Lebkuchen in der Weihnachtszeit: Produktion sinkt, Nachfrage im Ausland steigt
In Deutschland sind 2025 weniger Lebkuchen hergestellt worden. Allgemein leidet die Süßwarenbranche unter gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten.
afp | In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Lebkuchen hergestellt worden. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, sank die Produktion des Weihnachtsgebäcks auf rund 72.800 Tonnen. Verglichen mit dem Vorjahr 2024, als in Deutschland mit gut 81.000 Tonnen noch fast ein Kilogramm Lebkuchen pro Kopf produziert worden waren, entspricht dies einem Rückgang um mehr als zehn Prozent.
Zudem sank die Lebkuchenproduktion 2025 auf den niedrigsten Wert der vergangenen sieben Jahre, wie die Statistikbehörde weiter mitteilte. Angaben zu den Gründen machte das Bundesamt nicht. Zu schaffen gemacht hatten der Süßwarenbranche zuletzt allerdings unter anderem gestiegene Rohstoffpreise etwa bei Kakao und Nüssen, aber auch die Energiekosten.
Weiterhin begehrt sind deutsche Lebkuchen indes im Ausland: 2025 wurden dem Bundesamt zufolge knapp 20.000 Tonnen exportiert, der Großteil davon ins europäische Ausland. Wichtigste Abnehmer waren Österreich (4.200 Tonnen), Polen (3.700 Tonnen) und Frankreich (2.100 Tonnen). Außerhalb Europas gingen Lebkuchenausfuhren vor allem in die USA (1.100 Tonnen), nach Australien (400 Tonnen) und Brasilien (300 Tonnen).
Polen als größter Lebkuchenexporteur
Nach Deutschland importiert wurden im vergangenen Jahr insgesamt gut 10.000 Tonnen Lebkuchen. Der Großteil der Lebkuchenimporte kam laut Statistik mit 53 Prozent aus Polen (5.300 Tonnen). Weitere elf Prozent stammten jeweils aus Italien und der Ukraine (je 1.100 Tonnen).
Ein erheblicher Teil der Produktion von Lebkuchen in Deutschland findet übrigens zu wenig winterlichen Zeiten statt: Wie das Bundesamt erklärte, fahren die Hersteller ihre Produktion bereits im dritten Quartal des Jahres hoch, damit die Waren rechtzeitig in den Handel gelangen. 2025 entfiel demnach mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Produktion auf die Monate Juli bis September.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert