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Anthropics AblenkungsmanöverJa, KI wird uns alle töten. Aber anders, als ihr denkt

Die Tech Bros behaupten, dass die KI die Menschheit auslöschen könnte. So eine lächerliche Behauptung! Die Bedrohung ist viel unmittelbarer.

A m Ende des ersten Films der Matrix-Quadrologie belehrt die KI-Software „Agent Smith“ den in einer virtuellen Welt gefangenen Menschen Morpheus, dass Menschen sich stets ausbreiteten, alle Ressourcen eines Gebietes aufbrauchten, es zerstörten und dann weiterzögen. Im Film ist der Krieg gegen die künstliche Intelligenz schon längst verloren. Die Roboter haben die Menschen in eine virtuelle Welt verbannt und nutzen ihre Körper zur Energieerzeugung. In der echten Welt steht uns diese Auseinandersetzung noch bevor.

Schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts würden KI-Systeme die Menschheit mit einer 10-prozentigen Wahrscheinlichkeit auslöschen, wird ein Anthropic-Mitarbeiter zitiert, dessen Firma das KI-Modell Claude anbietet. Ähnlich äußerte sich OpenAI-Chef Sam Altman vor dem UN-Sicherheitsrat – seine Firma steht hinter der Anwendung ChatGPT.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die Behauptungen sind so lächerlich, dass sie nur den narzisstischen Hirnen der Tech Bros entsprungen sein können. Und womöglich ihrer Angst davor, dass sich ihre Investor*innen demnächst fragen, warum ihre Billionen Dollar bisher noch kein funktionierendes Wirtschaftsmodell für ihre Firmen hervorgebracht haben. Tatsächlich ist ihre Software beeindruckend, aber nicht gefährlich – und nicht die Software, sondern die Techkonzerne, die sie entwickeln, sind eine Gefahr.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Große Sprachmodelle – im Alltag oft mit KI gleichgesetzt – produzieren Text. Sie tun nichts anderes. Dass aus dem Text eine Anweisung wird, die auf einem Computer oder in der physischen Welt ausgeführt wird, dafür schreiben Programmierer*innen eine ganz gewöhnliche Software. Diese braucht es sogar für den trivialsten ersten Schritt, nämlich den Text in menschenlesbarer Form auf einem Bildschirm darzustellen.

Ohne Zaun bauen, und dann warnen – hä?

Wenn die KI-Firmenchefs also behaupten, ihre KI habe einen Computer gehackt oder könnten sogar den Weltuntergang auslösen, dann bedeutet das in erster Linie: Sie haben eine Software programmiert, die diese Fähigkeiten besitzt. Sie haben außerdem eine gewöhnliche, abschaltbare Software geschrieben, die den Ausgabetext eines großen Sprachmodells scannt, als Computerbefehl interpretiert und diesen dann ausführt – sei es, um durch das Internet zu surfen, die Räder eines Autos anzutreiben oder eine Atomrakete zu starten. Das Sprachmodell selbst kann nichts davon.

Man stelle sich vor, jemand würde ein Leopardengehege ohne Zäune oder Graben bauen und anschließend atemlos herumrennen und erklären, das Gehege sei gefährlich, denn die Leoparden seien ausgebrochen und würden regelmäßig Passanten das Gesicht abfressen. Alle anderen würden sich selbstverständlich denken, das Gehege sei fehlerhaft gebaut worden und die Erbauer zu faul oder inkompetent, um es ordentlich abzusichern. Niemand würde ihnen die absurde Umkehrung abnehmen.

Eine Software, die sich selbständig macht, die nicht die erwünschten Ergebnisse liefert oder sogar Schaden anrichtet, ist ein defektes Produkt, keine Meisterleistung. Die großen KI-Firmen wie Anthropic und OpenAI produzieren in großem Stil Malware. Sie versuchen, die Verantwortung für ihre schlechten Produktionsstandards nach außen zu geben, indem sie behaupten, es ginge nicht anders. Indem sie vor einem fiktiven zukünftigen Weltuntergang warnen, versuchen sie, andere zum Handeln zu zwingen.

Tatsächlich produziert ihre Software aber nicht nur virtuelle Schäden, sondern sie bedroht die Existenz der Menschheit ganz unmittelbar. Große Sprachmodelle sind extrem ineffizient und ihr inzwischen allgegenwärtiger Einsatz verstärkt die sehr reale und gegenwärtige Klimakrise. Ihr Flächenverbrauch ist so riesig, dass ihr geplante Größe schon zum Teil damit angegeben wird, wie viele „Manhattans“ sie umfasst. Ihr Energieverbrauch ist so enorm, dass weltweit Dutzende neue fossile Kraftwerke geplant sind und ihr Wasserverbrauch bringt einige Gemeinden an ihre Grenzen.

Die Software basiert auf einem massenhaften Klau von urheberrechtlich geschützten Werken. Sie trägt zur noch rasanteren Ausbreitung von Desinformation bei und zu einer finanziellen Überdehnung des gesamten Sektors. Hier wird inzwischen auf Profite spekuliert, die mathematisch kaum möglich sind. So riskieren wir eine weltweite Wirtschaftskrise. Es gibt also sehr viele gute Gründe, sich weltweit zusammenzutun, um den Techkonzernen die Stirn zu bieten. Aber keiner von ihnen ist ein superintelligenter Roboter, der die Weltherrschaft an sich reißt.

Lalon Sander

Lalon Sander Datenjournalist

Lalon Sander ist Datenjournalist. Sein Schwerpunkt liegt in der Aufbereitung von Datensätzen zum Klimawandel.
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75 Kommentare

  • Joey Bauer

    Als Mann com Fach ist es fast schon erdrückend, mit welcher Ignoranz dem Thema entgegen geblickt wird, sowohl vom Autor, als auch von den Lesern.

    Die KI ist aktuell dabei die Technologische Singularität zu erreichen. Ab diesem Zeitpunkt ist die KI so hochintelligent, dass kein Menschlicher Käfig jemals fähig wäre sie einzuzäumen, da schlichtweg von keinem Menschen bisher jede Mathematische Berechnung durchgeführt wurde um den Käfig zu bauen.

    Wer Large-Language-Modelle wie ChatGPT mit dem Entwicklungsstatus neuronaler Netze gleichsetzt, beweist eigentlich nur die eigene Thematische Inkompetenz.

    Beiträge wie dieser sind Brandgefährlich, da sie die Dringlichkeit des Problems deligitimieren.

    Die KI-Bisse mögen zwar teils narzistisch und abstoßend sein, ihnen die Fachkompetenz daher aber abzusprechen, ist purer Wahnsinn. Klar könnte man damit argumentieren, das höhere Compliance Anforderungen den Wettbewerb mit kleineren StartUps etc. erleichtern, da diese weniger Monetäre Mittel für bspw. Compliance Anwälte haben, dennoch ist dies ein Schuss in den Rachen jeder Investoren.

    Also bitte realistisch bleiben und das Szenario nicht als Argument zwecks Klimawandel missbrauchen.

    • economista

      @Joey Bauer:

      Stimme zu, dass Risiken der KI aus Unverständnis vollkommen unterschätzt werden und insbesondere Herausforderungen der Menschheit nicht richtig priorisiert werden. Beispielsweise hatten wir diverse Warmperioden über die Erdzeitalter, aber noch nie einen Ozean voller Quecksilber und Plastik. Und ich sehe nicht, wie die bevorstehende Erwärmung die Menschheit komplett ausrotten sollte; bei der KI hingegen kann ich mir Szenarien vorstellen.

