UN-Flüchtlingshilfswerk warnt: Bildung von Flüchtlingskindern in Gefahr
Globale Mittelkürzungen lassen das Schulangebot für Kinder auf der Flucht schrumpfen. Besonders schlimm ist das für Mädchen in der Sekundarstufe.
Foto: Mahmud Hossain Opu/ap/dpa
epd | Rund 5,8 Millionen Flüchtlingskinder haben laut dem Hilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr keine Schule besucht. Damit waren 44 Prozent der insgesamt 13,2 Millionen Flüchtlingskinder im Schulalter vom Besuch einer Bildungseinrichtung ausgeschlossen, erklärte das UN-Flüchtlingshilfswerk am Freitag in Genf.
Neue Einschnitte in die Budgets der Hilfsorganisationen drohten weitere Millionen Mädchen und Jungen vom Unterricht auszuschließen, warnte das UNHCR laut einem neuen Bericht. Der Übergang in die Sekundarstufe stellt laut UNHCR für Jungen und Mädchen mit Flüchtlingshintergrund eine der größten Herausforderungen dar.
Frühehen und andere Missstände drängen Mädchen aus der Schule
Während im vergangenen Jahr knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Flüchtlingskinder im Grundschulalter eine Grundschule besuchten, waren nicht einmal ein Drittel (32 Prozent) in der Sekundarstufe eingeschrieben. Zwar gingen Mädchen und Jungen in etwa zu gleichen Anteilen in die Grundschule. In der Sekundarstufe sinke der Anteil der Mädchen jedoch. Armut, Sicherheitsrisiken, Frühehen und andere Belastungen drängten immer mehr Mädchen aus der Schule.
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, betonte: „Bildung bedeutet Schutz. Sie ist aber auch ein Weg zu neuen Chancen und Selbstständigkeit.“ Salih, ein Kurde aus dem Irak, war selbst Flüchtling und rief Geberländer zu verstärkten Investitionen in die Bildung der Vertriebenen auf. Länder wie die USA, aber auch aus Europa, kürzen indes seit geraumer Zeit die Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.
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