Mutmaßliche US-Angriffe: USA greifen offenbar iranische Insel Keschm an
Noch im Oktober hatte der US-Präsident angekündigt, dass es vor den Zwischenwahlen keine Angriffe in der Straße von Hormus geben werde. Nun soll eine Insel getroffen worden sein.
ap | Kurz vor den Zwischenwahlen haben die USA nach Angaben eines Regierungsvertreters Angriffe auf iranische Ziele in der Meerenge von Hormus geflogen. Ziel seien iranische Einheiten gewesen, die Boden-Luft-Raketen gegen US-Einrichtungen eingesetzt hätten, sagte der Vertreter der Nachrichtenagentur AP. Das iranische Staatsfernsehen meldete Explosionen auf der Insel Keschm, der größten Insel in der Meerenge.
Zuvor hatte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) einen Angriff auf ein Schiff in der Meerenge gemeldet. Es sei von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, das ein Loch in den Rumpf gerissen habe, hieß es. Die Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit.
Angriffe offenbar begrenzt
Die US-Angriffe schienen begrenzt zu sein und deuteten nicht auf eine vollständige Wiederaufnahme der Kampfhandlungen hin. Sie erfolgten am Vorabend der wichtigen Zwischenwahlen in den USA. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er werde vor den Wahlen am Dienstag keine Angriffe auf Iran anordnen.
Iran hatte die Meerenge nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe Ende Februar praktisch gesperrt, durch die zu Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit geförderten Rohöls verschifft wird. Mittlerweile beansprucht es die Kontrolle über Durchfahrten und lehnt eine Route durch omanische Gewässer ab.
Iran hat Schiffe wiederholt davor gewarnt, die Meerenge ohne die Genehmigung Teherans zu durchqueren. Es hat sich wiederholt zu Angriffen auf Schiffe bekannt, die nach seinen Angaben auf unerlaubten Routen fuhren. Andere Schiffe seien von Seeminen beschädigt worden, die Iran gelegt habe. Das US-Militär hat dagegen erklärt, es habe Minen auf international anerkannten Routen in der Meerenge geräumt.
Iran hat nach eigenen Angaben einen Plan vorgelegt, um die Straße von Hormus binnen zwei Tagen wieder zu öffnen, sofern Washington seine Forderungen erfüllt. Der Vorschlag bleibe die Grundlage für Verhandlungen mit den USA über Vermittler, sagte Außenministeriumssprecher Ismail Baghai am Montag. Er sieht zudem die Wiederaufnahme von Atomgesprächen vor. Zuvor hatte Teheran für die Umsetzung eine Woche veranschlagt.
US-Vizepräsident J.D. Vance sagte, er habe mit Trump über die Verhandlungen mit Iran gesprochen. „Der Präsident und ich sind beide recht zuversichtlich, was die Aussichten auf eine mögliche Verhandlungslösung angeht“, sagte er am Montag.
Der unpopuläre Irankrieg und seine Folgen für die Benzinpreise sowie andere Wirtschaftsbereiche gelten als Schwachpunkt der Republikaner im Bemühen, ihre Mehrheiten im US-Kongress zu verteidigen.
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