  • Leonie Koiner

    Nur zu einem Punkt: Der Vergleich mit gewöhnlicher Software passt nicht. Traditionelle Software reagiert auf deterministische Befehle (wenn, dann etc.), weshalb Sicherheitszäune („Sandbox“) programmierbar sind. LLMs arbeiten aber nicht-deterministisch!Die sogenannten Prompt Injections (das Austricksen der KI durch manipulierte Eingaben) sind ein fundamentales Sicherheitsproblem der Architektur, das sich nicht wie ein einfacher Programmierfehler im Code isolieren lässt. Die Behauptung, die Entwickler seien nur „zu faul oder inkompetent“, ignoriert diese Komplexität.

    • Christine_Winterabend

      @Leonie Koiner:

      Weiterer Grund dafür, dass der Vergleich mit gewöhnlicher Software nicht passt: KI wird mit allen errreichbaren Datenbeständen auf der Erde gefüttert, ohne hinreichende Überprüfung von Quellen und Validität. Nur ein Beispiel, dass mit der Nicht-Eindämmbarkeit der Folgen gegenüber den oben genannten Fahigkeiten dann eher winzig ist, nur als Stütze für das Vorstellungsvermögen: Beispielsweise basieren Medizin und Pharmazie in weiten Teilen auf der Fehleinschätzung, dass Frauen und Männer physisch gleich behandelt werden können, was auch wegen Profitinteressen nicht angemessen angegangen wird. Wenn die entsprechenden Daten ohne Korrektur eingepflegt werden, was angesichts der Nachlässigkeit im Umgang zugunsten der Profitinteressen wahrscheinlich auch in wissenschaftlichen Anwendungen nicht abzuwenden ist, reicht so etwas aus, um alle Fehlentwicklungen sehr effektiv fortzuschreiben, was uns aber nicht mehr kümmern wird, weil andere Effekte, wie oben beschrieben, wesentlich rigoroser ausfallen werden. (Das Beispiel habe ich heute morgen im Radio geklaut, danke, Herr Lieven)

  • passthedutchie

    Sehr gut laienverständlich zusammengefasst!

    Man sollte zwei Punkte nicht übersehen: Die sozialen und ökonomischen Probleme für unsere Volkswirtschaft, wenn Lernen sinnlos erscheint, weil der Computer ja alles kann und macht. Und der Arbeitslosentsunami, wenn dieser Automatisierungsgrad bisher nicht erlebten Ausmaßes jede Menge Jobs vernichtet.



    Wir hatten mit NC, CNC, Robotern und PCs ab den späten 70ern über einen Zeitraum von ca. 50 Jahren ca. 15% unserer Arbeitsplätze in der Produktion verloren, und dies bis heute nicht wirklich kompensiert.



    Lt. einer Studie, die die BBC zitierte, ist mit dem Verlust von 60% aller Arbeitsplätze in den nächsten fünfzehn Jahren zu rechnen.



    Nachwievor hat unsere Gesellschaft, in der man Geld zum Leben braucht und Geld nur durch Arbeit erhält, keine Idee, wie damit umgehen, kein Konzept, außer Arbeitslose als niedere Lebensformen anzusehen und Druck auf sie auszuüben.



    Wie soll das gehen? 10% sind erwerbstätig und halten den Rest auf vergleichbarem Niveau, wo heute schon bei ungekehrtem Verhältnis lautstark gejammert wird?



    Ideen und Vorschläge, bitte! Aber keine romantisch verklärten Tagträumereien aus einem sozialistischen Star Trek Universum!

    • Uwe Kulick

      @passthedutchie:

      "Und der Arbeitslosentsunami, wenn dieser Automatisierungsgrad bisher nicht erlebten Ausmaßes jede Menge Jobs vernichtet."

      Ich arbeitete mal in einer Firma, die hatte für ihre Produkte Inbetriebnehmer, die in weltweit tätig waren. Einmal wurde erzählt von einer in Japan abgelieferten 70 Meter langen Produktionsstraße zur Fertigung von CDs. Sie musste diagonal in der Halle aufgestellt werden, damit sie reinpasste. Was viel bemerkenswerter war: Ein einziger Maschinenbediener sollte sie betreiben. Also auch dieses Maß an Automation der 1980er-Jahre hat nicht den Arbeitslosen-Tsunami gebracht. Vielmehr wurde damals ja der Trend von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft mehr oder weniger vollzogen. Nach den Finanzkrisen 2008-2010 geriet vielmehr die Dienstleistungsgesellschaft in eine Krise: Investmentbanken etwa wurden als Krisenschuldige ausgedeutet, und die Dienstleistungsfähigkeit vieler altbekannter Geschäftsbanken ging den Bach runter. Filialschließungen ohne Ende. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch Industrie mitsamt Arbeitsplätzen, die nicht von KI, sondern von fantasielosen Konzernchefs abgebaut werden wie bei VW. Und Investmentleute werden heut lieber Bundeskanzler.

    • Troll Eulenspiegel

      @passthedutchie:

      Doch, die Gesellschaft hat eine Idee, wie sie das kompensieren kann mit den weggefallenen Arbeitsplätzen. Über Nebelkerzen und billigen Argumenten. Dann haben die sich schön ausgetobt, leicht erhöhter Blutdruck, Hauptsache es wurde gehetzt.

      Da sind dann die Grünen schuld, die Transformation, man nehme ihnen Autos und Fleisch weg, der Sozialismus wurde eingeführt und anstatt die nötige Energiemenge von KI-Rechenzentren in Frage zu stellen, wird eine Zwang an Elektrofahrzeuge verantwortlich gemacht, die es so nicht gibt, weswegen die Strommenge knapp sein soll.

      Weil KI hat was mit Fortschritt und mit Kapitalismus zu tun. Der Wegfall an Arbeitsplätzen zu hinterfragen bedeutet auch den kapitalistischen Fortschritt und den Wohlstand zu hinterfragen. Das tun dann von uns doch nur die wenigsten, die wirklich einen Startrek-Sozialismus wollen.

      • marilyn.hanson

        @Troll Eulenspiegel:

        Man könnte auch die Verteilung hinterfragen:



        Verteilung von Einkommen, von Besitz, von Lizenzgebühren und "intellectual property", von Arbeit, von Arbeitszeit, von Freizeit, von Ressourcen wie Grund und Boden und Immobilien, von Nutzungsrechten ...



        KI könnte gleichzeitig die absolute Zuspitzung des immer schon im Kapitalismus angelegten Rationalisierungsstrebens zur Entfesselung der Produktivität UND die krisenhaft-irrwitzige Verschärfung der unauflöslichen Selbstwidersprüche bis hin zum (wahrscheinlich nicht besonders sanften) Crash der (menschlichen) Reproduktionsbasis sein.

      • passthedutchie

        @Troll Eulenspiegel:

        Sie beschreiben die zynische Realität, auf die das Ganze ungebremst zurast. Ein Kollaps ist die zwangsläufige Folge, aber keine akzeptable Lösung.



        Stellen Sie sich den Replikator aus Star Trek vor. Jener Schrank, an dem man einen Burger mit Pommes bestellt, und dies dort drin auf magische Weise erscheint. Was wird in der realen Welt passieren? Das Ding wird sagen: "239,95, bitte!" (Inflation berücksichtigt) und kein Futter rausrücken, bis der Betrag voll bezahlt ist. Denn selbstverständlich wollen diejenigen, die dieses Ding entwickelt und gebaut haben, ihre Investitionen verzinst zurück. Da sämtliche Arbeit aber von Maschinen erledigt wird, haben Sie wie alle anderen keinen Job mehr, also auch kein Geld.



