Bundeswehr nimmt an Ukraine-Manöver teil: Kyjiws Verbündete wollen den Waffenstillstand üben
Die Bundeswehr wird mit Stabsoffizieren am ersten gemeinsamen Militärmanöver der geplanten Ukraine-Friedenstruppe teilnehmen. Polen ist der Gastgeber.
Foto: Henry Nicholls/reuters
dpa/taz Die Bundeswehr wird sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik am ersten Militärmanöver der sogenannten „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung eines Friedensschlusses für die Ukraine beteiligen. Deutschland nehme als „Zeichen der Geschlossenheit mit unseren Partnern“ an der Übung teil, die im November in Polen, im Luftraum über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer stattfinden soll, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.
Die Militärübung mit dem polnischen Namen „Koalicja 2026“ (Koalition 2026) war im Juli auf einem Gipfeltreffen in Paris vereinbart und von Polens Ministerpräsident Donald Tusk im August angekündigt worden. Die Manöver sollten „konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten“, sagte Tusk damals der Nachrichtenagentur PAP zufolge.
Die Bildung einer multinationalen Einsatztruppe unter Führung von Frankreich und Großbritannien war schon im Januar beschlossen worden. Sie soll zum Einsatz kommen, wenn es darum geht, einen Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland abzusichern. Die „Koalition der Willigen“ für die Ukraine hatten Großbritanniens damaliger Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Anfang 2025 als europäische Antwort auf den damals neuen US-Präsidenten Donald Trump ins Leben gerufen. Insgesamt gehören ihr 36 Staaten an.
Bei dem Manöver im November wird erstmals die Einsatzfähigkeit einer multinationalen Truppe der Ukraine-Verbündeten getestet. Die Bundeswehr wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums neben den Stabsoffizieren „bis zu zwei“ Transportflugzeuge vom Typ A400M zur Luftbetankung für die Übung zur Verfügung stellen. Sie sollen von Deutschland aus operieren. Außerdem werde die Verlegung von Truppen durch Deutschland in das Übungsgebiet mit „logistischen Leistungen“ unterstützt, hieß es.
Deutschland erklärte sich nach anfänglichem Zögern zur Teilnahme bereit. Das sagt aber nichts darüber aus, wie die deutsche Beteiligung an der multinationalen Truppe letztlich aussehen wird. „Über Art und Umfang des deutschen Beitrags wird die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden“, hatte Kanzler Merz im Juli gesagt.
Wie viele Soldaten an dem Manöver teilnehmen, ist noch unklar. Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting hatte Mitte Oktober bei seinem Besuch bei seinem US-amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth in Washington von „Tausenden Soldaten“ gesprochen. Die britische Times nannte vor wenigen Tagen die Zahl von insgesamt 1.500 französischen, britischen und deutschen Soldaten, die neben polnischen Truppen an dem Manöver teilnehmen würden.
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