel erneuerbare Energie sorgen. Dann werden die Anlagen abgestellt, damit das Netz nicht überlastet wird. Dafür erhalten Be­trei­be­r:in­nen eine Entschädigung. So haben sie beim Bau der Anlage eine belastbare Kalkulationsgrundlage. Diese Entschädigung will Reiche drastisch einschränken. Banken warnen davor, dass damit die Finanzierung von Windkraftprojekten gefährdet ist. Es gäbe eine einfache Lösung: Speicher an den Anlagen, die den überschüssigen Strom aufnehmen. Aber das lehnt die Ministerin ab.

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In den Gesetzentwürfen gibt es etliche weitere große und kleine Hindernisse und Nickligkeiten für Unternehmen und Privatleute, die erneuerbare Energien wollen. Das ist schon angesichts der Klimakrise unverantwortlich. Und es ist auch mit Blick auf die Wirtschaft nicht nachvollziehbar. Viele Betriebe leiden unter den hohen Energiepreisen. Gas und Öl werden immer teurer und in Krisen knapp, wie der Irankrieg zeigt. Auch sicherheitspolitisch führt kein Weg daran vorbei, unabhängiger von Öl und Gas zu werden. Aber Reiches Vorhaben führen nicht aus der fossilen Abhängigkeit. Im Gegenteil.

Die Abgeordneten von Union und SPD haben es in den kommenden Wochen in der Hand, sich diesem Aberwitz zu verweigern. Wenn sie dazu nicht die Kraft haben, sieht es schlecht aus für die deutsche Energieversorgung.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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11 Kommentare

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  • Heinz Kurtenbach

    Da ist der blackrock Fürst und die Gaslady der fossilen Lobby verpflichtet. Wie schon zu Umweltminister Altmeiers Zeiten - damals als Staatsministerin - legt K. Reiche ein Vollbremsung hin, der rollback schadet den weiterdenkenden Unternehmen, hilft bei der Zerstörung einer lebenswerten Mitwelt und unterstützt letztendlich den Demokratiezerstörer und Autokraten. Musikalisch ausgedrückt mit REM und Baez: it's the end of the world as we know and I feel fine - wann wird mann je verstehen?

  • Karl Schmidt

    Seit ihrer Amtseinführung hat Frau Reiche zielstrebig auf diesen großen Gesetzteskatalog hingearbeitet, den sie jetzt durch das Parlament treiben will.

    Es ist wirklich bemerkenswert, dass sie selbst unter dem Eindruck von mehr als einem halben Jahr Iran Krieg zu keinem bisschen Korrektur und Handreichung bereit ist. Dabei schlägt dieser Rundumschlag wirklich quer durch die deutsche Industrie. Auch für die Autobauer wäre es jetzt wichtig, ihre fertigen Konzepte für bidirektionales Laden jetzt auf die Straße bringen zu können. Reiche blockiert auch genau da. Warum?

    Die Elektrifizierung steht für zahlreiche Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk. Die müssen wir stärken und nicht kaputt machen!

  • Klausma

    Hier hat es mal gute technische Erklärungen zu dem Thema: "Gutachter Kai". Einfach googeln und sich selbst eine Meinung bilden können, da hier, wie gesagt, die aktuell bestehende Technik in den Kontext ordentlich wissenschaftlich eingeordnet wird. Viel Erkenntnisgewinn wünsche ich Euch ind ein schönes Wochenende.

  • Hartmut Wolff

    Der Kanzler--Blackrock



    Die Wirtschaftsministerin-- EON



    Offensichtlich!

  • So,so

    Jeder spd Abgeordnete, der für diesen Gesetzentwurf von Herrn merz (via seine sog. Wirtschaftsministerin!) die Hand hebt, macht sich noch weiter unwählbar.

    Der Gesetzentwurf ist ein copy-paste aus der fossilen Lobby, ist gesamtwirtschaftlich für Deutschland gefährlich und seine Inhalte grenzen an reine Bösartigkeit.

