12. - 18. August 2018

Sachsen/Erzgebirge

Reiseleitung: Michael Müller

Das Industriemuseum in Chemnitz Bild: wiki commons

Freiberg – Chemnitz – Grimma – Annaberg-Buchh. – Pirna – Dresden

Sachsen ist das wirtschaftlich erfolgreichste der sogenannten neuen Bundesländer. Es hat die geringste Pro-Kopf-Verschuldung, eine Arbeitslosenquote, die fast auf Westniveau liegt und Industrieansiedlungen, die ihresgleichen suchen. Semperoper, Frauenkirche, Meissner Porzellan sind Begriffe, die weltweit bekannt sind.

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN  

 

PREIS: ab 970 € (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: Reise-Zeichen, Göttingen, Tel: 0551 - 3893 2596, susanne.hoppe@reise-zeichen.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Über all dem liegt ein Schatten, der sich hinter Abkürzungen wie PEGIDA, AfD und NSU verbirgt. Die Orte Clausnitz, Freital, Heidenau sind Synonyme für Gewalt gegen Flüchtlinge

Michael Müller, taz-Genosse, stammt aus Freiberg/Sachsen, lebt in Dresden

Diese Reise begibt sich auf Spurensuche in die sächsische Provinz. Wir besuchen Initiativen, die sich für Toleranz und Weltoffenheit einsetzen und die den Geist der friedlichen Revolution weitertragen. Gleichzeitig sehen wir einiges vom kulturellen Erbe und von den landschaftlichen Schönheiten des Erzgebirges und der Sächsischen Schweiz.

Sachsen wird gegenwärtig vor allem mit Dresden und Leipzig verbunden, doch es gab Zeiten in der Geschichte dieses Landes, als andere Städte eine gewichtige Rolle spielten. Dazu zählen die Bergstadt Freiberg und die Industriestadt Chemnitz, beide eng verbunden mit der Montanregion Erzgebirge. Sachsen macht aktuell in den Medien aber auch auf sich aufmerksam, weil es das einzige Bundesland ist, in dem die AfD bei den letzten Bundestagswahlen 2017 stärkste Partei geworden ist.

Auf dieser Reise soll es daher auch um sehr verschiedene Aspekte gehen: Um Sachsen als historische Kulturlandschaft. Um die spezifische Situation Ostdeutschlands nach dem Zerfall der DDR und allen damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und damit auch sozialen Umbrüchen. Und um die politische Situation heute in einem Bundesland, das durch die Pegida-Demonstrationen in Dresden, die große Zahl an Übergriffen auf Flüchtlinge und eben die Stärke der AfD von sich reden macht. Vor allem aber wollen wir auch zeigen, dass es zahlreiche Menschen gibt, die sich in Projekten, Vereinen und Initiativen gegen diesen rechten Trend stellen und mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement eben auch für Sachsen stehen.

Mariengasse in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) Bild: Wiki-Commons

Die Reise beginnt in der Stadt Freiberg, die in ihren Mauern Altertum und Moderne vereint. Vor über 800 Jahren wurde hier Silber gefunden und damit die Grundlage für den opulenten Lebensstils am Hofe August des Starken geschaffen. Dem Niedergang des Bergbaus in den 1970er Jahren folgte nur 20 Jahre später mit dem Ende der DDR ein weiterer Strukturwandel. Zudem sah sich die Region mit einer katastrophalen Umweltsituation konfrontiert. Wie diese Herausforderungen gemeistert wurden, sollen Vertreter der Kommune und Umweltaktivisten beantworten.

Chemnitz – einst ob der industriellen Stärke als Manchester Deutschlands bezeichnet - hatte ebenfalls mit den beschriebenen Problemen zu kämpfen. Zusätzlich wurde das Zentrum der Stadt 1945 durch Bombardierung weitgehend zerstört. Doch wenig bekannt ist, dass mit dem Stadtteil Kaßberg eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel existiert. Eine einheimische Architektin wird durch das Viertel führen und auf die Entwicklung in den letzten 25 Jahren eingehen.Im Anschluss treffen wir Akteure der Zivilgesellschaft, die über den Kampf mit den zunehmenden Rechtstendenzen in der Stadt berichten.

Die dritte Station wird die Kleinstadt Pirna vor den Toren Dresdens sein. Eine Stadtführung wird durch die idyllische Innenstadt führen. Sie lernen aber auch die Gedenkstätte Sonnenstein kennen.In der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt ermordeten die Nazis 1940/41 knapp 14.000 kranke und behinderte Menschen.

Um die Schönheit der Umgebung zu zeigen, sind zwei Ausflüge bzw. Wanderungen in das Erzgebirge und in die Sächsische Schweiz geplant.

Der Abschluss der Reise wird in Dresden sein. Wir besuchen nach einem kleinen Stadtrundgang das aha-Cafe. Dieses Cafe war das Resultat einer entwicklungspolitischen Initiative, die bereits in der DDR existierte. Die Geschäftsführerin berichtet über diese Zusammenhänge und die aktuelle politische Situation in Dresden

Im Elbsandsteingebirge Bild: Archiv