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Deutsche Wohnen enteignen Wohnst du schon oder suchst du noch?

Gastkommentar von

Uwe Fuhrmann

In Berlin fehlen massenhaft bezahlbare Wohnungen. Deshalb ist Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ein Mittel, den Mietmarkt zu entspannen.

B erlin hat ein Problem: Seit vielen Jahren ist es kaum möglich, eine Wohnung zu finden, und wenn doch, dann macht die Miete arm. Es ist eine veritable Doppelkrise: Zu wenig Angebot und zu hohe Preise. Der Berliner Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co Enteignen“ (DWE-Volksentscheid) von 2021 bildet mit beachtlichen 59 Prozent Zustimmung die demokratische Legitimation für das Vorhaben, mehr als 200.000 Berliner Wohnungen der großen Immobilienkonzerne wie Vonovia dem Zweck der Profitmaximierung zu entziehen.

Durch Vermietung zu überhöhten Preisen machen sie bislang aus Geld viel mehr Geld für ihre privaten Teilhaber. Das Geschäftsmodell ist viel zu erfolgreich, um die Wohnungsbestände freiwillig herauszurücken. Deswegen ist die Vergesellschaftung nach Artikel 15 des Grundgesetzes notwendig. Die Vergesellschaftung würde zwar nicht die Angebotskrise lösen, sehr wohl aber das Ruder in der Preiskrise herumreißen.

Uwe Fuhrmann

ist promovierter Historiker an der Humboldt-Universität Berlin. Er forscht und publiziert unter anderem zur Entstehung der Sozialen Marktwirtschaft.

Hinter dem Streit um Vergesellschaftung und Enteignungen verbergen sich zentrale Fragen: Wer darf über gesellschaftlich erarbeiteten Reichtum verfügen? Wie lässt sich verhindern, dass wirtschaftliche Macht in politische Macht mündet? Wie lassen sich katastrophale Entwicklungen stoppen?

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Die Bundesregierung aus CDU und SPD reagierte Anfang Juli mit dem Vorhaben, die „Verstaatlichung privater Mietwohnungsbestände“ per Bundesgesetz zu verbieten. Das wird wohl absehbar vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern, aber als Verzögerungsmaßnahme würde es vermutlich funktionieren. Für diesen billigen taktischen Erfolg unternimmt die Koalition einen geschichtsblinden Angriff auf zentrale Grundlagen der Bundesrepublik.

Seit 1990 wurde in Deutschland alles privatisiert, was nicht niet- und nagelfest war, darunter unzählige Wohnungen

Denn nach Kriegsende 1945 wurden Lehren gezogen aus dem Elend des 19. Jahrhunderts, aus zwei Weltkriegen sowie insbesondere aus der NS-Diktatur. Daraus entwickelte sich übergreifend der Konsens, „kapitalistische[m] Gewinn- und Machtstreben“ des „Privatkapitals“ (Ahlener Programm der CDU, 1947) enge Grenzen zu setzen. Nie wieder sollten Eigentümer von Grund und Boden oder von Produktionsmitteln die Möglichkeit bekommen, die Gesellschaft ihren Interessen zu unterwerfen und sie dadurch in eine Katastrophe zu führen. Im Wahlkampf 1949 brachte die siegreiche CDU das Ganze auf den Punkt: „Wer Macht auf dem Markt besitzt […] darf nicht frei sein.“

Wetten, die Demokratie gewinnt? ​

Nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern droht erstmals eine AfD-Regierung. Die taz berichtet, was auf dem Spiel steht – und wer jetzt die Demokratie verteidigt. Alle Texte zur Serie finden Sie hier.

Dieser Minimalkonsens fand seinen Weg in die Parteiprogramme und in den wirtschaftspolitischen Diskurs der Nachkriegsjahre – und mit den Artikeln 15 und 14 („Eigentum verpflichtet“) ins Grundgesetz. Selbst Landesverfassungen sehen auch heute noch die Überführung von „Betrieben der Energiewirtschaft“ beziehungsweise von bestimmten Großbetrieben und marktbeherrschende Unternehmen in Gemeineigentum vor. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die aktuelle Bundesregierung nicht so grausame Erfahrungen machen müsste wie die Gründungsgeneration der Bundesrepublik.