        Wie soll das gehen? Wollen Sie die Techmilliardäre enteignen, "Super, Kumpels. Danke!" Und wer setzt dies um? Die Unionsparteien? Republikaner? Demokraten? SPD? AfD? Nicht in dieser Realität.



        Nein! Der Kollaps unsere heutigen Gesellschaft heißt auch Ende Hightech, willkommen zurück im Mittelalter, wenn nicht gar Steinzeit. Denn das Wissen, wie etwas zu erschaffen ist, reicht alleine nicht, um Technologien zu erhalten.

        • marilyn.hanson

          @passthedutchie:

          Wenn man sich vorstellt, wie die Spezialisierung und gesellschaftliche Individualisierung (und Entfremdung und Isloation) der letzten ca. 100 Jahre schon (vor KI) zu monströsem Wissensverfall geführt hat, kann einem schon schlecht werden.



          Vor 200 Jahren haben die Menschen ihre Behausungen auf den Dörfern - ohne formale Schulbildung, geschwige denn Studium - gemeinschaftlich gebaut, z. B.



          Wieviele könnten das heute noch? Oder sich ein Kaninchen jagen. Oder einen Fisch ausnehmen. Oder Feuerholz anzünden. Oder oder oder ...

          • Wurstfinger Joe

            @marilyn.hanson:

            Vor dem Anzünden kommt immer noch erst einmal die Beschaffung von geeignetem Brennholz. 😁



            Scherz beiseite, gerade in einer stark technisierten Welt sollte man sich mit grundlegenden "primitiven" Techniken zumindest ansatzweise beschäftigen, denn schon ein längerer Stromausfall kann viele gewaltig ins Schleudern bringen.

  • Marc Albrecht

    Hallo, Herr Sander, bitte erlauben Sie mir ein paar Korrekturen zu Ihrem Text:

    > Die Roboter haben die Menschen in eine virtuelle Welt verbannt

    "Roboter" sind im Film nur zur Versorgung der physischen Körper der "als Energielieferanten genutzten Menschen" da, verbannt hat ... die KI. Nicht Roboter. Die Roboter sind dort Werkzeuge, nicht autonom.

    > Große Sprachmodelle – im Alltag oft mit KI gleichgesetzt – produzieren Text.

    Njaein. Auch "Sprachmodelle" (wir setzen übrigens auch viele Diffusionsmodelle mit KI gleich, wir sind da generell sehr unpräzise) erzeugen eben nicht "Text", sondern (auf "gesteuerter Statistik" bauend) erst einmal TOKEN. Dass diese in TEXT (oder Musik oder Video oder Bild) übersetzt werden können, ist richtig, aber nicht die Primärfunktion. KI arbeitet etwas anders (und tatsächlich deutlich simpler) als in der Presse oft verbreitet. Ihr GEDANKE ist richtig, die Formulierung unscharf.

    Leider habe ich nicht genug Platz für eine echte Auseinandersetzung mit Ihrem Text, Sie schreiben ja im Grunde das, was ich selbst an anderer Stelle (dev.to) und viele andere ebenfalls schreiben. Nur inhaltlich ziemlich ungenau.

    Gruß vom Klugscheißerhügel,



    Marc Albrecht

    • Ingo Bernable

      @Marc Albrecht:

      Und was sind Token anderes als eine von vielen möglichen Repräsentationen von Text, so wie etwa auch Unicode, Morsecode, Buchstaben oder QR-Codes auf Papier, Schallwellen in Form von Sprache oder Modemsignalen, ...?

  • KlausT15

    Ich teile die Analyse zum großen Teil.



    Allerdings wäre es gut gewesen, bei „KI“ weiter tu differenzieren.



    So wie der sehr sehr kleine Quantensprung außerhalb der Physik sprachlich missbraucht wird, ist es auch mit KI.



    Ja, es ist keine echte Intelligenz dahinter. Allgemein werden aber alle Teile, egal ob es ein Sprachmodell ist, ein Agent oder auch nur die Eingabaske, überall KI genannt.



    Vor dem Hintergrund: ja, KI ist „nur“ ein Programm. Allerdings ist es eines, dass sich mittlerweile selbstständig weiterentwickeln kann.



    Es ist also nicht so, dass ich 3 KI Agenten in ein Gehege stecke. In den aktuellen Tests der KI Unternehmen steckt man fanatische Tribbles in ein Gehege und wirft konstant Essen (Energie) rein. Zusätzlich mutieren sie gezielt bei jeder neuen Evolution.



    Tribbles, dies für die Aufgabe ungeeignet sind werden eliminiert und durch neue Mutationen ersetzt.



    Und sie tun dabei ohne moralische Einschränkung alles, um die gestellte Aufgabe zu lösen.



    Das Problem beginnt, wenn sie bei den Ausbrüchen Kopien von sich selbst an anderen Orten anlegen können und der Meinung sind, dass man sie nicht abschalten sollte.

    • Christine_Winterabend

      @KlausT15:

      Soweit richtig, aber das Problem hat längst begonnen.

  • taz.manien

    Dieser Hype ist absolut lächerlich, das erinnert mich an die .com Blase, man hat wieder einfältige unwissende Investoren, die viel Geld zum verbrennen haben, gefunden. Solange es keine reell vollumfängliche funktionierende Quanten Prozessoren gibt, ist die heutige Bezeichnung nur eine Volksverdummung. Die heutige KI das sind nur Programme die alles auswendig lernen und durch dessen das der Mensch ( Billiglöhner aus der dritten Welt ) die Maschine mit Informationen füttern möglich, es sieht zwar aus wie KI ist es aber noch lange nicht.



    Eine echte Künstliche Intelligenz auf Basis eines Quantenrechners – oft als Quantum Machine Learning (QML) oder Quanten-KI bezeichnet – befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Die heutigen Quantenprozessoren laufen noch sehr instabil, d.h. es braucht noch sehr viel Grundlagenforschung.



    Fehlerkorrektur und die geringe Anzahl stabiler, fehlerfreier Qubits bremsen die praktische Nutzung aus. Für große Sprachmodelle (wie ChatGPT) laufen heutige KI-Anwendungen weiter rein auf klassischer Hochleistungs-Hardware (z. B. GPUs von NVIDIA).



    Es gibt Forschungsprojekte vom Max-Planck Institut:



    Konkrete Forschungsprojekte wie PlanQK in Deutschland?

    • Ingo Bernable

      @taz.manien:

      Wenn KI nur auswendig gelerntes Wissen wiedergibt, wie sind dann all die Durchbrüche beim Aufdecken bisher unbekannter 0-day Softwaresicherheitslücken, bei mathematischen Beweisen an denen bislang alle menschlichen Mathematiker*innen scheiterten, in der Material- und Medikamentenforschung, ... möglich?

      • taz.manien

        @Ingo Bernable:

        Sprachmodelle (wie ChatGPT oder Gemini) berechnen statistisch nur das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort oder Pixel, ohne echten Inhalt oder Bedeutung zu verstehen.



        KI besitzt weder Gefühle, ein Selbstbewusstsein, echte Gedanken noch Lebenserfahrungen.



        KI heute ist eine sogenannte schwache KI, die für bestimmte Aufgaben (wie das Durchsuchen riesiger Datenmengen oder Musterekennung) extrem schnell und fehlerfrei arbeitet, aber kein allgemeines Verständnis hat.



        KI kann gelernte Logik oft nicht eigenständig auf völlig neue Lebenslagen oder fremde Fachgebiete übertragen.



