Förderung der Energiewende: Bundesregierung muss mehr Geld für EEG aufbringen
Die Prognose der Netzbetreiber zum Zuschussbedarf bei der Förderung der erneuerbaren Energien verschärft den Druck auf den Bundeshaushalt.
17,5 Milliarden Euro Steuergeld werden 2027 nötig sein, um die Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu finanzieren. Das prognostizieren die Übertragungsnetzbetreiber und liegen damit rund eine Milliarde über dem Ansatz der Bundesregierung im Haushaltsentwurf.
Das EEG garantiert den Betreibern von Wind- und Solaranlagen einen bestimmten Erlös für eingespeisten Strom. Fallen die Preise an der Strombörse niedriger aus, muss der Staat die Differenz mit Zuschüssen ausgleichen. Der Großteil der Fördersumme, nämlich 9,6 Milliarden Euro, wird 2027 abermals auf die Photovoltaik entfallen.
Die Nachricht, dass die staatliche Förderung so teuer wird, fällt mitten in den Streit über ihre künftige Ausgestaltung. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Subventionen begrenzen und stärker an den Netzausbau koppeln, die Branche warnt vor einem Abwürgen der Energiewende.
In ihrer Mittelfristprognose geht die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) davon aus, dass der Finanzierungsbedarf weiter steigt: Für 2029 erwartet sie eine Fördersumme von 22,3 Milliarden Euro, ehe diese anschließend etwas zurückgehe.
Erfolg treibt Kosten
Der Finanzbedarf wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Wie viele Anlagen werden zugebaut, wie ist das Wetter, wie das allgemeine Strompreisniveau? Letzteres hat die FfE im Mittel für 2027 mit durchschnittlich 10,6 Cent je Kilowattstunde sogar relativ hoch angesetzt.
Kostentreiber ist der Ausbau der Anlagen, besonders bei der Photovoltaik: Jede zusätzliche Kilowattstunde Solarstrom ist kaum noch etwas wert, weil zu den betreffenden Zeiten schon sehr viel Strom im Netz ist. Für 2027 schätzt die Stromwirtschaft daher den sogenannten Marktwertfaktor der Photovoltaik auf nur noch 41 Prozent. Das heißt: Für eine Kilowattstunde Solarstrom gibt es an der Strombörse nicht einmal mehr die Hälfte des mittleren Strompreises.
Für 2031 geht die FfE sogar nur noch von einem Faktor von 25 Prozent aus. Der Bundesverband Erneuerbare Energie kritisierte, dass bei dieser Berechnung „ein entscheidender Faktor“ fehle, nämlich der Speicherzubau, der die Marktwerte der Erneuerbaren stabilisieren könne.
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