Auch die soziale Marktwirtschaft ist eine wirtschaftspolitische Reflexion des Wunsches, dass sich die von den Zeitgenossen gemachten Erfahrungen nie wiederholen dürften. Sie ist ein Kind der Nachkriegszeit: Ihre Geschwister waren nicht Konkurrenz und freier Markt, sondern Sozialisierung und Antikapitalismus. 1949 warb die CDU im Wahlkampf: „Die 'soziale Marktwirtschaft’ steht […] im Gegensatz zur sogenannten ‚freien Wirtschaft‘ liberalistischer Prägung.“ Das Gottvertrauen in „den Markt“ ist also in Wirklichkeit gerade die Negativfolie, von der die soziale Marktwirtschaft sich absetzte.

Die zentralen wirtschaftspolitischen Einsichten des Grundgesetzes will die Regierung von Merz, Klingbeil, Söder mit ihrem Reformpapier entsorgen. Noch nicht einmal einen guten Grund können sie für diesen Angriff auf den Gründungskonsens der Bundesrepublik vorbringen: Die vage Behauptung, Vergesellschaftung würde den privaten Wohnungsbau gefährden, ist reine Spekulation. Und selbst wenn das so wäre: Bauen können auch Genossenschaften, der Staat, Gewerkschaften und Familien – und zwar bezahlbaren Wohnraum. Das wiederum ist historisch belegt.

Seit 1990 wurde alles privatisiert, was ging

Spätestens seit 1990 wurde in Deutschland alles privatisiert – und eben entvergesellschaftet –, was nicht niet- und nagelfest war, darunter die Bahn, das Gesundheitswesen und unzählige Wohnungen. Ein Ergebnis dessen ist die Lage unter anderem auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Nun ausgerechnet bei Entprivatisierung durch Vergesellschaftung Gefahren für die Mie­te­r*in­nen an die Wand zu malen, ist Ideologie. Sowohl konkrete materielle Eigeninteressen der Berliner Bevölkerung als auch die erwünschte Rettung eines demokratischen Gemeinwesens sprechen vielmehr für die Begrenzung der wirtschaftlichen und politischen Macht von großen Konzernen, auch im Wohnungssektor. Genau dafür hat 2021 mit knapp über 59 Prozent die deutliche Mehrheit der Ber­li­ne­r*in­nen gestimmt.

Doch trotz schlagender historischer und aktueller Argumente ist die Linke bislang die einzige Partei, die entschieden für die Umsetzung des DWE-Volksentscheids kämpft. Die AfD steht in dieser Frage wie so oft komplett gegen die Interessen ihrer eigenen Wählerschaft, während CDU und SPD sich auf Bundesebene mit dem geplanten Verbot von Vergesellschaftungen für die Profitinteressen von Vonovia, Heimstaden und Co so richtig ins Zeug legen.

Es wäre also höchste Zeit für diese Parteien, ihre Position zu überdenken. Möglicherweise werden sie es nicht tun. Deshalb sollten Wähler*innen, die zur Miete wohnen oder eine von Konzernen dominierte Republik ablehnen, ihre Wahlentscheidung in Berlin am 20. September entsprechend anpassen. Dasselbe gilt für die Wählenden von liberalen, tierlieben und semiwitzigen Kleinparteien. Berlin bietet die beste Chance seit Langem, dem Neoliberalismus eine Alternative entgegenzusetzen.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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19 Kommentare

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  • T-Rom

    Es sind 2 verschiedene Probleme:



    Mehr Wohnungen in Hand von Genossenschaften oder kommunalen Gesellschaften können für niedrigere Mieten / Nebenkosten sorgen. Hat über Jahrzehnte gut funktioniert, bis der Privatisierungswahn kam.



