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Hitze in EuropaSommer von Klimaextremen geprägt

Klimaextreme haben laut dem EU-Dienst Copernicus den Sommer in ganz Europa geprägt. Flüsse führten so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht mehr.

epd/rtr | Hitze, extreme Trockenheit und niedrige Wasserstände: Klimaextreme haben laut dem EU-Dienst Copernicus den Sommer in ganz Europa geprägt. Die anhaltende und außergewöhnliche Hitze habe den Sommer zum drittwärmsten des Kontinents seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemacht, teilte Copernicus am Freitag in Bonn mit. Westeuropa durchlebte demnach sogar den heißesten jemals gemessene Sommer.

Die sommerliche Durchschnittstemperatur habe in Westeuropa bei 21,7 Grad Celsius gelegen und damit 2,5 Grad über dem Vergleichswert der Jahre 1991 bis 2020, hieß es. Der bisherige Rekord aus dem Sommer 2003 sei damit übertroffen worden.

Hohe Temperaturen auch im Mai und September

Der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August. Mit Blick auf Westeuropa hoben die Copernicus-Fachleute hervor, dass die außergewöhnliche Wärme weit über die Kernmonate des Sommers hinaus angehalten habe. Auch im Mai und September seien „rekordhohe Tagestemperaturen“ gemessen worden.

Vor allem Hitze machte laut Copernicus den Menschen in Europa zu schaffen. Etwas mehr als die Hälfte des Kontinents (52 Prozent) habe sehr starken Hitzestress erlebt, also eine gefühlte Temperatur von 38 Grad Celsius oder mehr. Für Westeuropa sei im Durchschnitt die Rekordzahl von 13 Tagen mit sehr starkem Hitzestress festgestellt worden, hieß es. An durchschnittlich 41 Tagen sei starker Hitzestress aufgetreten, was gefühlten Temperaturen von 32 bis 38 Grad entspricht – ebenfalls ein Rekord.

Widerstandsfähigkeit gegen Klimarisiken aufbauen

Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), sprach von einem „Sommer mit sich überschneidenden Klimaextremen“. Mit Blick auf die Folgen, etwa für die Verfügbarkeit von Wasser oder für die Gesundheit, mahnte Burgess an, „Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmend miteinander verknüpften Klimarisiken aufzubauen“.

Die Gesundheit leidet, wenn der Körper sich aufgrund hoher Temperaturen und Luftfeuchtigkeit nicht mehr durch ‌Schwitzen abkühlen kann. Zu den Symptomen zählen ein erhöhter Herzschlag, Übelkeit, Schwindel und potenziell lebensbedrohliche Hitzeschläge. Gefährdet sind vor allem Menschen, ⁠die im Freien arbeiten, Ältere sowie Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.

Flüsse führten so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht

Angesichts der anhaltenden Trockenheit wurden laut Copernicus auch die stärksten Niedrigwasserstände in Europa seit Beginn der Erfassung im Jahr 1992 festgestellt. Im Juli und August seien an vielen großen europäischen Flüssen gleichzeitig „Rekord- oder Beinahe-Rekordtiefstände“ aufgetreten, darunter im Rhein, der Donau und der Seine. Der Klimadienst Copernicus wird vom EZMW bereitgestellt.

Von vielen Flüssen gab es Berichte über extrem niedrige Wasserstände. Gleichzeitig waren die Meere rund um Europa ungewöhnlich warm, wie der EU-Klimawandeldienst C3S berichtet.

Folge sei ein erhöhter Druck auf Bewässerung, Kühlung von Kernreaktoren, Wasserkraft, Süßwasserverfügbarkeit und Energieversorgung gewesen. Das verdeutliche den engen Zusammenhang zwischen Klimawandel und geopolitischen Herausforderungen wie der Energiesicherheit, hieß es vom Dienst des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

Entlang eines Großteils der Atlantikküste sowie im westlichen und zentralen Mittelmeer habe es Rekordwerte oder Beinahe-Rekordwerte bei den Meeresoberflächentemperaturen gegeben, hieß es weiter. Dies sei mit starken bis außergewöhnlichen marinen Hitzewellen einhergegangen. „Marine Hitzewellen können die Hitze in angrenzenden Küstengebieten verstärken, indem sie die nächtliche Abkühlung einschränken und die Luftfeuchtigkeit erhöhen, wodurch sich der Hitzestress verschlimmert.“

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