Reform für den Führerschein: Make Fahrerlaubnis günstig again
Der Bundestag hat eine Reform des Führerscheins beschlossen. Bis zu 1.000 Euro niedrigere Kosten peilt der Verkehrsminister an. Ist das möglich?
Nicht nur billiger, sondern auch digitaler und weniger bürokratisch soll der Führerschein in Zukunft werden. Das will die Bundesregierung ab Juli 2027 mit einer Reform erreichen, deren erster Teil am Donnerstag den Bundestag passiert hat. Einige der Änderungen müssen noch durch den Bundesrat und werden durch die Länder ausgestaltet. Auch dem zweiten Teil des Reformpakets – einer Verordnung des Verkehrsministeriums – müssen die Länder noch zustimmen.
Die größte Neuheit ist die sogenannte Laienausbildung. Damit wird das Konzept des begleiteten Fahrens mit 17 ausgeweitet auf die Zeit der praktischen Ausbildung. So sollen Fahrschüler:innen mehr Fahrpraxis neben den Fahrstunden sammeln können. Dafür müssen sie bereits die theoretische Prüfung bestanden und sechs Fahrstunden absolviert haben. Die Begleitpersonen, beispielsweise Eltern, sollen ebenfalls theoretisch und praktisch vorbereitet werden.
Auch können Fahrschüler:innen den Theorieunterricht zukünftig online absolvieren. Das soll die Raumkosten der Fahrschulen senken. In der Theorieprüfung soll außerdem der Fragenkatalog deutlich reduziert werden.
Weiterhin sollen die Vorgaben für Sonderfahrten wegfallen. Bisher sind zwölf davon Pflicht, etwa bei Dunkelheit oder auf der Autobahn. Nun können Fahrlehrer:innen individuell entscheiden, wer wie viele Stunden braucht. Dazu kommen eine geringere Prüfungsdauer sowie ein Transparenzregister, mit dem Kund:innen Preise und Bestehensquoten vergleichen können.
Effekt der Führerschein-Reform noch unklar
Ob die von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) angekündigte Ersparnis von bis zu 1.000 Euro realistisch ist, ist umstritten. „Zum einen müssten Fahrschulen die Einsparungen weitergeben, zum anderen Fahrschüler:innen tatsächlich weniger Fahrstunden benötigen“, sagte Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD der taz. Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände hält die Kostenreduktion für unrealistisch.
Generell sei es zu begrüßen, wenn der Führerschein günstiger wird, so Müller-Görnert. Doch solle der politische Fokus darauf liegen, Alternativen zum Auto zu stärken, etwa durch ein besseres Bus- und Bahnangebot oder ein vergünstigtes Deutschlandticket.
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