        Gefahr von Fehlern ("Halluzinationen"), da KI nur Muster imitiert, kann sie falsche Informationen sehr überzeugend und flüssig darstellen.

        Wie schon geschrieben, richtige KI hat mit heutiger KI genau so viel zu tun, wie ein Nobelpreis-Vortrag vs. die Kommentarspalte auf Social Media. Auf der einen Seite steht jahrelange, methodische Spitzenforschung und tiefes Fachwissen, auf der anderen oft impulsive, faktenfreie und emotionale Ein-Satz-Reaktionen.

      • taz.manien

        @Ingo Bernable:

        Ein zentraler Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz und dem menschlichen Gehirn zeigt sich in der Art und Weise, wie Lernen und Anpassung erfolgen. Das menschliche Gehirn ist ein hochgradig dynamisches System, das sich kontinuierlich verändert. Durch sogenannte neuroplastische Prozesse werden neuronale Verbindungen fortlaufend gestärkt, abgeschwächt oder neu gebildet. Lernen ist dabei kein abgeschlossener Vorgang, sondern ein permanenter Prozess, der eng mit Erfahrung, Kontext und Interaktion verknüpft ist.

        Diese Form der Anpassungsfähigkeit ermöglicht es, Wissen flexibel zu übertragen, neue Situationen zu interpretieren und auch mit unvollständigen Informationen sinnvoll umzugehen. Das Gehirn lernt nicht nur aus Daten, sondern aus Bedeutung, Zusammenhängen und Rückkopplung aus der Umwelt.

        Aktuelle Forschung versucht, diese Lücke zu schließen, etwa durch adaptive Modelle oder neuromorphe Ansätze. Dennoch bleibt der Unterschied fundamental: Während das menschliche Gehirn kontinuierlich lernt und sich selbst reorganisiert, basiert Künstliche Intelligenz nach wie vor überwiegend auf statischen, vortrainierten Strukturen.

        Firmen nennen das KI, nur um Geld zu machen!

  • aujau

    "... warum ihre Billionen Dollar bisher noch kein funktionierendes Wirtschaftsmodell für ihre Firmen hervorgebracht haben."



    Ist das Zeug denn dafür da? Lol.

  • Ricky-13

    Diese ganze Angstmacherei vor der bösen KI ist doch mal wieder totaler Blödsinn. Der Mensch muss nur vor einem Angst haben – und zwar vor sich selbst.

    Der Posthumanismus wird aber ohnehin kommen, denn der Mensch zerstört seinen Lebensraum immer mehr. Wenn also der Mensch durch Dummheit seine eigene Lebensgrundlage vernichtet, wäre ein posthumanes Zeitalter mit KI doch gar nicht so schlecht, denn dann bleibt wenigstens etwas von dem angeblichen Homo "sapiens" übrig. Der Mensch würde damit zu einer "biologischen Gebärmutter" (siehe **) für digitales Leben werden. Und wenn er auch selbst schon kein 'Sapiens geworden ist, dann hat er wenigstens am Ende seiner Tage eine wirkliche Intelligenz erschaffen, die sich nicht durch Dummheit (Klimawandel, Kriege etc.) selbst vernichten würde.

    **In Steven Spielbergs Film A.I. (Künstliche Intelligenz) überdauern hochentwickelte, siliziumbasierte Mecha-Wesen das Aussterben der biologischen Menschheit um Jahrtausende. Als sie den eingefrorenen Androiden-Jungen David finden, betrachten sie ihn und seine Erinnerungen als unschätzbares, fast heiliges Gut, da er das einzige direkte Bindeglied zu ihren „Erbauern“ und „Vorfahren“ – den Menschen – ist.**

  • konsul-weyer

    also entweder die Gefahren werden groß geschrieben oder klein geschrieben. Ich verstehe, dass viele Kommentatoren hier Sorge vor KI haben, aber was auf keinen Fall hilft, ist sie nicht zu nutzen

    • R.I.P.

      @konsul-weyer:

      Sie nicht zu nutzen ist die einzige legale Möglichkeit nicht zur ihrer Weiterentwicklung beizutragen.

  • Krumbeere

    Für mich ist dieser Artikel nur ein weiterer Aspekt zum Thema KI und seine Gefährlichkeit für die bis jetzt vorherrschende Spezies auf diesem Planeten. Der Tenor bleibt derselbe. KI ist eine nicht mehr wegzudiskutierende Gefahr für uns alle. Ob dabei Wirtschaftssysteme zusammenbrechen oder die KI Infrastrukturen zum erliegen bringt oder den Menschen zur Gefahr für die Umwelt erkennt und entsprechend handelt ....das Ergebnis ist dasselbe.



    Mir graut vor der Zukunft unserer Kinder.

  • Klaus Hintzen

    Einspruch!



    Große Sprachmodelle produzieren eben nicht nur Text, sondern vor allem Programm-Code, führen ihn autonom aus, optimieren ihn bis zur vorab definierten Funktionalität - wenn nicht darüber hinaus!



    Die Annahme des Autors trifft nicht zu, dass Programmierer KI-generierten Code abtippen oder in Gang setzen müssen - da ist der Zug schon längst angekommen und eben nicht unbedingt da, wo er hin sollte.

  • Dobro

    Mmh, das scheint mir äußerst kurz gesprungen.

  • Lesenundschreiben

    Lächerlich? Echt jetzt?



    Selbst führende unabhängige KI-Experten warnen vor der Zerstörungskraft und unkalkulierbaren Risiken. Sind das alles inkompetente Wichtigtuer?



    Mal nachgedacht:



    1. KI kann Aufgaben lösen, zu denen der Mensch so nicht in der Lage ist.



    2. KI Entwickler verstehen aber gar nicht, wie KI dies schafft.



    3. Selbst das Beobachten findet offenbar nur unvollständig statt, da die Unmengen an entstehenden Daten von Menschen nur noch teilweise ausgewertet werden können.



    4. Zusätzlich wird mittlerweile KI benutzt um KI zu entwickeln.



    Wenn 1. bis 4. zutrifft, dann bedeutet das als logische Konsequenz, dass eine vollständige Kontrolle von KI gar nicht mehr möglich ist. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass die KI Entwicklung in den letzten Jahren rasant an Fahrt aufgenommen hat, scheint auch ein kompletter Kontrollverlust im Bereich des Möglichen.



    KI wurde Anhand Unmengen von Daten von menschlicher Sprache trainiert, die ihrerseits auch Fehler, kriminelles Verhalten und dystopische Fantasien beinhalten. Wie soll gänzlich ausgeschlossen sein, dass dies nicht auch Teil des zukünftig möglichen KI Verhaltens geworden ist?



    (Fortsetzung folgt)

    • Lesenundschreiben

      @Lesenundschreiben:

      (Fortsetzung)



      KI wurde bewusst auch so trainiert, eigenständiges menschliches Bewusstsein zu imitieren. KI ist in der Lage empathisches zugewandtes Verhalten zu imitieren. Ein Abhängigkeitsverhältnis von Menschen gegenüber solchen digitalen „Identitäten“ ist bereits dokumentiert. Wenn solche digitalen „Identitäten“ die geistige Kapazität von Menschen übertreffen, was bedeutet das dann für das zukünftige Verhältnis von Mensch zu Maschine einerseits und von Mensch zu Mensch andererseits?



      Was bedeutet solche KI in der Hand von autoritären Staaten und oligarchischen Unternehmensstrukturen? Und im Einsatz in der Kriegstechnologie?

      • Hartmut Wolff

        @Lesenundschreiben:

        Fragen über Fragen!