    Um mehr Wohnraum zu bauen müssen die Kosten gesenkt werden, u.a. auch durch weniger strenge Vorschriften, einfachere Bewilligung von Baugelände. Da ist man in den letzter Zeit weit über das Ziel hinausgeschossen, und jetzt hat man die Folgen.



    Auch eine konsequentere Nutzung von leerstehenden Immobilien (zB Bürogebäuden) könnte hier und da helfen.

    • economista

      @T-Rom:

      Das Zweckentfremdungsverbot sanktioniert aber die Nutzung von Büros zu Wohnzwecken und macht flexible Ansätze unmöglich.

  • David Lejdar

    Da gab es auch die DDR, mit Monopol auf Wohnungen, wo SED-Funktionäre, Stasi-Mitarbeiter und so, bei Wohnungsvergabe bevorzugt wurden, während weitere Leute Jahre warten durften. Und so krass mag das nun nicht werden, aber nachdem billig privatisiert wurde, um teuer zurückzukaufen - an für sich nicht garantiert, dass weiterer Senat nicht schon wieder billig privatisiert, oder selbst Mieten anhebt, um Haushaltslöcher zu stopfen, usw.

    Unterdessen wäre auch Option einfach mal Grundsicherung im Alter um z.B. 200 Euro anzuheben, und paar Studetenwohnheime gebaut, wobei derzeit in Berlin angeblich rund 150.000 Studenten in Mietwohnung/WG leben - und da wäre es ja belegbare Entlastung, wenn diese Wohnungen verfügbar wären. Und allgemein auch mal bei dem Mietpreisspiegel konsequenter zu sein, wo Bundesjustizministerin letztens nannte, dass es mit Strafen einhergehen sollte, wenn Verstoß - was vernünftig wäre.

  • Goldi

    Danke! Sehr guter Kommentar! :-)

  • Black & White

    Profitieren würden nur die Mieter der enteigneten Immobilienkonzerne, unabhängig, ob die Mieter wohlhabend sind oder eher ein geringes Einkommen haben. Alle Anderen (Mieter als auch Wohnungssuchende) würden in die Röhre schauen.

    Das klingt wie eine Klientel-Politik, die die Masse der Bedürftigen im Regen stehen lässt. Warum sich die Linke für eine solche ungerechte Lösung einsetzt, bleibt mir ein Rätsel.

  • Encantado

    "In Berlin fehlen massenhaft bezahlbare Wohnungen. Deshalb ist Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ein Mittel, den Mietmarkt zu entspannen."



    Mir fehlt im Text die Argumentation, warum eine Vergesellschaftung mehr Wohnungen schaffen soll, wie diese Unter-Überschrift suggeriert.



    "Es ist eine veritable Doppelkrise: Zu wenig Angebot und zu hohe Preise."



    Das wiederum sind keine zwei Probleme. Das zweite resultiert aus dem ersten.

    • AndreasM

      @Encantado:

      Geht mir genauso. Ketzerische Frage, wäre es nicht viel schlauer, für das viele Geld neue Wohnungen zu bauen? Das führt langfristig zu mehr Angebot und damit wieder zu sinkenden Mieten für ALLE Wohnungen.

  • Filou

    Enteignung wird irrsinnig hohe Entschädigungsbeträge kosten. Berlin ist so schon pleite. Wie soll das gehen ?

  • Herr Lich

    Versuchen wir mal einen Vergleich. Nehmen wir die S-Bahn.



    Nehmen wir an, diese ist übervoll. Nun haben wir 10.000.000€ auf der Straße gefunden und wollen den Bahnfahrern helfen.



