Wahlkampfabschluss von Donald Trump: Zurück und noch viel schöner!
Zum Abschluss des Wahlkampfs in den USA gibt Donald Trump noch einmal alles: mit einer bewegenden Rede zu Beckenlack und Säulen.
Z um Abschluss seines Wahlkampfs für die diesjährigen Midterms hat US-Präsident Donald Trump am Montag noch einmal sein untrügliches Gespür für die wirklichen Sorgen der US-Amerikanerinnen unter Beweis gestellt, das ihm schon 2016 und 2024 den Wahlsieg eingetragen hatte.
In der US-Hauptstadt Washington, D. C., sprach Trump am Rande des wiedereröffneten „Reflecting Pool“, des Wasserbeckens am Fuße des Lincoln Memorial, 20 Minuten lang über den neuen Blauton des Beckens, das jetzt schöner sei denn je zuvor, die perfekte Reparatur der Leitungen, die nun auch gegen Algen schützen würden.
Der Pool hatte im Sommer Schlagzeilen gemacht, nachdem Trump ihn ohne Ausschreibung von einem befreundeten Bauunternehmer und Wahlkampfspender hatte sanieren lassen. Als das Becken daraufhin hässlich und voller Algen war und die neu aufgetragene Farbe wieder abplatzte, fantasierte Trump über gemeine Sabotageakte von Linken, die mit Cuttermessern im Pool herumgekratzt hätten, es kam sogar zu Festnahmen. Nur, dass das alles Unsinn war, was dann schließlich zwar nicht Trump, aber mit den Arbeiten beauftragte Mitarbeiter eingestehen mussten.
Jetzt aber ist der Pool fertig, man überlege, ihn von „Lincoln Memorial Reflecting Pool“ in „Trump Reflecting Pool“ umzubenennen, sagte Trump. Und nachdem er vor einem Plakat mit der Aufschrift „Wieder da und schöner denn je“ zahlreiche Fotos von zuvor verrosteten und nunmehr reparierten Rohren kommentiert hatte, widmete sich Trump tatsächlich endlich den Themen, die den Wahlkampf 2026 dominiert hatten: die unbeschreibliche Schönheit korinthischer Säulen, die einzigartige Qualität von Bermuda-Rasen und die unfassbare Dauerhaftigkeit von Granitstein.
Keinesfalls nur unsinnige Ablenkungsmanöver
All das im Zusammenhang mit dem geplanten Bau eines Triumphbogens nach Pariser Vorbild, nur natürlich größer. Um die öffentlichen Ausgaben dafür irgendwie begründen zu können, redet Trump schon länger davon, es handele sich um ein militärisches Projekt und begeisterte sich nunmehr dafür, welche „Drohnen- und Scharfschützenkapazität“ der Triumphbogen haben würde – was auch immer darunter zu verstehen sein könnte. Außerdem lobte Trump, wie toll der Hubschrauberlandeplatz am Weißen Haus geworden sei, den er gerade hat bauen lassen. Sicher, der wurde nun wirklich ganz dringend gebraucht.
Weitere Themen dieses denkwürdigen Wahlkampfabschlusses: die Sanierung eines öffentlichen Golfplatzes am Potomac, der in einem fürchterlichen Zustand sei. Man werde ihn auf höchstes internationales Turnierniveau bringen für Ryder oder Presidents Cup, während Einwohner von DC einen Rabatt erhalten würden, um dort zu spielen.
Natürlich sprach Trump auch über den Ballsaal des Weißen Hauses, für den er bereits den Ostflügel hat abreißen lassen und dessen projizierte Kosten seitdem immer weiter steigen, und verschiedene Statuen, mit denen er gern die US-Hauptstadt verschönern möchte. Da, vermerkte die New York Times, war jemand wirklich in seinem Element. Don, der Baumeister.
Aber es wäre falsch zu suggerieren, dass Trump nur mit unsinnigen Manövern versuche, von Irankrieg und Inflation abzulenken. Staatsmännisch wies Trump schließlich auch darauf hin, dass er Tausende von Graffiti in Washington, D. C., habe entfernen lassen. Und dass die schrecklichen transsexuellen Übergriffe auf Kinder endlich aufhören müssen. Wenn das die Wähler*innen nicht überzeugt, was dann?
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