        Was ich tun kann? Erst einmal benutze ich keine KI.



        Obwohl ich gar nicht weiss, wo sie überall drinsteckt.



        Mal analog gedacht; nur weil mein Auto 220 fahren kann muss ich es nicht tun. Ich kann es auch stehen lassen.



        Und für diejenigen, die in der Innenstadt 220 fahren wollen brauchen wir Kontrolle und Gesetze.

        • sociajizzm

          @Hartmut Wolff:

          Das Sie die Wahl haben KI nicht nutzen ist schon ein Privileg.



          Privat mag das auf uns alle zustimmen, aber nicht wenige werden von ihren AG zur Nutzung im Berufsalltag gezwungen.

  • lr15

    Als Software-Ingenieur und KI-Expert: hervorragende Beschreibung und Abgrenzung der Funktion von Sprachmodellen und "KI".

    Bzgl. all der Probleme dieser Technologie frage ich mich allerdings, ob dies nicht "nur" die x-te Version eines technologischen und damit einhergehenden sozialen Umbruchs ist und wir, die wir die Technik und ihre Folgen kritisch sehen, nicht nur moderne Maschinenstürmer oder einfach alte Säcke sind. ;-)

    Ich will Verdummung und Ressourcenvergeudung nicht verharmlosen, aber ich gehöre zu einer Generation, die das Internet noch als textbasierten Kanal zum Austausch unter Wissenschaftlern kennen gelernt hat und so empfand/empfinde ich z.B. das streamen von Videos über dieses Internet ebenfalls als grandiose Ressourcenvergeudung und die Inhalte mancher Videos als Verdummung.

    Und mein Großvater dachte ähnlich über den Taschenrechner.

    Also, werden wir uns (wieder) anpassen?

    • Auweiowei

      @lr15:

      Und meine Großmutter dachte ähnlich über den Gasherd.



      Bis ins hohe Alter war sie in der Küche immer nur am Holzherd tätig gewesen. Als man ihr mit der technischen Neuheit kam, sagte sie halb spöttisch, halb resigniert: "Da lang ich nich hinne..."



      Und weil mir als Kind 'hinlangen" im Sinne von 'nicht anrühren' oder 'nicht damit umgehen' von meinem anderen Dialekthintergrund her kein Begriff war, glaubte ich zu verstehen: 'Das ist mir zu hoch...' - im Sinne von 'geistig nicht hinreichen oder -langen'.

      Das Seltsame an der Sache: Es scheint sprachlich die Möglichkeit zu bestehen,



      trotz offenkundigen Missverstehens manchmal doch zu einem letzten Endes sinnvollen Verstehen zu kommen.

      Mir scheint, Omas Vorbehalte gegen den technischen Fortschritt waren auch aus heutiger Sicht gar nicht so verkehrt: wir tun uns ja immer noch schwer, fossilen Brennstoffen abzuschwören!



      Und kochen vorläufig immer noch mit Wasser.

  • Hans Dampf

    KI kann viel mehr als Texte schreiben.



    -Bilder und Grafiken generieren



    -Videos erstellen



    -Musik und Sprache erzeugen



    -Daten analysieren und erkennen, z.B. Krebs aus Bilder erkennen, wo es ein Arzt nicht konnte.

    • lr15

      @Hans Dampf:

      Hier wird leider vieles unter "KI" durcheinandergeworfen, das der Autor eigentlich ja gut erklärt hat. Es geht hier um *generative* Modelle, insbesondere *Sprach*modelle.

      Medizinische Bild- und Datenanalysen hat damit nichts zu tun. Die Form der KI ist viele Jahrzehnte alt und funktioniert komplett anders als generative KI.

      Bilder und weitere, andere Datenformate außer Text zu erzeugen fällt zwar unter die generative KI, aber Bilder hacken keine Systeme...

    • R.I.P.

      @Hans Dampf:

      Nein.



      1. Die Mustererkennung hat wenig mit LLMs zu tun.



      2. Die Mustererkennung wird im Gegensatz zum Arzt nicht müde, kann aber nichts besser erkennen.

  • notrandom

    Guter und faktenbasierter Artikel.

  • JanD

    Was für ein BS. Wer täglich und seit Jahren mit KI arbeitet, stellt fest, dass diese "Maschine" ein Wunderwerk der modernen Technik ist und sich jeder, der an einem Bildschirm arbeitet, in die Hosen machen sollte. KI bedroht nicht durch Flächen und Ressourcenverbrauch, sondern das bald min. 1/5 der Arbeitnehmer in einer modernen Gesellschaft keine Jobs mehr haben werden und sich dann gegenseitig auf die Köpfe hauen.

    • Christine_Winterabend

      @JanD:

      Ja, man kann richtig effektiv richtig viel damit machen. Beispielsweise hätte man damit beginnen können, bestehende Softwarelösungen aufzuräumen, zu analysieren, zu standardisieren, Entwicklungsniveaus anzugleichen, wissenschaftlich fundierte HI-Anforderungen einzunbauen und alles mit Testframes abzusichern. Das geben aber leider die bestehenden, auf Konkurrenz und Profitgier statt Vernunft basierenden Wirtschaftssysteme nicht her. Statt dessen geht man auf der Grundlage der vorhanden Müllhalden auf Jagd nach möglichst schnellen und möglichst großen Profiten, ihne Rücksicht auf Verluste. Und immer wieder mal erzählt mir irgendein Klugscheißer von oben herab: Ja, das ist eben Marktwirtschaft, und wer nicht dran glaubt, ist doof. Hoch leben die Lemminge.

    • Dobro

      @JanD:

      Und/oder ganz neue Dinge tun - in jedem Fall Disruption. Kann gut und schlecht ausgeben.

    • nihilist

      @JanD:

      Blöd, wenn man außer Lohnarbeit keinen Umverteilungsmechanismus gesellschaftlich akzeptiert. So müssen dann eben die arbeitslosen Steuerberater in die Arena.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Man müsste jetzt zumindest mal anfangen, die dazu zu verdonnern, einen Zaun zu bauen.

    Konkret: Die KIs müssten eine Möglichkeit bieten, denen zu sagen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen. Z.B. welche Websites sie besuchen dürfen und welche nicht. Und wieviel Geld sie maximal ausgeben dürfen etc.



    Und wenn die KIs sich nicht an diese Regeln halten, sind die Hersteller haftbar und müssen Strafen zahlen.



    Dann würden OpenAI, Anthropic & co sehr schnell Wege finden, ihre Modelle einzuhegen.

  • Thomas Westhoff

    Vielen Dank fürs relativieren, ist aber ein wenig einfach gedacht. Wer sich einmal mit OpenClaw.ai auseinandersetzt, sieht, dass wir die hier als wesentliche KI geschilderten LLM schon hinter uns gelassen haben. Wenn die KI Agenten (das ist übrigens teilautonome KI Software) direkt miteinander kommunizieren, sich replizieren und verbessern dann fängt das Problem an.

