Das Sonderheft zur Klimakonferenz

„Uns bleibt immer Paris”

Bogart und Bergman bleibt Paris – Tja, schön für die, haben wir gedacht. Und was bleibt uns? Das Sonderheft zur Klimakonferenz in Paris.

Bild: Getty Images

Am Ende des Filmes „Casablanca” fliegt Ingrid Bergman mit ihrem Widerstandskämpfer davon. Ihre wahre Liebe Humphrey Bogart bleibt zurück in der von Nazis besetzten Stadt. Aber bevor sie geht, sagt er die unsterblichen Worte: „Uns bleibt immer Paris.” Das ist die Stadt ihrer gemeinsamen, glücklichen Tage.

Tja, schön für die, haben wir gedacht. Und was bleibt uns?

Egal, wie die UN-Klimakonferenz von Paris in diesem Spätherbst vom 30. November bis 11. Dezember ausgehen wird – die weltbewegenden konsensualen Entscheidungen sind von 190 Staaten mit den unterschiedlichsten Interessen nicht zu erwarten.

Das Drama des Klimawandels ist bekannt. Es ist klar, wie die Zukunft aussehen wird, wenn die Menschheit es nicht schafft, die Erwärmung zumindest auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Weltgemeinschaft weiß im Großen und Ganzen auch, wohin sie muss, um das Schlimmste zu verhindern.

Dennoch wird eine Konferenz allein keinen wirklichen Umbruch bringen. Klimagipfel werden von Bremsern entschieden, nicht von den viel zu wenigen progressiven Staaten. Die kurzfristigen Interessen der Minoritäten – Länder, Bundesstaaten, Beschäftigte in der Kohleindustrie, Politiker – haben fast immer Vorrang. Selbst vor einem Weltgesellschaftsuntergang.

Wir haben unser Titelthema trotzdem und auch deshalb unter das Motto „Lösungen” gestellt. Die Zukunft entscheidet sich nämlich nicht in Paris, sondern jenseits von Paris. Ein ordentliches Ergebnis dort ist freilich als Rahmen für das wichtig, was sich schon tut.

Wir sprechen nicht von den feinen, kleinen Nischen, sondern von den großen Rädern: von Wirtschaft, Geld, Gesetzgebung. Wo und wie geht wirklich etwas entscheidend voran? Wir wollen diese Entwicklungen finden und beschreiben, und zwar realistisch, nicht illusionistisch.

Es geht um eine große Bürgerbewegung, die das Jahrhundertproblem politisch und kulturell als ihres begreift und die Lösungen dauerhaft erarbeitet, diskutiert und im Widerstand gegen die Gegenwartsblockade in den politischen Prozess einspeist. Paris ist der Anfang der entscheidenden 20 Jahre Kampf für eine sozialökologisch orientierte Weltgesellschaft.

zeozwei will der Ort sein, wo sich die Bewegung entwickelt.

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Das zeozwei-Team (v. l.): Anja Weber, Mathias Königschulte, Peter Unfried, Hanna Gersmann, Miriam Rech, Stefanie Weber.