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5 dinge, die der un-klimagipfel beweisen könnte

1 Die neue Welt wird elektrisch

Würde künftig elektrisch geheizt, Auto gefahren und Polyamid hergestellt (fragen Sie nicht), könnte auf Öl und Gas fürs Heizen, Autofahren und Polyamid-Herstellen verzichtet werden. Die Konferenzleitung will ein Elektrifizierungsziel für 2035 durchsetzen: 35 Prozent des globalen Energieverbrauchs aus Strom statt aktuell 20. Das ist nicht super­ambitioniert, aber könnte den Trend hin zum Strom beschleunigen.

2 Erdoğan kann gut mit Kritik umgehen

Haha, nur ein Scherz. Der türkische Präsident wird aber genügend Gelegenheit erhalten, sich in Kritikfähigkeit zu üben. Parallel zur offiziellen Konferenz organisieren Ak­ti­vis­t*in­nen einen Gegengipfel. Dort demonstrieren und diskutieren Ge­werk­schaf­te­r*in­nen aus Bahrain, Was­ser­schüt­ze­r*in­nen aus dem Irak und Prominente wie Alexis Tsipras und Thomas Piketty. Mit der Weltöffentlichkeit gleich nebenan ist den Ak­ti­vis­t*in­nen mehr Aufmerksamkeit sicher als in ihren Heimatländern.

3 Mancher Untergang geht klar

Die australische Regierung will sich auf dem Klimagipfel profilieren, indem sie die pazifischen Inselstaaten als ihre Partner darstellt. Mal schauen, ob diese Partnerschaft hält, wenn es ums Geld geht: Die ärmsten Länder und die Inselstaaten bräuchten 40 Milliarden US-Dollar jährlich von den Industriestaaten, um sich an den Klimawandel anzupassen, bekommen aber nur 12 Milliarden.

4 Wissenschaft ist den Mächtigen ­gefährlich

Dass fossile Brennstoffe nicht als Verursacher des Klimawandels in UN-Beschlüssen genannt werden, ist bereits üblich. Auch dieses Jahr werden Kämpfe ausbrechen: Sind das Ziel 1,5 oder 2 Grad? Werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Weltklimarats erwähnt? Das beweist, wie viel Angst fossile Regierungen vor Kli­ma­wis­sen­schaft­le­r*in­nen haben. Alle Augen auf den fesselnden Verhandlungsstrang „Klimaforschung und systematische Klimabeobachtung“.

5 So wichtig ist der Klimagipfel nicht mehr

Die Nachfrage nach Öl stagniert, die Kohleverstromung nimmt ab, der Ausbau von Solar- und Windkraft bricht immer neue Rekorde. Nicht weil Di­plo­ma­t*in­nen sich auf 224-seitige Abschlussdokumente geeinigt haben. Sondern weil der Irankrieg fossile Brennstoffe teuer und chinesische In­ge­nieu­r*in­nen Erneuerbare spottbillig machen. Die Zukunft des Planeten entscheidet sich nicht in Antalya. (jwa)