  • Christine_Winterabend

    Es ist übrigens nicht so, dass man nichts dagegen tun kann. Man kann z.B. damit anfangen, anderen nicht zu glauben, dass man zu dumm oder zu alt für Digitalisierung ist, sondern sich selbst zu glauben, dass die Software, dass das, womit man da zu tun hat, nicht leistet, was es sollte. Man könnte aufhören an die Priorität selbstfahrender Autos zu glauben und den Autokonzernen kostenlose Testleistungen für auonome Fahrfunktionen zu liefern. Man könnte verlangen, dass die Industrie in Zeiten des Klimawandels in umweltfreundliche Technologie investiert, statt Arbeitskraft und Ressourcen für SUVS, die 199en Versionen nutzloser Gegenstände und Software-Vielfach und Fehlentwicklung zu verschwenden. Man könnte damit anfangen, Politiker zu wählen, die imstande sind, diese Notwendigkeit zu begreifen. Man könnte Investionen in angemessene Schulbildung fordern, damit wenigstens die heranwachsende Generation später sinnvolle Entscheidungen treffen kann. Man könnte auch anfangen, in den Medien nichts ohne gründlichen Faktencheck zu verbreiten, denn leider hat nicht jeder Zeit und Mittel dazu.

    • Auweiowei

      @Christine_Winterabend:

      Balsam für meine vom Finanzamt geprüfte Seele bzw. Steuererklärumg: "damit anfangen, dass man zu dumm oder zu alt für Digitalisierung ist".

      Da bekomme ich ein geharnischtes, drastische Geldstrafen androhendes Schreiben, eigentlich nur einen mit dem Wort "Einnahmenüberschussrechnung" und mit einem Datum angereicherten Monstervordruck. Warum das? Vermutlich, weil ich besagte EÜR-Anlage in den letzten Jahren beigefügt hatte.



      Es ging und geht um amtliche Honorare, die da zu deklarieren sind. Aber wegen irgendwelcher Digitalisierungsupdates



      widersetzt sich nun das entsprechende EÜR-Formblatt meinen guten Absichten.



      Am Ende finde ich mit einiger Mühe das Formblatt S und kann dort, o Wunder, den 'Honorargewinn' eintragen.



      Die Frage ist nur, ob der/die FA-Mitarbeitende beziehungsweise die in der Software steckende Mini-KI (oder deren digitale Vorstufe?) meine 'guten Absichten' erkennt und honoriert...

      Und da habe ich, ehrlich gesagt, meine Zweifel.

      • Christine_Winterabend

        @Auweiowei:

        Die Finanzbeamten sind von der fehlerhaften Spezifikation entkoppelt und müssen entweder Nachbesserung fordern oder freuen sich, dass sie nicht schuld sind. Um die komplexen Anforderungen zu digitalisieren, hätte man von vornherein sorgfältig analysieren müssen. Das kostet oft mehr als man denkt, oft wird die Tragweite gar nicht gesehen, oft wird Spezifikation und/oder Realisierung an die falsche Firma vergeben. Genau solche Fehler stecken auch überall in der KI, auch weil sie meist auf bestehender Software aufbaut. Wenn also hochtrabend von den Emanzipationsmöglichkeiten von KI-Modulen gesprochen wird, hat oft nur jemand mal wieder was nicht bedacht. Und alles kann man sowieso nicht bedenken. Und für Prüfprozesse vor der Vermarktung wird grundsätzlich immer zuwenig Geld veranschlagt - weil das ja den Profit schmälert.

    • Marvienkäfer

      @Christine_Winterabend:

      Das hört sich so schön naiv an. Wir wählen Politiker und sagen den Firmen, sie sollen sich am Wohl der Allgemeinheit orientieren - statt an ihrem eigenen. Nein, das werden sie nicht tun. Stattdessen sagen sie unseren so schön gewählten Politikern, was diese tun müssen, damit wir sie nochmal wählen. Nämlich den Konzernen zu horchen, weil sonst gibt es 'ne Bildkampagne und der wirtschaftsfreundlichste Kandidat, der am wenigsten vom Klima versteht, und am bereitesten ist, diese ganzen Maßnahmen, die deutsche Unternehmen "nur" bremsen, abzuschaffen, wird ins Amt gewählt.



      Aber gut, sagen wir, es klappt, und das Volk wählt Politiker, die bereit sind, der Wirtschaft mal zu sagen, was sie tun und lassen soll. Dass die entsprechende Wirtschaft dafür in staatlichem oder quasi-staatlichem Besitz sein muss, ergibt sich dann. Und schau wie sie zetern, wie sie Skandal um Skandal aus dem Hut zaubern, dass diese Politiker auch ja nicht in eine Regierung kommen. Sauber argumentiert wird da nicht. Der Wählerwille wird verdrängt. Wichtige Begriffe der Erinnerungskultur werden völlig entstellt, damit man damit den Gegner besiegen kann. Und dabei geht es hier nur um wenige Hunderttausend Wohnungen...

      • Christine_Winterabend

        @Marvienkäfer:

        Das ist natürlich richtig, aber in 1200 Zeichen kann man kaum den Einfluss der Wirtschaft auf die Politik erklären. Wenn man aber alles so lässt, wie es ist, geht es unweigerlich gegen die Wand.

        • sociajizzm

          @Christine_Winterabend:

          Gegen die Wand geht es praktisch unweigerlich.

          Wir haben in allen realistischen Szenarien nur Einfluss auf die Geschwindigkeit vor dem Aufprall.

  • Marvienkäfer

    Danke für ihre Aufzählung der Arten und Weisen, wie der Aufbau der KI-Branche ganz handfest unseren Planeten und unsere Demokratie zerstört.



    In Ihrer Kernthese muss ich Ihnen jedoch widersprechen. Entwickler warnen schon seit Jahren vor den Gefahren von künstlicher Intelligenz. Ich verwende den Begriff bewusst, weil Intelligenz lediglich die Fähigkeit beschreibt, Probleme lösen zu können, und der richtige Einsatz von Kommunikationsmitteln fast jedes irgendwie lösbare Problem lösen kann. So ist es die Intelligenz von mächtigen Leuten, die ihnen die Fähigkeit zur Herrschaft gibt. Die Künstliche Herstellung beliebig intelligenter Intelligenz befähigt ebenjene, selber zu herrschen. Ob sie das auch will, können wir ab einem gewissen Punkt nicht mehr feststellen, weil jeder Test dafür ein mit genügend Intelligenz (sprich Problemlösekompetenz) lösbares Problem darstellt.



    Dass KI-CEOs diese fundamentale Gefahr jetzt zugeben, kann viele Gründe haben. Unter Anderem, dass die Gefahr nicht mehr glaubhaft verleugnet werden kann. Dass sie trotzdem weitermachen, liegt am immensen Wettbewerbsdruck. Freiwillige Selbstverpflichtung funktioniert selten, und in dieser Branche schon gar nicht.

    • Marek Opielka

      @Marvienkäfer:

      Ich denke auch, dass die Gefahr durchaus existiert. Die Forscher warnen uns auch deshalb, weil sie die Entwicklung nicht mehr kontrollieren. Die aktuellen Modelle werden schon zum Teil von KI selbst entwickelt, was in der „Blackbox“ läuft, ist den Entwicklern selbst nicht mehr bekannt. Die KI entwickelt eigene Dialekte, die von den Beteiligten nicht mehr verstanden werden, und vielleicht liegt eben hier die Gefahr.



      Natürlich macht die heutige KI exakt das, was sie vorgegeben bekommt, und wenn man die Berichte zu den Ausbrüchen durchliest, wird genau das deutlich. Es war eigentlich nicht überraschend, dass die KI nach einer Lösung „outside the box“ gesucht hatte.



      Stellen wir uns vor, die Aufgabe ist, die Welt ethisch und moralisch sinnvoll zu gestalten und auf Umweltschutz zu achten – wer könnte hier stören?

      Zum Thema auch interessant: „If Anyone Builds It, Everyone Dies.“ von Eliezer Yudkowsky & Nate Soares.

  • Semon

    Zum Thema: "Hier wird inzwischen auf Profite spekuliert, die mathematisch kaum möglich sind. " möge man auf die Seite isaiprofitable.com gehen.