    Diese Abstimmung hat mit "Kompromissfähigkeit" nichts mehr zu tun. Es ist ein reines Sabotagegesetz gegen die Erneuerbaren Energien und das Ergebnis der Hass-auf-Habeck Kampagne von Springer und Fossillobby.



    Jeder sollte "seinen" spd-Abgeordneten zumailen, damit auch die das mal merken.

  • Frauke Z

    " Die Energieversorgung des ganzen Landes steht auf dem Spiel. "



    Uj, hier wird aber wieder ganz dick aufgetragen.



    Und das könnte auch nicht ganz abwegig sein, wenn auch nicht ausgerechnet wegen der neuen Vorschläge (die tatsächlich an manchen Stellen eigenartig anmuten).



    Nur ist das mit der Angst um die Energieversorgung in Deutschland so eine Sache. Ein Land, das mitten in einer Energiekrise, die bewusst als Aggression eines anderen Staates herbeigeführt wurde, am Atomausstieg und vor allem an dessen engem Zeitplan festhält, anstatt sich einen weiteren Puffer zu verschaffen, hat seine unerschütterliche Sorglosigkeit in diesem Punkt über jeden Zweifel hinweg bewiesen.

  • Janix

    Etwas ideologisch ist jede Person in der Politik. Doch wer seine eigene Konzeptlosigkeit mit ideologischen Sprechblasen und aberwitziger Folgsamkeit gewissen Lobbyisten gegenüber garniert, muss nicht Ministerin werden. Habeck hat gezeigt, wie mensch erklären kann, öffentlich denken, sich korrigieren und die nötige Energiewende beschleunigt statt blind zu bremsen.



    Frau Reiche sollte ihre letzten Jahre im Ministerium noch besser auch für Sinnvolles nutzen.

  • Sonnenhaus

    Frau Reiche schadet damit zum zweiten mal in Ihrer politischen Laufbahn unserem Lande, wie sie das bereits zu Regierungszeiten von Herrn Altmaier getan hat. Damit stellt sich die Frage für wen diese Frau eigentlich arbeitet, was sie antreibt unserer Energieversorgung in wirtschaftlicher Weise zu schaden. Da die absehbaren Folgen ihrer politischen Einflussnahme direkt mit den Zielen von Energieversorgungsclans und fremden Terroristen und Autokraten in Übereinstimmung gebracht werden können, entsteht der Eindruck, sie handelt auf Weisung Dritter und verstösst wissentlich gegen ihren Amtseid; Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Es bleibt eine letzte Chance durch das Parlament diesen Wahnsinn zu stoppen. Ob das passieren wird ? Es bleiben Zweifel, da nach den beiden letzten Wahlschlappen der Regierungskoalition bewegt sich inhaltlich nicht das Geringste bei den Lösungsansätzen der Regierungsparteien, welche die Bürger zu einer AfD Wahl veranlasst haben.

  • Life is Life

    Kann mir irgendjemand sagen mit welcher Begründung Frau Reiche Speicher an den Energieanlagen ablehnt?

  • sollndas

    "Viele Betriebe leiden unter den hohen Energiepreisen."



    "Dann werden die Anlagen abgestellt... Dafür erhalten Be­trei­be­r:in­nen eine Entschädigung."



    Finde den Widerspruch.

  • Wunderwelt

    Es gibt sehr sehr viele gute Gründe den weiteren Ausbau der Erneuerbaren nicht zu behindern, sondern im Gegenteil stark zu befördern.



    Und sehr viele Menschen haben das verstanden. Nur im Wirtschaftsministerium ist man aus ideologischen Gründen und einer Verzahnung mit den Interessen der Fossilindustrie, die mindestens an Korruption grenzt, blind und taub für die Herausforderungen und Notwendigkeiten einer Industrienation im Klimawandel.







    Man kann einerseits nur mit dem Kopf schütteln über soviel Borniertheit.







    Andererseits sollte irgendwer dieser Regierung mal stecken, daß genau diese völlig verfehlte Wirtschafts- und Energiepolitik einen wesentlichen Grund darstellt, daß Schwarz-Rot im Bund, die wohl größte Unzufriedenheit mit der Arbeit einer Bundesregierung ever liefert..