Das Rainforest-Siegel: viel Schein

Wir übernehmen in unserem täglichen Handeln ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung.“ So lobt sich Lidl, der – an der Anzahl der Filialen bemessen – weltweit größte Discounter mit einem Umsatz von über 75 Milliarden Euro. Günstig und auch noch fair hergestellt. Wer bei Lidl kauft, braucht, so ­suggeriert die Selbstdarstellung des Konzerns, kein schlechtes Gewissen zu haben.

Für die Überprüfung der Produktionsbedingungen, die sich Lidl an die Brust heftet, sind Siegel zuständig, vergeben von unabhängigen Organisationen, die checken, wie etwa Obst produziert wird. Bei Lidl ist es zum Beispiel für Bananen das Rainforest-Siegel. Darauf zu sehen ist ein grüner Frosch. Regenwald, Frosch, also Öko, das legen diesen Symbole nahe.

Lidl lobt in seiner Selbstdarstellung, dass das Rainforest-Siegel nur Produkten verliehen wird, „die nach den strengen Anforderungen des Sustainable Agricultur Network bewirtschaftet werden“. Und: Das schließt ein, „dass die Lebensumstände der Arbeiter, ihrer Familien und der lokalen Gemeinden verbessert werden“.

Das klingt gut, grenzt aber an Täuschung. Rainforest Alliance suggeriert, dass es um Umweltschutz und allgemeine Weltrettung geht. Dabei hat das Rainforest-Al­liance-Siegel, obwohl hübsch grün, null mit Umwelt zu tun. Es soll, so das Versprechen, nur garantieren, dass die Bananenpflücker ordentlich entlohnt werden.

Das ist ja auch schon mal was – Bananen zu essen, die nicht von Ausgebeuteten im Akkord gepflückt wurden. Doch auch da ist viel Schein.