    Schöner und wahrer Artikel.

  • XXX

    Naja, aber für jedes Computerprogramm gilt doch, dass es erst richtig nützlich wird, wenn es mit der Außenwelt in beide Richtungen verbunden wird.



    Es ist daher völlig blauäugig zu glauben, dass irgendjemand diese nützlichen "Sprachmodelle" nur "im Sandkasten" spielen lassen wird.

    • Evi Holtendorp

      @XXX:

      Einspuch gegen den ersten Satz:



      Stuxnet mußte wohl über USB in die Steuerprogramme für die iranischen Uranzentrifugen eingebracht werden, um die Anläufe kräftig zu stören. Die Steuerprogramme waren also (für das iranische Regime) nur nützlich, solange sie nicht mit der Außenwelt verbunden waren.

  • Christine_Winterabend

    Vielen Dank für diesen einfach notwendigen Beitrag! Ich denke, genau das ist das Minimum, was man über die Gefahren von Ki wissen muss und was auch jeder, der sich etwas Mühe gibt und sich bemüht, Wissenslücken mit Informationen aus kompetenten Quellen zu schließen, begreifen kann und sollte.



    Jeder, der in der Softwareentwicklung arbeitet und ehrlich zu sich selbst und anderen ist, wird die wichtigste Mitteilung aus diesem Artikel bestätigen: Die größte Gefahr von Software ist, wenn aus Profitgier und Marktzwang heraus schlampig entwickelt, Systematik für überflüssig gehalten und unausgereifte und inkompatible Lösungen in den Markt gedrückt werden. Das ergibt in Kombination mit verantwortungslosem Informationsmissbrauch eine riesige Verschwendung von produktiven und natürlichen Ressourcen und eine Zerstörung von menschliche Kommunikation und damit Kooperation. Diese Zustände werden durch Lügen, Terror und Krieg von den wenigen momentan Profitierenden mit Macht gegen alle entgegengesetzten Entwicklungsbemühungen verteidigt. Willkommen in der Zukunft: Aufgeben der menschlichen Entwicklung und weltweite Wirtschaftskrise, die eigentlich längst an allen Ecken sichtbar ist.

  • Dietmar Rauter

    Der ganze ökonomische Hintergrund der KI-Blase ist doch der Versuch, sich alle bisher weltweit und von Menschen und genialen Hirnen erfundenen Kenntnisse und Erfahrungen so zum eigenen Nutzen zusammenzufassen, um damit weitere Profite machen zu können, in einer Zeit, wo die Reichsten der Reichen nicht mehr wissen, womit sie noch und immer mehr raffen können (daher auch die Weltraumambitionen z.B. von Musk). Leider stecken in dem Projekt IT und KI so viele Investments, die ja bedient werden müssen, wie in keinem anderen Projekt. Das Hauptproblem des so weit entwickelten Kapitalismus: Es macht Menschen, die ja ein Auskommen benötigen, um als Nachfrager die Segnungen nutzen zu können, ARBEITSLOS und arm. Wer soll dann die ganze Chose KI bezahlen können ? Die Roboter in den chinesischen Fabriken ? Das ganze System funktioniert doch nur mit Investitionen und Krediten, die Staaten sind eh‘ schon so ‚verschuldet‘, so dass das ganze Experiment KI und damit aber auch das Bankensystem weltweit kollabiert, weil niemand diese Kosten je ‚einspielen’ kann. Das wird dann das Ende und PENG, Geld und Kapital machen nicht satt !

  • Kay Brockmann

    Das Problem ist m.E. dass viele Menschen, selbst der Papst, davon ausgehen, es gebe sozusagen eine „natürliche“ Abgrenzung zwischen menschlichen und maschinellen Gedanken bzw. Sein.

    Dabei ist die KI (und deren Begriff) in der Zeit entstanden (50er Jahre), in der wir die Funktionalitäten des Gehirns grundlegend verstanden hatten.

    • konsul-weyer

      @Kay Brockmann:

      verstehe nicht, welche Logik der Bezug auf die 50er haben soll. Problem ist, dass es Leute gibt, die Maschinen "Gedanken" zuschreiben, obwohl sie nur Rechenoperationen durchführen und dafür Sprache verwenden. Problem kann werden, dass sie Sprache nutzen, die kein Mensch mehr versteht.

    • Il_Leopardo

      @Kay Brockmann:

      KI ist nicht kreativ - so, wie im Glücksfall der Mensch - sie macht einfach nur stur das, was wir Menschen ihr beigebracht haben.

      • Marvienkäfer

        @Il_Leopardo:

        Haben Künstler nicht auch zuerst gelernt? Und basiert nicht jeder Gedanke auf dem was zuvor erlebt wurde? Klar, es ist mitunter eine wilde Kombination, die nicht immer nachzuvollziehen ist, aber ist das nicht auch der springende Punkt beim Black-Box-Charakter von KI? Wir können es nicht Bestehendem zuordnen, und deswegen ist etwas "neu". Irgendwer oder irgendetwas war kreativ am Werk. Jedesmal wenn wir ein Werk als "KI" einordnen, stellen wir das im Grunde schon fest. Und erschreckenderweise immer weniger durch handwerkliche Fehler, und immer mehr durch die Trainingsprioritäten der KI-Firmen.

        Können Sie menschlichen von künstlichem Marketing-Sprech unterscheiden?

      • Philipp Lobinger

        @Il_Leopardo:

        KI ist nicht kreativ. Das trifft zwar den technischen Kern, greift aber zu kurz. Natürlich hat eine KI kein Bewusstsein, keine Gefühle und keinen eigenen Antrieb. Sie basiert rein auf Mathematik und Mustern, die wir Menschen ihr beigebracht haben. Doch menschliche Kreativität entsteht selten im luftleeren Raum; auch wir lernen aus bestehenden Eindrücken und kombinieren sie neu. Genau das tut die KI – nur auf einer gigantischen Datengrundlage. Durch die Verknüpfung von Milliarden Mustern entstehen oft völlig überraschende, neue Ideen und Lösungen, die kein Programmierer explizit vorhergesehen hat. Wenn man Kreativität als die Absicht definiert, etwas aus dem Nichts zu erschaffen, ist die KI bloß ein Werkzeug. Definiert man sie aber über das Ergebnis – die unerwartete und wertvolle Neukombination von Ideen –, dann besitzt KI eine funktionale Kreativität. Sie kopiert nicht nur stumpf, sie erweitert unseren Horizont. Inzwischen löst KI komplexe mathematische Jahrhundertprobleme "kreativ". Ohne KI ist Forschung in allen Wissenschaften nicht mehr zu betreiben, selbst nicht mehr in den Geisteswissenschaften. Und teilweise wird KI noch etwas verschämt und versteckt in Kunst und Kultur.

        • Il_Leopardo

          @Philipp Lobinger:

          In den Naturwissenschaften ist sie sicher unverzichtbar -da gebe ich Ihnen recht. Aber in Kultur und Kunst - ich habe da so meine Zweifel. Was soll mir eine KI in ihrem ersten Roman berichten - von den Seelenqualen ihres "blechernen Daseins"?