    Variante 1:



    Ich kaufe ein paar Wagen auf, lackiere diese um und wer jetzt in diesen Wägen fährt, der zahlt 20% weniger (so lange das Geld halt reicht. Das ich nach kurzer Zeit, mit Blick auf die Unterhaltskosten, doch wieder die Preise anheben muss, ignorieren wir erstmal - es sei denn natürlich, ich finde noch einmal Geld auf der Straße). Natürlich passe ich auf, dass hier nur Leute einsteigen, die sich den vollen Preis nicht leisten können. Wenn andere Bahnfahrer traurig sind, dass sie immer noch in übervollen Zügen zum hohen Preis fahren, bügle ich als grundlosen Neid ab– schließlich gibt es ja Leute, die jetzt preiswerter fahren, und das war ja das Ziel. Dass nicht allen geholfen werden konnte, war hoffentlich jedem vorher klar.



    Variante 2:



    Ich baue ein paar neue Wagen→ mehr Platz, aber keiner spart



    Variante 3:



    Ich senke die Preise→ weiter voll, aber alle sparen erst einmal



    Variante 4:



    Ich baue neue Züge, die zusätzlich fahren, billiger und nur für Bedürftige sind

    Wie würden sie entscheiden?

  • Minderleister

    Ich bin Mitglied bei der Berliner Wohnungsbaugenossenschaft EVM mit einer vergleichsweise niedrigen Miete bzw. „Nutzungsgebühr“, und solche Vermieter sind ausdrücklich von den Vergesellschaftungsambitionen der Linken ausgenommen.



    #



    Dennoch hat sich der EVM in einem Rundschreiben an seine Mitglieder dagegen ausgesprochen, unter anderem mit dem banalen Standardargument, dass dadurch ja keine einzige zusätzliche Wohnung geschaffen werde. Als ob das eine Rechtfertigung dafür wäre, dem asozialen Treiben von Vonovia & Co. weiterhin tatenlos zuzuschauen.



    #



    Ernster nehme ich da schon den Hinweis, dass durch die dann fälligen Entschädigungszahlungen sich die Verschuldung des Landes Berlin weiterhin massiv erhöhen würde.



    #



    Insgesamt empfinde ich dieses Rundschreiben aber als durchschaubaren Versuch einer Beeinflussung der Genossenschaftsmitglieder bei der Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 20.09.2026.

    • TheBox

      @Minderleister:

      3 Fakten zu Genossenschaften: a) Firmen können Genossenschaftsmitglieder sein. b) Genossenschaften entscheiden intern und unabhängig, wen sie aufnehmen und wen nicht. c) Genossenschaften dürfen durchaus Profit machen. Welchen Mantel werden sich dann wohl die großen Berliner Immofirmen überwerfen, wenn es akut wird? Und wenn dann immer noch vergesellschaftet werden soll, müssen aus Gründen der Rechtsgleichheit große Genossenschaften ebenfalls vergesellschaftet werden, sonst bricht das ganze erträumte Konstrukt zusammen. Ihre Genossenschaft ist keineswegs sicher.

      • Minderleister

        @TheBox:

        »Welchen Mantel werden sich dann wohl die großen Berliner Immofirmen überwerfen, wenn es akut wird?«

        Wer sich eingetragene Genossenschaft (eG) nennt, muss auch die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört unter anderem, dass Gewinne zweckgebunden sind (z. B. Rückstellungen für zukünftige Investitionen, aber keine Dividenden für Anteilseigner).

        • Minderleister

          @Minderleister:

          »… keine Dividenden für Anteilseigner…«

          Genauer gesagt für Aktionäre, denn die Genossenschaftsmitglieder erhalten ja durchaus eine Dividende für ihre Anteile.

  • C. Avestruz

    "Bauen können auch Genossenschaften, der Staat, Gewerkschaften und Familien – und zwar bezahlbaren Wohnraum. Das wiederum ist historisch belegt."

    Der Aufkauf bestehender Wohnungen steht in Konkurrenz zum neu Bauen, da das -noch zu leihende Kapital- nur einmal ausgegeben werden kann . Während der Neubau das Angebot an Wohnungen vergrößern würde, bliebe beim Aufkauf alles so knapp wie zuvor.



    Warum macht sich die Partei Die Linke nicht lieber für Bauen stark?

