Finanzkrise in Spanien und Zypern

28 Banken und eine Insel

Die Ratingagentur Moody's hat 28 spanische Banken herabgestuft. Derweil sucht Zypern als fünftes Land Schutz unter dem europäischen Rettungsschirm.

Das Lachen mag inzwischen eingefroren sein: Zypriotische Feiern zur Aufnahme in die EU im Mai 2004.  Bild: dpa

MADRID/ATHEN dpa/afp | Überraschend kam es nicht: Die Ratingagentur Moody's hat auf einen Schlag die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herabgestuft. Für einzelne Kreditinstitute ging es um ganze vier Stufen nach unten – ein ungewöhnlich tiefer Fall in einer ungewöhnlich schweren Zeit für das Land.

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Zu den Betroffenen Häusern der Abstufung vom Montag zählen auch die Branchenriesen Banco Santander und BBVA. Vor allem traf die Aktion aber zahlreiche kleinere Institute. Für sie dürfte es damit noch schwerer und teurer werden, an frisches Geld zu gelangen.

Während die beiden Großbanken nach der Herabstufung immerhin noch eine befriedigende Kreditwürdigkeit besitzen, sind weitere Regionalbanken auf das sogenannte Ramschniveau abgerutscht. Diese Marke gilt für Investoren als deutliches Warnsignal, dass sie Gefahr laufen, ihr Geld zu verlieren.

Höhe der Rettungssumme unklar

Moody's begründete die Herabstufung unter anderem damit, dass der Staat immer weniger in der Lage sei, der notleidenden Branche zu helfen. Spanien selbst muss an den internationalen Kapitalmärkten mittlerweile hohe Zinsen zahlen, um sich Geld zu leihen. Die Regierung in Madrid hatte angesichts der vertrackten Lage erst am Montagmorgen Hilfen für die Banken aus dem Euro-Rettungsfonds beantragt.

Wieviel Geld Spanien für die Rettung seiner Banken braucht, hat die Regierung bislang offen gelassen. Zwei unabhängige Gutachten waren auf eine Summe von bis zu 62 Milliarden Euro gekommen. Einzelheiten sollen bis zum 9. Juli feststehen.

Zypern fällt mit Griechenland

Zypern wird ebenfalls unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Dem Inselstaat wird die enge Verbindung seiner Banken zu den Geldhäusern des taumelnden Nachbarn Griechenland zum Verhängnis.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker erklärte, im Gegenzug zu der Hilfe erwarte er von dem Land „große Entschlossenheit“, um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Die Eurogruppe werde den am Montag eingegangenen Antrag schnell prüfen und dann antworten, kündigte Juncker am Montagabend in Brüssel an.

Die Regierung in Nikosia hatte in ihrem offiziellen Antrag auf Finanzhilfen erklärt, diese sollten die Risiken des angeschlagenen Finanzsektors für die zyprische Wirtschaft „zügeln“. Es war aber zunächst nicht klar, ob Zypern – wie Spanien – die Hilfen nur für seinen Bankensektor benötigt.

 
26. 06. 2012

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