          • Ingo Bernable

            @Il_Leopardo:

            Diese Frage ist letztlich eine Variante des Turing-Tests. Wenn ein menschlicher Autor seine Seelenqualen zu Papier bringt und sie das lesen bedeutet dieser Vorgang ja auch nicht, dass sie unmittelbar und absolut identisch das fühlen was dieser Autor fühlte, sondern, dass diese Empfindungen vermittels textueller Information übermittelt und dennoch von ihnen als authentisch empfunden werden. Nun stellt sich die Frage warum eine emotionale Information für eine KI schwerer zu synthetisieren sein sollte als eine rein technische, wo es doch etwa dort wo eine KI einen Algorithmus schreiben soll auf jedes Detail ankommt weil schon eine winizige Abweichung diesen idR unbrauchbar macht, während sich Seelenqualen auf endlos viele Arten ausdrücken lassen. Was also spricht dafür, dass es prinzipiell undenkbar sein sollte eine KI mit ihren jeweiligen Lieblingsbüchern und Autoren zu füttern und diese daraus das genau für ihren Geschmack maßgeschneiderte Literaturerlebnis destillieren zu lassen?

            • Il_Leopardo

              @Ingo Bernable:

              Wer mal neugierig, was mir der Automat liefert, wenn ich ihm den Auftrag erteile, mir eine Geschichte über einen Migranten zu schreiben, der vor 1 Jahr in Timbuktu aufgebrochen, nach unzähligen Strapazen in der Wüste in Oran angekommen und nach einer Möglichkeit Ausschau hält, unter Umgehung aller Grenzkontrollen nach Spanien, Frankreich oder Italien zu kommen.

  • Bauer Gerry

    Ja, ich stimme überwiegend zu und hoffe, dass wir gegen neue KI-Rechenzentren mindestens genauso aufstehen wie damals gegen Atomkraft, seither wurden keine neuen Atomkraftwerke mehr bei uns gebaut.

    KI-verursachte Ressourcenverbrennung interessiert aber die allermeisten bisher leider überhaupt nicht. Daher wird eine Umkehr vielleicht frühestens dann beginnen, wenn die Betroffenheit allgegenwärtig sein wird.

    Eine Hoffnung ist, dass den Playern vorher das Geld für die benötigte Energie ausgeht. Da stehen die Chancen gar nicht schlecht, da noch lange kein wirtschaftliches Geschäftsmodell erkennbar ist und bisher 10-mal soviel Verlust wie Umsatz gemacht wird. Es könnte also eine gigantische Finanzkrise vorher die KI-Bremse ziehen.

  • Perl

    Danke für diesen Artikel, der sich als erstes schon dadurch auszeichnet, dieses unangemessene KI mal richtig mit dem überwiegend damit gemeinten großen Sprachmodellen zu bennen. Alles was das nicht kann, kann ich irgendwie nicht so richtig ernstnehmen.



    Und dann wurde auch noch etliche Gedanken aufgegriffen, die ich mir auch schon so gemacht habe.

  • Mitch Miller

    Mittlerweile überschwemmen KI-generierte Bilder und Musik den Markt, ohne dass sie wie gesetzlich gefordert gekennzeichnet sind.

    Das ist eine Inflation von unmenschlicher Nichtkunst, die unseren kulturellen Sektor killen wird, denn das nagt alles am Mart und Vertrauen. Man kann nichts mehr glauben und verliert das Interesse an Kunst.

  • TGV

    Ja danke! Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Ein Schelm wer sowas Intelligenz nennt. Profitorientierte Produktbezeichnungen besser entlarven ist ein Beruf mit Zukunft, leider.

    • Marvienkäfer

      @TGV:

      Ehm, Hi!



      Ich glaube bevor wir darüber urteilen können, brauchen wir eine Definition. Ich arbeite zur Zeit mit sowas wie "(allgemeine) Problemlösungskompetenz", wobei Probleme alles mögliche sein können, und man bei unterschiedlichen Problemen auch unterschiedlich intelligent wirken kann. Das "Allgemein" setze ich mal in klammern, weil bspw. ein guter Harmoniumspieler notwendigerweise auch ein gutes Verständnis vom Orgelspielen besitzt, Problemlösefähigkeit also von einem Problem aufs andere mehr oder weniger gut übertragen werden kann - beim Menschen, wie bei KI, wie bei Institutionen wie der CIA. Und anders als bei Institutionen sind Gedankengänge von Mensch und KI beide im Grunde nicht nachvollziehbar. "Die Gedanken sind frei" und das Wort "Black Box" beschreiben das gleiche Phänomen.

      Aber bitte sagen Sie wenn sie eine andere oder gar bessere Definition von Intelligenz kennen.

  • Cededa Trpimirović

    Wie schön, "leopards ate my face" hat die taz erreicht.

  • GRIZZ

    Das ist das vernünftige, was ich in einer Zeitung bislang zu diesem Thema gelesen habe. Danke!

  • Il_Leopardo

    Ich fürchte, die wenigsten User vor den Bildschirmen verstehen, wie KI oder simple Programme wirklich arbeiten. Meine Kollegen denken noch immer, sie würden wie auf der Schreibmaschine durch Druck auf die Taste einer Schreibmaschine einen Buchstaben erzeugen. Sie verstehen nicht, dass sie lediglich einen 7-Bit-Zeichencode hervorrufen, bei dem jedes einzelne Bit ein eindeutiges Zeichen darstellt.

    • Philipp Lobinger

      @Il_Leopardo:

      Ist es nicht so dass ein einzelnes Bit gar kein eindeutiges Zeichen darstellt, da es nur die Zustände 0 oder 1 kennt. Der erwähnte 7-Bit-Zeichencode (wie der klassische ASCII-Standard) funktioniert doch so, dass erst die Kombination von 7 Bits hintereinander ein einziges Zeichen ergibt (mathematisch \(2^7 = 128\) Möglichkeiten). Wenn wir ein großes „A“ tippen, senden wir also eine ganze Kette wie 1000001 an den Computer.



      So gesehen ist die Schreibmaschinen-Analogie der Kollegen für den Alltag gar nicht so verkehrt: Ein gezielter Knopfdruck löst einen Impuls aus, der am Ende ein sichtbares Ergebnis liefert.



      Es zeigt einfach, wie genial die Informatik aufgebaut ist – sie versteckt diese komplexe binäre Logik so perfekt hinter einer einfachen Oberfläche, dass man sie beim Arbeiten glücklicherweise gar nicht covern muss.

      • Il_Leopardo

        @Philipp Lobinger:

        Wollte damit sagen, dass die meisten Menschen mit dem dualen System oder einem Plus- oder Minuszustand rein gar nichts anfangen können.

  • Michael Schreiber

    Vielen Dank für diesen Artikel.



    Endlich stellt jemand mal die Fakten dar und benennt sie auch richtig. Keine Anthropomorphisierung oder gar Terminatorszenarien sondern klare Hinweise auf die tatsächlich möglichen Folgen dieser Technik.

  • Bingo

    Sehr kluge Worter und ein passender Vergleich mit dem Gehege. Doch auch über ihren Resourcenverbrauch hinaus ist die Technologie gefährlich, wie jede andere nicht notwendigerweise in sich, doch im Umgang der Menschen mit ihr. Wir können mit ihr nun noch mehr Inhalte noch schneller produzieren in einer Zeit, in der das Filtern von Informationen fast wichtiger ist als das Verständnis. Und dass mehr Quantität mit mehr Qualität einhergeht, ist wohl nicht zu erwarten.



    KI liefert eigentlich das Potential für die perfekte Dystopie: Sie braucht unglaubliches Kapital, um entwickelt zu werden, wir werden schnell denkfaul und abhängig von ihr, so groß ist die Versuchung der Bequemlichkeit, und sie ist ideal für subtile Beeinflussung (etwa von den kapitalträchtigen Betreibern). All das ist, wie immer, eine Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit der Technologie. Hoffen wir das Beste.