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Demokratie in VenezuelaOppositionsführerin Machado ist zurück in Venezuela

Nach vielen gescheiterten Einreiseversuchen ist María Corina Machado wieder in Venezuela und drängt auf Wahlen. Die US-Regierung winkt vorerst ab.

Nach zehn Monaten im Exil ist die venezolanische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado (59) wieder in ihrer Heimat. „Ich bin hier. Bei Euch.“ Die Ansage per X am Sonntagmorgen war schlicht.

Dann platzte Machado in die Sonntagsmesse in der Basilika Santa Rosa nahe Barquisimeto, Bundesstaat Lara. Ein hochsymbolisches Comeback: Dort ist die Stätte des beliebtesten Marienkults, dem der göttlichen Hirtin. Kirch­gän­ge­r*in­nen und Parteimitglieder begleiteten ihren Einzug.

Rund zehn Stunden brauchte Machado für die 370 Kilometer bis in die Hauptstadt Caracas, weil auf dem Weg die Ve­ne­zo­la­ne­r*in­nen in Massen herbeiströmten, um sie zu begrüßen, zu feiern und den Tross zu begleiten. Die Bilder ähneln denen vom Präsidentschaftswahlkampf 2024. Damals trat kurzfristig Edmundo González Urrutia an – weil Machado die Kandidatur verboten worden war. Doch bei den Wahlkampfauftritten vor Massen auf den Straßen war sie es, die auf den Wagen vorne stand und zu den Menschen sprach – während der deutlich ältere González fast schüchtern wirkte.

Bei der Wahl schlug er Maduro deutlich, belegten unabhängige Be­ob­ach­te­r*in­nen und Daten der Opposition. Doch das Regime erklärte Maduro zum Sieger. Behörden gingen gewaltsam gegen Regierungsgegner vor, 28 Menschen wurden getötet, zahlreiche Oppositionelle flohen ins Ausland.

Trump will weder Machado noch Wahlen in Venezuela

Machado blieb monatelang im Untergrund, bis sie zur Verleihung des Friedensnobelpreises im Dezember 2025 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausreiste. Sie kam Stunden zu spät. Ihre Tochter nahm den Preis entgegen und hielt eine Aufsehen erregende Rede. Den Friedensnobelpreis widmete Machado dann Donald Trump, der diesen für sich beansprucht hatte.

Doch der wollte nichts von ihr wissen, nachdem US-Elitesoldaten am 3. Januar den autoritären Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Frau entführt hatten. Er sei weder mit ihr in Kontakt noch unterstütze und respektiere man sie in Venezuela, verkündete Trump. Machado begrüßte die Militäroperation, überreichte Trump später sogar ihre Nobelpreis-Medaille.

Trotzdem darf seitdem Maduros ehemalige Vizepräsidentin sowie Finanz- und Ölministerin Delcy Rodríguez regieren, mit einem Großteil der bisherigen chavistischen Garde. Trump hat mehrfach betont, welch „großartige Arbeit“ Interimspräsidentin Rodríguez leiste. Rodríguez hat mit der US-Regierung diverse Deals für Öl und andere Rohstoffe unterschrieben, obwohl die Rechtsgrundlage mehr als umstritten ist. Maria Corina Machado betrachtet die Regierung unter Rodríguez als Fortsetzung eines „illegitimen Regimes“, äußerte sie jüngst in US-Medien.

Ein paar Mal sollen die USA ihre Rückkehr verhindert haben. Dieses Mal nicht. Eine der offenen Fragen ist, ob und was da verhandelt wurde. US-Außenminister Marco Rubio veröffentlichte auf X eine Erklärung, die sich auch als Warnung an Machado lesen lässt: Ihre sichere Rückkehr sei das direkte Ergebnis der von den USA unterstützten Versöhnungsgespräche. Die USA erwarteten von allen politischen Akteuren, dass sie diese Gespräche unterstützten.

Machado ist zurückgekehrt, um auf einen baldigen Termin für Wahlen zu drängen – und um dann anzutreten. Trump hatte zuletzt im September wieder einmal erklärt, dass es für Wahlen noch zu früh sei. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, die eigentlich laut Verfassung nur 90 Tage im Amt sein sollte, vermeidet seit Monaten, ein Datum zu nennen.

In den kommenden Tagen will sich Machado mit Menschenrechtsverteidiger*innen, Ver­tre­te­r*in­nen der Zivilgesellschaft und Erdbebenopfern treffen, sagte ein Mitarbeiter. Außerdem will sie durchs Land touren. Es wird sich zeigen, wie frei und sicher sie sich wird bewegen können.

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