+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: USA planen Gespräche mit Russland und Ukraine
Bei einem russischen Luftangriff auf ein ukrainisches Dorf wurden mindestens 26 Menschen getötet. Die USA wollen in wenigen Tagen Gespräche in Abu Dhabi ansetzen.
Merz kündigt Selenskyj-Besuch in Berlin an
Vor neuen Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine über ein Ende des Krieges kommt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj heute nach Berlin. „Er wird gleich über Mittag wieder bei mir sein“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in einer Rede bei der IHK Berlin. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen vorher nicht angekündigt worden. (dpa)
USA setzen auf Gespräche am 10. und 11. November
Die USA wollen Delegationen aus der Ukraine und Russland am 10. und 11. November in Abu Dhabi zu Gesprächen über eine Beendigung des Krieges zusammenbringen. Dabei solle es um Sicherheitsvereinbarungen für die Nachkriegszeit, eine Deeskalation und humanitäre Maßnahmen gehen, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter am Montag.
Für die USA sollen die Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner an den Verhandlungen teilnehmen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe nach einem Treffen mit Witkoff vor zwei Wochen in St. Petersburg einer neuen Runde dreiseitiger Beratungen zugestimmt. Dem Regierungsvertreter zufolge kommen US-Gesandte bereits in dieser Woche in Brüssel mit Vertretern aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, der EU und der Nato zusammen. (rtr)
Mindestens 26 Tote bei Luftangriff nahe Saporischschja
Bei einem russischen Luftangriff auf das ukrainische Dorf Komyschuwacha in der Region Saporischschja am Montag wurden mindestens 26 Menschen getötet. Dieser „absolut schreckliche Angriff“ sei bei der Ausgabe von humanitärer Hilfe in einer Schule geschehen, teilte Selenskyj mit. Es werde in den Trümmern nach weiteren Opfern gesucht, mindestens fünf Personen seien verletzt worden. Laut örtlichen Behörden galten 27 Menschen noch als vermisst.
Selenskyj erhob den Vorwurf eines gezielten Bombardements. „Russland konnte nicht entgangen sein, dass die in Komyschuwacha verbliebenen Einwohner jede Woche eben dort humanitäre Hilfe erhalten.“ Selenskyj sprach von einem „hinterhältigen Terroranschlag“.
Komyschuwacha befindet sich etwa 25 Kilometer östlich von Saporischschja und ist gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Luftangriffe. (dpa)
Selenskyj: Hacken russischer Warn-App war Gegenangriff
Das Hacken des russischen Warnsystems vor Luftangriffen war nach Angaben Selenskyjs ein ukrainischer Gegenangriff mit gleicher Münze. „Wir reagieren nur auf ihre Angriffe“, sagte Selenskyj dem US-Sender PBS. „Sie haben unser System angegriffen. Das war ein Cyberangriff“, sagte er. Natürlich habe sich die Ukraine dagegen gewehrt. Die Warn-Apps der beiden Kriegsparteien informieren ihre Bürger unter anderem über drohende Luftangriffe. Russland greife mit Cyberattacken immer wieder Ziele an, um der Zivilbevölkerung zu schaden, sagte Selenskyj weiter.
Am späten Sonntagabend war zunächst die ukrainische App „Air Alert“ gehackt worden, woraufhin die Bürger unter anderem gefälschte Warnungen vor angeblichen Atomangriffen auf ihre Smartphones bekamen. Wenige Stunden später wurde am frühen Montagmorgen die App des russischen Zivilschutzes gehackt und versandte ebenfalls falsche Warnmeldungen. (dpa)
Angriff auf Krankenhaus in der Ukraine
Bei einem russischen Angriff auf eine medizinische Einrichtung sind nach ukrainischen Behördenangaben in Charkiw mehr als 60 Menschen verletzt worden. Das schrieb der Gouverneur des ostukrainischen Gebietes, Oleh Synjehubow, auf der Plattform Telegram. 226 Patienten müssten in andere Einrichtungen verlegt werden. Am Krankenhausgebäude und umliegenden Häusern wurden Behördenangaben zufolge aufgrund der Detonationen rund 1.000 Fenster beschädigt.
Bürgermeister Ihor Terechow hatte in der Nacht zuvor gewarnt, Russland greife die Stadt mit ballistischen Raketen und Gleitbomben an. Charkiw ist nach Kyjiw die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nahe der russischen Grenze und der Frontlinie.
Zudem attackierte Russland ukrainische Energieanlagen und Hafeninfrastruktur. Getroffen worden seien Anlagen in der westlichen Region Winnyzja sowie in den östlichen Regionen Dnipropetrowsk und Charkiw, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium. Zudem seien Hafeninfrastruktur in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa und militärisch genutzte Schiffe angegriffen worden. (dpa/rtr/tat)
Russische Ölraffinerie nach Angriff beschädigt
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Russland ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine Ölraffinerie in der Großstadt Jaroslawl beschädigt worden. Zwei Mitarbeiter seien dabei verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Michail Jewrajew, mit. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen. Jaroslawl liegt etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau. (rtr)
Entwarnung nach Alarm in Lettland
Nach einer Warnung vor einer Bedrohung im eigenen Luftraum haben die lettischen Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag Entwarnung gegeben. Das Objekt sei vermutlich auf lettischem Boden in einem Gebiet nahe der russischen Grenze niedergegangen, teilte das Militär mit. Zuvor hatte die Armee die Bevölkerung alarmiert. „Bringen Sie sich in Sicherheit! Es besteht eine Bedrohung im lettischen Luftraum“, hieß es in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst X.
Die Bewohner zweier östlicher Regionen waren aufgefordert worden, in geschlossenen Räumen Schutz zu suchen. Kampfflugzeuge der Nato seien zur Luftraumüberwachung aufgestiegen. Ukrainische Militärdrohnen sind bei Angriffen auf russische Ölhäfen in der Ostsee bereits mehrmals in den Luftraum von Finnland, Estland, Lettland und Litauen eingedrungen. Einige der Drohnen hatten dabei ihre Ziele verfehlt und Alarm in den Nachbarländern ausgelöst. (rtr)
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