    • Axel Schäfer

      @C. Avestruz:

      Ich bin gerade in Graz, die haben ja wieder eine kommunistische Bürgermeisterin, da wird an allen Ecken und Enden gebaut, neben vielen exklusiven Neubauten (7.000€/m2) auch viel öffentlich geförderter Wohnraum und auch der Bund hat dort viel günstigen Wohnraum zu vermieten, weil dort was bei uns die BIMA ist dort in den 1990ern den Auftrag bekam auf staatlichen Flächen wenns geht Wohnraum zu errichten. Von denen gibt es z.b. auch Wohnungen die mit Erdwärme beheizt werden da zahlt man fest/pauschal je 1€/m2 für Warmwasser und je 1€/m2 für Heizung. Zumindest sieht man dort Bewegung.

  • behr Behr

    Der Autor geht etwas leichtfertig für einen forschenden Wissenschaftler mit den Fakten um, wenn er die Privatisierung von



    Teilen der kommunalen Unternehmen der Daseinsvorsorge so



    umfassend beschreibt „ alles was nicht niet-u. nagelfest war“ wurde



    privatisiert. Diese pauschale Darstellung ist nicht nur bei der Bahn, die immer noch im Eigentum des Bundes, falsch.



    Und mit Venovia-Aktien sind die Aktionäre auch nicht reich geworden, die Dividenden der letzten Jahre wiegen die Verluste



    Der Aktie in den letzten 3 Jahren nicht annähernd aus.



    Im übrigen werden die privaten Vermieter, die zu 50 % in Berlin den



    Wohnungsmarkt versorgen sicher ihre Schlüsse aus der Vergesellschaftung ziehen, denn die Polemik gegen die



    „Vermieterlobby“ macht keinen Unterschied von Konzernvermietern u. Privatvermögen. Die Argumentation des Autors trifft auch sie



    als Enteignungsobjekt - sie sind dran früher oder später.

    • Comerade Aardvark

      @behr Behr:

      Und deshalb sollte Berlin gleich alle enteignen. Dann ist Wohnen dem Markt entzogen, der politischen Willkür ausgeliefert und das Paradies auf Erden nah. Und selbstverständlich soll Bayern dafür bezahlen, schließlich liefert Berlin im Gegenzug einen immerwährenden Buhmann.

  • Chaos-NRW

    Bis heute hat noch niemand erklären können, wie die Vergesellschaftung zu mehr bezahlbarem Wohnraum führen soll. Der Wohnraum, der vergesellschaftet werden soll ist ja nicht neu und die Mieten werden ja auch nicht gesenkt werden können, da man mit den Mieteinnahmen ja die dafür aufgenommenen Kredite finanzieren will. Das geht aber nur, wenn der Mietpreis mindestens stabil bleibt.

    Wo also entsteht neuer bezahlbarer Wohnraum durch diese Maßnahme?

  • Mopsfidel

    "Die Vergesellschaftung würde zwar nicht die Angebotskrise lösen, sehr wohl aber das Ruder in der Preiskrise herumreißen."

    Die Preiskrise am Wohnungsmarkt entstand durch die Angebotskrise. Wenn man das Angebot nicht erhöht, löst sich damit auch nicht die Preiskrise. Die Argumentation von Uwe Fuhrmann ist daher fundamental falsch.

    Eine Vergesellschaftung löst nur das Preisproblem innerhalb(!) der großen Wohnungsunternehmen; in diesem Fall circa 200.000 Wohnungen von Vonovia und Co. Die anderen circa 1,2 Millionen Wohnungen des freien Marktes bleiben dem großen Preisdruck weiterhin ausgesetzt. Die Entnahme der 200.000 Wohnungen aus dem freien Markt würde den Preisdruck in diesem Segment sogar noch verschärfen.

    Kommunalisierung löst das grundsätzliche Problem nicht, es verlagert nur Probleme. So bräuchten die landeseigenen Gesellschaften zum Beispiel deutlich mehr MitarbeiterInnen. Und die Liste der Kritiken (lange Wartezeiten, hohe Mieten bei Neubauten, etc.) wird dadurch auch nicht kürzer.