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BDI-Kritik an der WirtschaftspolitikHört auf zu jammern

Anja Krüger

Kommentar von

Anja Krüger

BDI-Chef Leibinger redet die deutsche Wirtschaftslage schlechter, als sie ist. Dieses Gejammere ist unangemessen und schwächt den Zusammenhalt.

D ie Unternehmen in Deutschland haben eine Repräsentationskrise. Das zeigt der Verband der Familienunternehmen, deren Spitze sich erst der rechtsextremen AfD geöffnet hatte und nach Protesten aus der eigenen Mitgliedschaft zurückgerudert ist. Das demonstrieren die Ver­tre­te­r:in­nen der deutschen Arbeitgeberverbände, die bei ihrer Vollversammlung die SPD-Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas rüpelhaft auslachten. Dabei wird das Gros der Verbandsmitglieder auf Sozialpartnerschaft, Kompromiss und Ausgleich setzen und sich gute Beziehungen zur Ministerin wünschen.

Und auch der Chef des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) dürfte nicht die Mehrzahl der Verbandsmitglieder repräsentieren. Die deutsche Wirtschaft befinde sich „im freien Fall“, erklärt BDI-Chef Peter Leibinger. Übersetzt: Er will noch mehr Steuergeschenke und das Schleifen des Sozialstaats. Aber Unternehmen haben ganz andere Probleme, etwa den Fachkräftemangel.

Ma­na­ge­r:in­nen und Ei­gen­tü­me­r:in­nen von Unternehmen dürfen solche Vorstöße nicht länger hinnehmen. Sie sollten auf Re­prä­sen­tan­t:in­nen setzen, die ihren Interessen tatsächlich dienen. Die Bundesregierung, und auch ihre Vorgängerinnen, ist den Forderungen der Wirtschaftsverbände stets entgegengekommen: Steuern wurden gesenkt, höhere Abschreibungen auf Investitionen ermöglicht, Betrieben wurde bei den hohen Energiekosten unter die Arme gegriffen. Hunderte von Milliarden Euro stehen in den kommenden Jahren für die Infrastruktur zur Verfügung. Doch statt konstruktiv damit umzugehen, jammern Ver­bands­ver­tre­te­r:in­nen auf hohem Niveau und zeigen mit dem Finger auf den Sozialstaat. Sie stellen damit die Bindekräfte der Gesellschaft infrage.

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Die deutsche Wirtschaft ist trotz des anhaltenden Konjunkturtiefs stabil, auch wenn einzelne Branchen Probleme haben. Was eine Wirtschaft „im freien Fall“ ist, haben etwa lateinamerikanische Länder mit zweistelliger Inflationsrate und Massenarmut gezeigt.

Von so etwas kann hierzulande keine Rede sein. Die Gewinne der meisten Unternehmen sprudeln nach wie vor, bei manchen nur nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit. Ma­na­ge­r:in­nen und Ei­gen­tü­me­r:in­nen müssen sich fragen, was denn ihr Anteil am anhaltenden Abschwung ist. Zum Beispiel: Warum schütten Unternehmen viele Milliarden an An­teils­eig­ne­r:in­nen aus, statt sie in zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu investieren? Die Verantwortung für ihre Wettbewerbsfähigkeit liegt zuallererst bei den Unternehmen selbst.

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Anja Krüger

Anja Krüger Parlamentskorrespondentin

Schwerpunkte Wirtschaft- und Energiepolitik
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1 Kommentar

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  • Vielen Dank für diese Worte!



    Es sind nicht die Jammerlappen, die Deutschland erfolgreich gemacht haben.



    Wer Unternehmer sein will, sollte genau das tun.



    Wer erwartet, dass Andere für ihn oder sie Probleme löst, ist wohl besser als AngestelltEr untergebracht.



    Es sollte doch deutlich werden, dass Merz mit unqualifizierten Aussagen in der Öffentlichkeit nicht gerade brilliert. Warum nehmen sich nun ArbeitgebervertreterInnen ein schlechtes Beispiel an ihm?



    Betrachtet man/frau das derzeitige "Angebot" an RepräsentantInnen aus konservativen Kreisen, so ist Kopfschütteln angebracht.



    Wer Fachkräfte braucht, sollte keine Abschottungspolitik betreiben.



    Wer möchte, dass die Belegschaft mal wieder in die Hände spuckt, sollte auch dafür eintreten, dass die Rente danach auch zum Leben reicht.



    Scholz hat als Minister und Kanzler Understatement gepflegt und im Hintergrund Lösungen gemanagt.



    Nun hören wir von Merz und seinen Ministern viel Mist. Logische Zusammenhänge Fehlanzeige!



    Mit Sauertöpfen und Jammerlappen ist kein Staat zu machen.



    Dann werde ich wohl gleich wieder Selbst was unternehmen müssen, für einen Sozialstaat, der diesen Namen verdient.