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Kindergeburtstage in der GroßstadtAuf Schatzsuche im Sandkasten

Wer bei der urbanen Schnitzeljagd mit Kindern Schätze verbuddelt, darf nicht traurig sein, wenn die Kinder beim Buddeln etwas anderes zutage fördern.

Anouk feiert Geburtstag. Wir gehen auf Schnitzeljagd und Schatzsuche. Cedric ist von einer Traube Kindern umgeben.

„Eure nächste Aufgabe“, liest er: „Findet eine Eule.“ Er hat rote Wangen und strahlt.

„Ich glaube, dein Mann ist aufgeregter als Anouk“, flüstere ich Ella zu.

„Da könntest du recht haben“, flüstert Ella zurück.

Als wir am Spielplatz beim Weißen See ankommen, dem Zielpunkt der Schnitzeljagd, stürzen sich die Kinder in den Sandkasten. Kurz darauf hält Anouk einen blauen Wollfaden in die Luft.

„Schaut mal!“

Cedric wird blass.

„Was ist?“, fragt Ella.

„Der Wollfaden hat die Stelle markiert, wo ich den Schatz vergraben habe. Ziemlich tief, damit er nicht versehentlich gefunden wird.“

„Der Sandkasten ist riesig“, sage ich.

„So groß wie ein Basketballplatz“, sagt Cedric.

„Das wird jetzt spannend“, sagt Ella.

Cedric versucht die Kinder unauffällig in den Bereich zu lotsen, wo der Schatz vergraben ist, aber sie buddeln überall.

Und finden Dinge.

Eine Haarbrosche. Eine Playmobilfigur. Einen Schleichtiger ohne Schwanz. Drei Förmchen, zwei Siebe, einen Holzkochlöffel. Und eine halbvolle Flasche Fernet Branca.

Da sie nicht wissen, dass es eine Schatzkiste gibt, fehlt sie ihnen auch nicht. Sie freuen sich über ihre Funde. Und überlegen, was sie damit gemeinsam spielen können.

Cedric gräbt nun selbst. Mit bloßen Händen und auf allen Vieren. Es sieht ein wenig verzweifelt aus.

„Schau mal, Anouk ist glücklich“, sagt Ella mit ruhiger Stimme zu ihm.

„Der wertvollste Schatz ist sowieso …“, beginne ich.

„Bitte keine Kalendersprüche“, sagt Cedric.

Ella deutet auf die Uhr. „Wir müssen zurück.“

Cedric macht ein kreuzunglückliches Gesicht. „Ich habe mir solche Mühe mit der Schatzkiste gegeben. Glitzer, Goldtaler, funkelnde Edelsteine. Da sind richtig tolle Sachen drin.“

„Wir kommen heute Abend mit Taschenlampe und Klappspaten wieder“, tröste ich ihn. „Der Schatz ist ja nicht verloren. Er ist nur gut versteckt.“

„Wir sollten uns um die Geburtstagsgesellschaft kümmern“, sagt Ella. Sie deutet zu den Kindern, die gerade dabei sind, den Verschluss der Fernet-Branca-Flasche aufzudrehen.

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