Repressionen im Iran: Erneut zwei Männer nach Massenprotesten hingerichtet
Weil sie bei den Massendemonstrationen Polizeibeamte getötet haben sollen, wurden zwei Männer mit dem Tod bestraft. Menschenrechtsgruppen sehen darin Einschüchterungsversuche.
Foto: Boris Roessler/dpa
dpa | Im Iran sind im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres abermals zwei Männer exekutiert worden. Den Männern sei zur Last gelegt worden, bei den Massendemonstrationen an der Tötung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan.
Die Männer, Amirhossein Maleki und Amirhossein Ebrahimi, seien am frühen Morgen gehängt worden, hieß es weiter. Am späten Montagabend sollen die Angehörigen der beiden Männer zu einem letzten Besuch in ein Gefängnis der Stadt Isfahan berufen worden sein, berichtete die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO).
Laut iranischer Justiz sollen die Männer Teil einer Gruppe gewesen sein, die an der Tötung der Polizeibeamten beteiligt gewesen sein sollen. Im August waren bereits andere angebliche Mitglieder dieser Gruppe öffentlich gehängt worden. Menschen hatten damals spontan dagegen protestiert.
In dem umstrittenen Prozess wurden Aktivisten zufolge 14 Männer zum Tode verurteilt – neun von ihnen wurden bisher exekutiert. Zuletzt wurde auch der Rechtsanwalt Amirsalar Dawudi festgenommen. Laut IHRNGO vertritt er Angeklagte in dem Fall.
37 Männer nach Protesten hingerichtet
Die iranische Justiz hat nun mindestens 37 Männer im Kontext der Proteste und Unruhen hingerichtet. Die Demonstrationen im Winter waren Ende Dezember angesichts der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge wurden im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen im Iran hingerichtet – der höchste verzeichnete Wert seit 1981.
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