WAS MACHEN EIGENTLICH ... die Vattenfall-Kritiker?

Erdgas predigen und Kohlen verfeuern

Die Welt ist wieder ein klein bisschen mehr gerettet: Rund zwanzig Öko-Aktivisten haben gestern gegen Überlegungen von Vattenfall protestiert, ein neues Kohlekraftwerk in Berlin zu bauen. Vor der Konzernzentrale in der Chausseestraße im Bezirk Mitte grillten sie ein paar Tofu-Würstchen. Allerdings nicht auf einem Gas-Grill, sondern einem Kohle-Grill. Um damit zu fordern: „Kohle nur noch zum Grillen!“ Und eben nicht zum Verstromen.

Aber warum rettet das nun die Welt? Ganz einfach: Vattenfall hat sich offiziell noch nicht festgelegt, ob und was der Konzern bauen will. Man sitze gerade an einer „Gesamtbetrachtung in Abstimmung mit dem Senat“, sagt Unternehmenssprecher Olaf Weidner. Es gehe dabei um die Wirtschaftlichkeit, die Umweltverträglichkeit und die Versorgungssicherheit und werde noch etwa sechs Monate dauern. Dass am Ende ein Kohlekraftwerk dabei herauskommt, sei „nicht ausgeschlossen“, sagt Weidner. Gleichzeitig wolle man aber auch „nichts gegen den Willen Berlins bauen“.

Die Berliner müssen also weiter kräftig ihren Willen demonstrieren, dass ein Kohlekraftwerk hier nicht erwünscht ist. Und da sind ein paar Würstchen mit dem original Kohle-Aroma bestens geeignet, andere Mitbürger zum Demonstrieren zu motivieren. Also mehr Kohle fürs Klima! HEI FOTO: AP