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Grüngasquote für fossile Heizungen Teures Täuschungsmanöver

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

Die Bundesregierung hat eine Grüngasquote für Heizbrennstoffe eingeführt. Stattdessen sollte sie eine Abwrackprämie für fossile Heizungen anbieten.

U mwelt- und Verbraucherverbände warnen mit Nachdruck vor dem Irrweg, den die schwarz-rote Bundesregierung mit der Einführung der sogenannten Grüngasquote geht – und sie haben völlig recht. Diese Quote sieht vor, dass ab 2028 Gas und Öl für fossile Heizungen einen bestimmten Anteil angeblich klimafreundlicher Brennstoffe enthalten müssen, etwa Bio-Methan. Die „grünen“ Gase oder Öle verdienen diesen Namen aber nicht. Denn sie sind nicht so klimafreundlich, wie die Bezeichnung suggeriert, und sie führen zu erheblichen ökologischen Schäden, weil die erforderlichen Pflanzen in Monokulturen angebaut werden.

Die Einführung der „Grüngasquote“ fürs fossile Heizen ist eine üble Finte der schwarz-roten Bundesregierung bei der Abwicklung des Heizungsgesetzes der Ampel. Sie will den Eindruck erwecken, dass die Klimaziele eingehalten werden können, auch wenn der Betrieb von Gas- und Ölheizungen unbegrenzt möglich bleibt. Doch das wird die Grüngasquote nicht erreichen – schon weil sie für die Industrie als Großverbraucher nicht gilt. Zudem ist völlig ungewiss, woher die gewaltigen Mengen an „grünen“ Brennstoffen überhaupt kommen sollen. Sicher ist dagegen, dass sie sehr teuer sind.

Den Preis für dieses Täuschungsmanöver zahlen künftige Generationen, die mit den dramatischen Folgen der Erderhitzung klarkommen müssen. Ver­brau­che­r:in­nen werden schon in wenigen Jahren mit den absehbar immens steigenden Kosten fürs Heizen mit Gas oder Öl kämpfen. Besonders bitter ist das für Mieter:innen, die keinen Einfluss auf die Art ihres Heizens haben, und jene, die sich von der Regierung blenden lassen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden, trotz Klimakrise und Warnungen etwa von Verbraucherschützer:innen, immer noch mehr als 130.000 neue Gasheizungen verkauft.

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Dass angeblich grüne Brennstoffe keine Lösung sind, kann nur eins heißen: Die Bundesregierung muss sich korrigieren. Sie sollte eine Abwrackprämie für Öl- und Gasheizungen einführen, statt den Bür­ge­r:in­nen Sand in die Augen zu streuen.

Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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6 Kommentare

  • Günter Witte

    Warum sollte das mit einer Grüngasquote nicht funktionieren ? Produkte aus Pflanzen, Bioethanol, werden schon seit Jahren bei Verbrennern genutzt (Super E10, Super Plus, Super E5). Deutschland erzeugt selber ca. 50% des eigen Bedarfs, dafür werden 6% des Getreideertrags und 6% bei Zuckerrüben benötigt. Auch diese Produkte werden in Monokulturen angebaut. Auch das Argument das Heizen damit zu teuer wird zieht nicht, weil wenn der Staat ein Interesse hätte das die Bevölkerung billiger heizt müsste er nur die CO2 Besteuerung bei Heizöl/Gas abschaffen.

  • Duplozug

    Nochmal, ganz falsch ist es nicht. Vor allem für Mieter die keinen Einfluss haben ist das richtig und die vollen Kosten übernehmen müssen.

    Nur kann man ehrlich gesagt auch nicht so tun, als ob man wirtschaftlich in jede Altbau Wohnung in Deutschland problemlos eine Wärmepumpe oder Fernwärme ( die auch teuer ist) einbauen könnte. Das ist illusorisch.

    Und um Neubau geht es nicht bei dieser Frage überhaupt nicht. Ich glaube der Einbau von Gas oder Ölheizungen in neu gebauten Häusern und Wohnungen bewegt sich gegen 0. Spielt auf jeden Fall aber keine Rolle.

    • fourorty

      @Duplozug:

      Dass Wärmepumpe und Altbau nicht zusammen gehen, ist schon längst widerlegt.

      • Michel76

        @fourorty:

        Es geht auch um Wirtschaftlichkeit. Eine Wärmepumpe nützt mir nichts, wenn ich 50° Vorlauftemperatur benötige oder für zehntausende Euro umbauen muss. In vielen solchen Fällen ist Gas oder Öl über die nächsten 20 Jahre gerechnet einfach viel günstiger.



        Da wo die Wärmepumpe Preisvorteile bringt, wird das auch gemacht, da können Sie sicher sein.

        • fly

          @Michel76:

          In Ein- oder Zweifamilienhäusern wird man relativ selten 50 Grad Vorlauftemperatur benötigen (die aber mit WP erreicht werden kann). Mit der heutigen Förderung ist ein Austausch der Heizanlage oft bezahlbar, wenn auch nicht so günstig wie eine neue Gasheizung. Wenn man gerade erst eine neue Gasheizung eingebaut hat, wird es sich natürlich nur schwer amortisieren. Aber bei Altanlagen ist ein Umstieg sinnvoll und wirtschaftlich, besonders wenn man an zukünftige Preissteigerungen denkt.

          Und nein, es wird nicht so einfach gemacht - nach dem Motto, Watt der Bauer nicht kennt, frett er nicht. Es ist persönliche Informationsarbeit nötig.

          • fly

            @fly:

            Sollte eine Antwort auf Michel76 sein.